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Bayern München

Süle vor Wochen der Wahrheit: Kann sich der Bayern-Star über die DFB-Elf zurückkämpfen?

Dominik Hager
Niklas Süle steht vor entscheidenden Wochen.
Niklas Süle steht vor entscheidenden Wochen. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Niklas Süle steht unter Zugzwang. Auf dem 25-Jährigen liegt wohl so viel Druck wie noch nie in seiner Karriere. Nach einer Saison, in der er mehr gerügt als gelobt wurde, steht der Innenverteidiger vor einer ungewissen Zukunft. Noch ist nicht ganz klar, ob der FC Bayern mit Süle plant. Der Abwehrspieler könnte nun die EM dahingehend nutzen, um sich in den Fokus zu spielen. Allerdings wird das gar nicht so leicht, zumal er zuletzt auch in der Nationalmannschaft ein wenig hintern dran war.


Für Niklas Süle gilt jetzt die Devise "kämpfen für einen guten Vertrag und für einen EM-Stammplatz". Nachdem der Abwehr-Hüne häufig wegen mangelnder Fitness kritisiert wurde und zuletzt bei einer Tempolauf-Einheit einmal mehr hinterherhinkte, muss er sich nun schleunigst in Top-Form bringen.

Am Donnerstag stand für den Spieler laut Kicker-Informationen eine letzte intensive Einheit an der Säbener Straße an. Ohne große Pausen galt es Stationen mit Widerstandsläufen, Richtungswechseln und Beschleunigungen zu absolvieren. Da spürt man die Oberschenkel bereits beim Lesen brennen.

Bei der Einheit handelte es sich um ein freiwilliges Training, dass Süle dazu nutzte, um seine Defizite aufzuholen. Für den Abwehrspieler ist es bereits die dritte Sondereinheit nach der feststehenden Meisterschaft. All das sprach der 25-Jährige mit Bayerns Fitness-Coach Dr. Holger Broich und mit DFB-Fitness-Coach Nicklas Dietrich ab. Süle scheint also die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und möchte es nun allen beweisen.

Nach Hummels-Rückkehr: Süle hat auch in der Nationalelf schlechte Chancen


Klar ist jedenfalls, dass Süle in der DFB-Elf nicht die gleiche Ersatzrolle einnehmen möchte wie bei den Bayern. Im Abwehrzentrum scheinen derzeit jedoch Mats Hummels und Antonio Rüdiger die Nase vorne haben. Ersterer wurde wohl nur als Stammspieler zurückgeholt, während Rüdiger seit Monaten stark spielt und mit Chelsea im Champions-League-Finale steht.

Süle kämpft demnach mutmaßlich erstmal mit Matthias Ginter um die Stellvertreter-Rolle. Eine Möglichkeit könnte sich zudem auf der rechten Abwehrseite ergeben. Dort steht derzeit aber Lukas Klostermann vor Ginter und Süle. Eine Fünferkette würde die Chancen des Münchners durchaus erhöhen, erscheint jedoch eher unwahrscheinlich. Dagegen spricht schließlich, dass Löw mit Ridle Baku den idealen Spieler für die rechte Seite nicht berücksichtigte.

Nur noch Nummer drei: Süle hat beim DFB und bei den Bayern den Anschluss verloren

Süle müsste demnach schon eine fantastische Vorbereitung liefern oder von Verletzungen anderer profitieren, um in die Startelf zu rücken. Demnach stehen die Chancen nicht wirklich gut, dass er sich bei den Europameisterschaften für die Bayern empfehlen kann.

Gleiches gilt jedoch auch für die Zeit danach, wenn Süle zu den Münchnern zurückkehrt. Mit Lucas Hernández und Dayot Upamecano stehen zwei Spieler im Kader, die mutmaßlich die neue Innenverteidigung der Bayern bilden sollen.

Süle bringt zwar das gleiche Potenzial mit, hat aber den Anschluss ein wenig verloren. Vermutlich befindet sich der 25-Jährige also in einer Karrierephase, in der er selbst merkt, dass er sich mit viel Arbeit zu besseren Leistungen pushen muss. Ansonsten könnte es auf der Karriereleiter eine Stufe nach unten gehen.

Bleibt Süle in München? Chelsea-Interesse nur marginal

Süles Vertrag läuft im Jahr 2022 aus und die Münchner wollen den Ex-Hoffenheimer nicht ablösefrei ziehen lassen. Demnach muss er sich unter Julian Nagelsmann von Beginn an in Szene setzen, um die Bosse zu überzeugen. Bislang hat es zwischen Bayern und Süle keine Einigung gegeben, weshalb längst Wechselgerüchte im Umlauf sind.

Zuletzt galt insbesondere der FC Chelsea als interessiert. Dabei soll es sich laut Kicker-Informationen nur um ein marginales Interesse handeln, zumal Real-Star Varane der Wunschkandidat sein soll.

Bayern haben mit Mai und Richards weitere Optionen

Süle muss aufpassen, dass er nicht bald vor mehreren verschlossenen Türen steht. Der FC Bayern hat mit Omar Richards einen Spieler verpflichtet, der auch in der Innenverteidigung als Back-Up eingeplant ist.

Zudem kommt auch Lars-Lukas Mai von seiner Leihe nach Darmstadt zurück. Zwar sind beide Spieler nicht auf dem Niveau von Süle einzuordnen, stellen aber immerhin zwei weitere Alternativen dar. Zudem wäre da auch noch Tanguy Nianzou, der als erster Vertreter für Hernández und Upamecano eingeplant werden könnte.

Lars Lukas Mai
Wechsel oder Verbleib? Was wird aus Lars-Lukas Mai / Alex Grimm/Getty Images

Um die Zukunft von Lars-Lukas Mai gibt es jedoch noch einige Fragezeichen. Zwar spielte der Youngster in Darmstadt ordentlich, besitzt jedoch nicht wirklich das Potenzial, um bei den Bayern durchstarten zu können.

Laut Kicker-Informationen sollen Düsseldorf, Hamburg und Schalke am 21-Jährigen interessiert sein. Dabei handelt es sich allesamt um Klubs, die in Mais Kragenweite passen. Süle könnte also zumindest einen Konkurrenten um einen Kaderplatz loswerden.

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