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DFB-Team: 6 mögliche Überraschungen in Löws EM-Kader

Dominik Hager
Joachim Löw wird am 19. Mai den vorläufigen Kader nominieren. Mit diesen sechs Kandidaten könnte er alle überraschen.
Joachim Löw wird am 19. Mai den vorläufigen Kader nominieren. Mit diesen sechs Kandidaten könnte er alle überraschen. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Am 19. Mai sind alle Augen auf Bundestrainer Joachim Löw gerichtet, der den vorläufigen EM-Kader verkünden wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Coaches diesmal sogar 26 Spieler mitnehmen dürfen, können wir uns möglicherweise auch auf die eine oder andere Überraschung einstellen. Bereits am Montag ließ die Bild durchblicken, dass Thomas Müller zum DFB-Kader gehören wird. Die Nominierung des 31-Jährigen ist aber eigentlich eh keine Überraschung mehr. Daher blicken wir auf sechs Kandidaten, mit denen uns der Bundestrainer tatsächlich überraschen könnte.


1. Christian Günter

Christian Guenter
Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Der Freiburger Linksverteidiger wird immer wieder von mehreren Experten gefordert. Bis jetzt reichte es für den 28-Jährigen jedoch lediglich zu einem Spiel im DFB-Dress. Der achtminütige Kurzeinsatz ist mittlerweile auch schon sieben Jahre her.

Seitdem legt der Bundesliga-Profi aber eine starke Saison nach der anderen hin. Selbstverständlich gehört er nicht zu den begabtesten Außenverteidigern in Europa, jedoch liefert er konstant seine Leistung ab. Allein das reicht eigentlich schon, um in der Nationalmannschaft als Linksverteidiger gefragt zu sein. Günter hat mittlerweile 234 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel und führt die Freiburger als Kapitän auf den Platz.

Dank seiner Schnelligkeit und Athletik ist er an beiden Enden des Platzes ein Gewinn. Zuletzt trat er mit seinem Doppelpack gegen Schalke 04 und seinem Treffer gegen Bayern sogar als Torschütze in Erscheinung. Gut möglich, dass der Linksfuß sich damit auch auf den Zettel von Löw geschossen hat.

Im Gegensatz zu Halstenberg ist Günter unangefochtener Stammspieler im Verein und im Vergleich zu Gosens defensiv deutlich stabiler. Leichte Schwächen besitzt der Verteidiger jedoch in puncto Technik und im Passspiel. Ein Kandidat als Back-up könnte er dennoch sein.

2. Maximilian Arnold

Maximilian Arnold
Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Maximilian Arnold steht sinnbildlich für alle Spieler, die trotz konstant starker Leistungen aus irgendeinem Grund nie eine Chance bekommen. Bislang absolvierte er wie Christian Günter sein einziges Länderspiel vor sieben Jahren beim 0:0 gegen Polen. Wie auch der Freiburger startete er aber eigentlich erst in den folgenden Jahren so richtig durch.

In dieser Saison ist Arnold als Kapitän und Mittelfeld-Chef unverzichtbar bei den Wölfen. Sowohl defensiv als auch offensiv agiert der 26-Jährige nahezu fehlerfrei. Der 23-fache U21-Nationalspieler besitzt eine starke Technik, ein gutes Passspiel, zudem auch Leader-Fähigkeiten und den nötigen Biss.

Vielleicht kann Arnold die kleine Formschwäche von Florian Neuhaus nutzen und ihm den Platz wegschnappen. Sonderlich wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

3. Mario Götze

Mario Gotze
BSR Agency/Getty Images

Mario Götze hat den Spaß am Fußball wieder gefunden. In der Eredivisie zeigte er einige gute Spiele, fiel aber auch häufig verletzungsbedingt aus. In 18 Liga-Spielen erzielte Götze bisher fünf Tore und gab sechs Vorlagen.

Mit einer kompletten Spielzeit hätte der WM-Held von 2014 sicherlich bessere Chancen gehabt. Im offensiven Mittelfeld kann Löw sowohl auf einige Stars als auch auf Wirtz und Musiala zurückgreifen. Die beiden Youngster stehen wohl ebenfalls vor dem 28-Jährigen.

"Im Moment ist Mario nicht im engeren Kreis. Wir haben aber ein Auge auf ihn", erklärte Joachim Löw zuletzt gegenüber dem kicker. Trotz der gewaltigen technischen Fähigkeiten von Götze wäre eine Nominierung schon eine faustdicke Überraschung.

4. Lukas Nmecha

Lukas Nmecha
BSR Agency/Getty Images

Es wird eine der spannenden Fragen sein, ob sich Joachim Löw dafür entscheidet, einen echten Stürmer mitzunehmen. Da der Bundestrainer vorzugsweise junge Spieler berücksichtigen will, wäre Lukas Nmecha eine Option.

Der U21-Nationalspieler überzeugte zuletzt in der Qualifikation für die U21-EM und traf auch im Turnier gegen die Niederlande und Ungarn. In der belgischen Liga erzielte er für den RSC Anderlecht 14 Tore und zeigte sich mit zuletzt fünf Scorer-Punkten in fünf Spielen in einer guten Form.
Nmecha ist groß, schnell und kann im Strafraum durchaus noch mal für Gefahr sorgen, wenn dieser gerade wie vernagelt scheint.

Die Nominierung des 22-Jährigen wäre eine Überraschung, zumal er noch kein A-Länderspiel absolviert hat und in einer eher mittelmäßigen Liga spielt. Als Außenseiter sollte man den Mittelstürmer jedoch auf dem Zettel haben.

5. Kevin Volland

Kevin Volland
Sylvain Lefevre/Getty Images

Kevin Volland spielt bei der AS Monaco eine klasse Saison und wird von einigen Experten, wie beispielsweise Lothar Matthäus, im Aufgebot gesehen. Mit 16 Toren in der Ligue 1 ist der frühere Leverkusener der erfolgreichste deutsche Torjäger in einer europäischen Top-Liga und legte zudem noch acht Tore auf.

Zufall ist diese Bilanz nicht, zumal der Angreifer eigentlich schon seit Jahren konstant auf einem starken Level agiert. Bezogen auf die Nationalmannschaft hat dies jedoch wenig gebracht, sein letzter Einsatz stammt aus dem Jahr 2016. In den letzten Jahren machte Löw keine Anstalten, den 28-Jährigen in Betracht zu ziehen und setzte auf jüngere Kräfte.

"Das muss man akzeptieren. Ich sitze nicht mehr zu Hause und warte auf den Anruf des Bundestrainers. Ich genieße diese Pausen und versuche, das Positive darin zu sehen", wird der Monaco-Star von der Augsburger Allgemeine zitiert.

Rein sportlich gibt es jedoch eigentlich keine Gründe, noch länger auf Volland zu verzichten. Vielleicht findet sich ja im 26-Mann-Kader ein Platz für den Torjäger.

6. Luca Waldschmidt

Luca Waldschmidt
Gualter Fatia/Getty Images

Luca Waldschmidt ist nach seinem Wechsel zu Benfica ein wenig von der Bildfläche verschwunden. Dies liegt zum einen an der wenig spektakulären portugiesischen Liga und zum anderen an seinen eher unauffälligen Leistungen.

Zwar begann der frühere Freiburger gleich mal mit einem Doppelpack, steht jedoch derzeit bei mäßigen sieben Saisontreffern. Im Kalenderjahr 2021 konnte sich der 24-Jährige nur zweimal in die Torjägerliste eintragen. Damit sollte er eigentlich kein Kandidat sein, um als Option für die Mittelstürmer-Position mitgenommen zu werden. Dafür spricht auch, dass Waldschmidt eher Außen- als Zentrumstürmer ist. Von dieser Kategorie hat die Nationalelf mehr als genug Kandidaten.

Für den Offensivspieler spricht, dass seine letzte Nominierung im Gegensatz zu Volland nur sechs Monate her ist. Luca Waldschmidt wäre so eine typische Löw-Nominierung, die nur sehr schwer nachvollziehen ist.

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