Löw macht Götze Hoffnung auf DFB-Rückkehr

Jan Kupitz
Joachim Löw und Mario Götze
Joachim Löw und Mario Götze / Lars Baron/Getty Images
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In der deutschen Nationalmannschaft war Mario Götze schon in jungen Jahren eine feste Größe! Mittlerweile liegt sein letztes Länderspiel allerdings drei Jahre zurück - gibt es bald das Comeback des Neu-Eindhoveners?

Insgesamt 63 Länderspiele (17 Treffer) hat Mario Götze bislang für Deutschland bestritten, sein größter Erfolg war natürlich zweifellos der WM-Triumph 2014, bei dem er im Finale gegen Argentinien das erlösende Siegtor in der Verlängerung schoss. Doch seit diesem goldenen Moment ging es für Götze bergab - sowohl auf Vereins-, als auch auf Länderspielebene.

Zuletzt gehörte Götze im Jahr 2016 zum festen Stamm der Jogi-Auswahl, 2017 kam nur noch ein einziger - sein bis heute letzter - Auftritt im Trikot mit dem Bundesadler dazu. Seitdem war der Spielmacher kein Thema mehr für die DFB-Elf; auch, weil er bei Borussia Dortmund nach seinen gesundheitlichen Problemen nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt hat und sich nicht mehr für höhere Aufgaben empfehlen konnte.

In diesem Sommer ging Götze jedoch den Schritt in die Niederlande zur PSV Eindhoven, wo er seine Karriere neu in Schwung bringen wollte. Mit Erfolg. Zu Saisonbeginn ist der 28-Jährige im Team von Roger Schmidt wieder fest gesetzt, zeigt gute Leistungen - und mit drei Treffern in sechs Einsätzen auch seine Torgefahr. Sehr zur Freude von Joachim Löw, der im Interview mit dem Sportbuzzer festhält: "Es hat sich in Deutschland immer alles auf ihn fokussiert. Er hatte durch das Tor 2014 einen Rucksack auf, der sicher auch eine große Last bedeutet hat. Deshalb freue ich mich für ihn, dass er in Eindhoven so gut gestartet ist. Das war so nicht zu erwarten. Er wirkt sehr frisch und sehr agil, die Freude ist ihm anzumerken. Das braucht er für seine Leichtfüßigkeit, für seine Variabilität."

Löw verrät, dass er "in den letzten Wochen immer wieder Kontakt" mit Götze gehabt und er ihn "auf dem Laufenden gehalten" hat. Sein Fazit: "Aus meiner Sicht hat er für sich genau die richtige Entscheidung getroffen."

Die Frage, die angesichts solcher Lobeshymnen im Raum steht: Wird Götze sogar noch einmal ein Thema für das DFB-Team? Ganz festlegen will Löw sich nicht, stellt aber vielsagend klar: "Wir verlieren auch ihn nicht aus den Augen, ganz klar."

Im Gegensatz zum ausgebooteten Trio Müller, Hummels, Boateng, das von Löw im selben Interview erneut eine Abfuhr bekam, ist Götze somit nicht gänzlich außen vor. Da kann man natürlich mit Fug und Recht kritisch hinterfragen, warum Götze weiterhin "nicht aus den Augen" verloren wird, während ein Müller, der nahezu die gleiche Position spielt (sie aber natürlich anders interpretiert) kategorisch draußen bleiben muss.

Müller und Götze zu DFB-Zeiten
Müller und Götze zu DFB-Zeiten / Boris Streubel/Getty Images

Müller spielt seit einem Jahr wieder konstant auf allerhöchstem Niveau, war ein ganz entscheidender Faktor beim Quintuple-Sieg des FC Bayern und gehört mit 31 Jahren längst nicht zum alten Eisen, wie Löw es der Öffentlichkeit ganz gerne verkaufen will. Zudem ist Müller ein Führungsspieler par excellence - ein Typ, wie ihn 'Die Mannschaft' dringend gebrauchen könnte. Götze dagegen hat gerade mal einen guten Saisonstart hingelegt, in einer Liga, deren Niveau definitiv nicht mit der Bundesliga vergleichbar ist. Mit 28 Jahren zählt auch er nicht mehr zur jungen Garde, um die Löw den häufig bemühten Umbruch einläuten will. Und ein Leader ist der eher ruhig auftretende Memminger definitiv auch nicht.

Kurzum: Wenn Löw einem Götze die Tür offen hält, sie für Müller aber weiterhin rigoros schließt, dann ist das aus rein sportlichen Gesichtspunkten (die bei einer Auswahl wie dem DFB-Team eigentlich maßgeblich sein sollten) ganz einfach nicht vertretbar. Erst recht in Zeiten, in denen Löw und seine Auswahl vieles schuldig bleiben. Bei aller Klasse, die der Ex-Dortmunder noch in sich hat.

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