Der 1. FC Köln im Dilemma: Es fehlt die Qualität in der Offensive und das Geld für Neuverpflichtungen

Florian Bajus
Aus den vergangenen Leistungen geht nicht einher, wie der 1. FC Köln Torchancen erspielen und Tore erzielen will
Aus den vergangenen Leistungen geht nicht einher, wie der 1. FC Köln Torchancen erspielen und Tore erzielen will / Lars Baron/Getty Images
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Das neue Jahr begann für den 1. FC Köln mit einem ernüchternden Resultat. Bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Augsburg war die mangelnde Qualität in der Offensive wieder einmal offensichtlich, laut BILD fehlen den Verantwortlichen jedoch die nötigen Mittel, um auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Es war ein zähes Bundesligaspiel, das am Samstagnachmittag im Rheinenergiestadion ausgetragen wurde. Weder der 1. FC Köln noch der FC Augsburg kamen mit Schwung ins neue Jahr, beide Mannschaften präsentierten zwar einen umkämpften, dafür aber einen offensiv äußerst harmlosen Fußball.

"Beide Mannschaften haben sich schwergetan, viele Torchancen heraus zu spielen", wurde Markus Gisdol nach dem Schlusspfiff auf der Vereinswebsite zitiert. Es war in der Tat viel Stückwerk zu sehen, von einstudierten Spielzügen oder geregelten Abläufen fehlte auf beiden Seiten jegliche Spur. Am Ende lag die Torschussstatistik bei 12:11 für den FC, wobei die Fuggerstädter bei den Schüssen aufs Tor mit 4:2 die Überhand behielten. Für die Entscheidung sorgte letztlich Augsburgs Linksverteidiger Iago, der FC-Keeper Timo Horn in der 77. Minute aus wenigen Metern keine Chance ließ.

1. FC Köln: Großbaustelle Offensive

Berechnete Wahrscheinlichkeiten sind nicht erst ein diskutables Thema, seit Bundesliga-Zuschauer in dieser Saison die expected-Goals-Werte (xG-Werte) für jedes Tor angezeigt bekommen. Jeder Datendienstleister berechnet Torwahrscheinlichkeiten unterschiedlich, daher können auch die Ergebnisse von unterschiedlicher Natur sein. Auf understat.com lassen sich allerdings zuverlässige xG-Werte für jeden Bundesligisten finden - und beim 1. FC Köln zeichnet sich ein düsteres Bild ab.

Mit dreizehn erzielten Toren stellen die Domstädter die viertschwächste Offensive der gesamten Liga, auch deswegen stehen erst elf Punkte aus vierzehn Spielen zu Buche. Denn weder die Qualität der Chancen noch die Chancenverwertung spricht dafür, dass die Mannschaft in die Nähe eines einstelligen Tabellenplatzes gerät. Gegen Augsburg verzeichnete understat einen xG-Wert von 0,45, die Gisdol-Elf war also weit von einem Torerfolg entfernt. Noch geringer war dieser Wert lediglich in den Spielen gegen Borussia Mönchengladbach (1:3; 0,24), Werder Bremen (1:1; 0,4), Bayer Leverkusen (0:4; 0,25) und RB Leipzig (0:0; 0,21).

Bei der von Markus Gisdol anvisierten flachen Spielweise fehlt Sebastian Andersson die Einbindung, dennoch ist der Schwede der Top-Torschütze des FC
Bei der von Markus Gisdol anvisierten flachen Spielweise fehlt Sebastian Andersson die Einbindung, dennoch ist der Schwede der Top-Torschütze des FC / Lars Baron/Getty Images

Überhaupt gelang es den Kölnern erst siebenmal, einen xG-Wert von mindestens 1,0 zu erreichen. Bezogen auf die Spieler lässt sich eine ebenso klare Tendenz herauslesen: Sebastian Andersson ist mit einem Wert von 3,06 xG der torgefährlichste Spieler, dahinter landet Ellyes Skhiri mit 2,16 xG auf Platz zwei. Die einzigen Spieler, die darüber hinaus einen xG-Wert von mindestens 1,0 vorweisen, sind Ismail Jakobs (1,8), Ondrej Duda (1,46) und Dominick Drexler (1,45).

Kein Geld für Neuzugänge

Dem Kader mangelt es auf den Außenbahnen und in der Sturmspitze an Qualität, um sich mehr (und bessere) Torchancen zu erspielen und diese auch zu nutzen. Dessen ist sich Gisdol bewusst: "Was das Herausspielen von Torchancen betrifft, haben wir noch Luft nach oben", so der 51-Jährige, der seine Mannschaft dennoch in Schutz nimmt: "Das begleitet uns schon länger, aber das stellt sich auch nicht von heute auf morgen um. Wir arbeiten daran."

Markus Gisdol weiß um die Mängel seiner Mannschaft. Der Cheftrainer bittet um Geduld.
Markus Gisdol weiß um die Mängel seiner Mannschaft. Der Cheftrainer bittet um Geduld. / Lars Baron/Getty Images

Gisdol muss interne Lösungen finden, solange Andersson weiterhin ausfällt. Gegen den FCA durften sich Jan Thielmann und Duda behaupten, Erfolg hatte das Duo nicht. Letzterer könnte jedoch in einer Formation mit einer Spitze weiterhin als Angreifer agieren, der sich als falsche Neun verhält.

Geld für Neuzugänge soll jedenfalls nicht zur Verfügung stehen, wie BILD berichtet. Dem Boulevardblatt zufolge gebe das Budget lediglich 500.000 Euro für einen Leih-Transfer her, wobei zunächst ein Spieler abgegeben werden müsse, um das Gehalt zu finanzieren. Eine Verpflichtung von Joshua Zirkzee sei aufgrund dessen kein Thema mehr, stattdessen sei im Dezember über den vertragslosen Vedad Ibisevic diskutiert worden. Ob Geschäftsführer Horst Heldt bis zum Transferschluss einen neuen Angreifer präsentieren kann, ist unklar.

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