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Das Problem des BVB: Keine Klasse in der Breite!

Nikolas Pfannenmüller
Gegen Sporting Lissabon hatte Marin Pongracic (rechts) oft das Nachsehen.
Gegen Sporting Lissabon hatte Marin Pongracic (rechts) oft das Nachsehen. / Soccrates Images/GettyImages
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Wie viele andere Profiklubs musste Borussia Dortmund in der Hinrunde Ausfälle wichtiger Spieler in Kauf nehmen. Die Reservisten, die dann ran mussten, konnten leistungsmäßig nicht überzeugen. Für die Zukunft gilt es für die Verantwortlichen des BVB, Lehren aus den Erkenntnissen zu ziehen und die Kaderzusammenstellung zu überdenken.


Der pandemiebedingt eng getaktete Spielplan der Vorsaison und die aufgrund der Europameisterschaft kurze Vorbereitung im Sommer waren kaum förderlich für die Fitness und Gesundheit der Profispieler in Europa.

Ein breiter Kader ist wichtiger denn je

Verletzungsbedingte Ausfälle sind nicht seltener geworden. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass ein breiter Kader und gute Optionen auf der Ersatzbank wichtiger denn je sind.

Borussia Dortmund hat im vorerst letzten Bundesligaspiel gegen Hertha BSC auf die beiden Innenverteidiger Mats Hummels und Manuel Akanji verzichten müssen, Jude Bellingham fehlte wegen einer Gelbsperre. Somit fehlten drei wichtige Säulen auf den zentralen Positionen.

Der formschwache Axel Witsel, der in der Hinrunde oft noch in der Stammelf zu finden war, konnte der Mannschaft bei der 2:3-Niederlage kaum Stabilität geben. Genauso wenig wie Marin Pongracic, Dortmunds Innenverteidiger Nummer vier.

Verletzungen müssen einkalkuliert werden

Angesichts der künftigen Aufgaben in der Europa League, im DFB-Pokal und in der Bundesliga dürfte die Belastung für die Dortmunder Spieler weiterhin hoch sein. Daher müssen auch Verletzungsprobleme einkalkuliert werden.

Gerade in der nächsten Saison benötigt es eine tiefe Bank und mindestens 17 oder 18 Spieler auf Topniveau, um die hohen Ziele zu erreichen. So wie es ausschaut, werden sich die Westfalen für die Champions League qualifizieren. Ein erneutes frühzeitiges Scheitern in der Königsklasse soll unter allen Umständen vermieden werden.

In der Breite mangelt es dem Kader an Qualität

Zwar hat der BVB einen in der Spitze starken Kader um Erling Haaland, Marco Reus, Jude Bellingham, Raphael Guerreiro, Mats Hummels, Manuel Akanji oder Gregor Kobel, doch es steht auf einem anderen Blatt, ob in dieser Spielzeit verlässliche Ersatzspieler zur Verfügung stehen.

Beim entscheidenden Champions-League-Gruppenspiel bei Sporting Lissabon (1:3) musste Trainer Marco Rose ohne Haaland und Guerreiro auskommen. Auch Thorgan Hazard und Giovanni Reyna fehlten dem BVB.

Da Pongracic, Witsel und Nico Schulz eine unglückliche Figur machten und auch bei den Gegentoren schlecht aussahen, schied die Borussia diesmal schon in der Gruppenphase aus.

Mit Gregor Kobel, Marwin Hitz und Roman Bürki hat Dortmund drei ganz vorzügliche Torhüter, doch auf vielen anderen Positionen hat Rose nicht die hochkarätigen Optionen in der Hinterhand. Auch Rechtsverteidiger Felix Passlack, der auf neun Einsätze in der Hinrunde kam, scheint den Anforderungen in der Champions League nicht gewachsen zu sein.

Ersatzspieler in der Offensive müssen auf den Prüfstand gestellt werden

In der Abwehr sind die Sorgen bekannt, aber auch der offensive Mittelfeldspieler Reinier und Rechtsaußen Marius Wolf haben als Backups nicht die Qualität für einen ambitionierten Champions-League-Klub.

Da der Terminkalender vor der Winter-WM in Katar 2022 nicht gerade übersichtlicher wird, muss die Vereinsführung des BVB die Gegebenheiten (Verletzungen, Spielplan) einkalkulieren und den Kader nicht nur in der Spitze verstärken, sondern auch in der Breite.


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