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Kommentar zur BVB-Zukunft: Defensive Trümpfe wichtiger als Haaland-Ersatz

Simon Zimmermann
Rose und Haaland gehen ab Sommer getrennte Wege
Rose und Haaland gehen ab Sommer getrennte Wege / Christof Koepsel/GettyImages
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Der BVB steht vor einem entscheidenden Sommer! Der schwarz-gelbe Kader muss auf links gedreht werden. Ein personeller Umbruch steht bevor. Priorität sollte dabei das Abwehrzentrum genießen. Ein Kommentar.


Blickt man auf die Ergebnisse und vor allem auf die Spielweise in der laufenden Saison, muss man einen Umbruch als BVB-Fan nur begrüßen. Denn vom erhofften Rose-Fußball mit viel Energie und Malocher-Mentalität gepaart mit spielerischer Raffinesse ist kurz vor Saisonende nichts zu sehen.

Stattdessen ist die Borussia defensiv anfällig und im Spiel nach vorne häufig ohne klaren Plan unterwegs. Wenn dann, wie gegen Leipzig, auch noch die Effektivität vor dem gegnerischen Tor abhanden kommt, sieht es düster aus in Dortmund.

Rose soll den Umbruch leiten

Es ist Zeit auf den Reset-Knopf zu drücken und einen echten Neustart einzuleiten. Durchgeführt werden soll der von Trainer Rose, der weiterhin das Vertrauen bekommt. Der BVB-Coach ist allerdings den Beweis noch schuldig, dass er der Dortmunder Mannschaft seine Idee von Fußball erfolgreich vermitteln kann. Und diese dann auch umgesetzt wird.

Die Voraussetzungen, dass das besser gelingen soll, will man Rose ab Sommer schaffen. Und die Voraussetzungen, dass das besser gelingt, könnten gar nicht so schlecht sein. Erling Haaland wird die Borussia verlassen - so viel sollte jedem klar sein. Hinter dem Norweger kann sich dann aber auch keiner mehr verstecken.

Das Fundament muss passen: Der BVB braucht ein starkes IV-Duo!

Viel wichtiger als einen Nachfolger für die Neun zu finden, ist aber ein radikaler Umbruch in der Defensive. Und den scheint man bei den BVB-Verantwortlichen auch eingehen zu wollen - zumindest zu einem großen Teil.

Niklas Süle kommt vom FC Bayern. Manuel Akanji soll gehen. Auch Dan-Axel Zagadou blickt sich nach einer neuen Herausforderung um. Es ist DIE Chance für Schwarz-Gelb die Achillesferse Innenverteidigung umzukrempeln. Mit Süle ist ein erster, sehr guter Schritt gemacht. Nun muss zwingend ein zweiter folgen.

Namentlich ist das Nico Schlotterbeck, bei dem die Bosse offenbar tatsächlich ernst machen. Ja, der Freiburger hat noch nicht nachgewiesen, dass er bei einem Topklub konstant abliefern kann. Seine Saison in Freiburg und seine ersten Auftritte im DFB-Team sollten aber jedem gezeigt haben, welch enormes Potenzial im 22-Jährigen schlummert.

Dazu ist er Linksfuß, stark im Spielaufbau, verfügt über ein gutes Tempo und ist extrem selbstbewusst. Attribute, die der BVB dringend braucht. Zusammen mit Niklas Süle könnte er nicht nur in Dortmund DAS IV-Paar der Zukunft geben, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft.

Für Schlotterbeck muss der BVB einfach bereit sein, eine Ablöse zwischen 20 und 30 Millionen Euro zu bezahlen. Finanziert werden könnte das von einem Akanji-Verkauf allemal.

Hummels nur noch als Backup - oder im Zentrum einer Dreierkette

In der Breite müssen die Kaderplaner um Neu-Sportchef Sebastian Kehl schauen, was noch zu machen ist. In Soumaila Coulibaly verfügt man noch über ein großes Talent, dazu steht Routinier Mats Hummels bis 2023 unter Vertrag. Der 33-Jährige dürfte auch für kommende Saison eingeplant sein.

Da ein Abgang wohl nicht infrage kommt, muss man mit der Personalie Hummels clever umgehen. Als Innenverteidiger Nummer eins oder zwei sollte man mit ihm nicht mehr planen. Dass er weit über seinem Zenit hinaus ist, hat er in der laufenden Saison "eindrucksvoll" gezeigt.

Hummels wäre demnach erster Backup oder ein guter Kandidat für die Mittelposition in einer Dreierkette. Flankiert von Süle und Schlotterbeck könnte er seine Defizite besser kaschieren und seine weiter vorhandenen Qualitäten im Aufbau sehr gut einsetzen.

Nach dem Fundament: Ein echter Abräumer und Adeyemi

Ist das Fundament in der Abwehr mit Süle UND Schlotterbeck gelegt, kann man weiterschauen. Klar ist: So ein Umbruch dauert mehr als eine Transferperiode. Neben den beiden Innenverteidigern würde der Mannschaft ein kampfstarker "Wasserträger" auf der Sechs sehr gut tun.

Erst dann sollte sich der Blick nach ganz vorne richten. Gelingt der anvisierte Adeyemi-Deal, könnte man sich damit schon zufrieden geben. Eine Doppelspitze Adeyemi-Malen mit einer spiel- und zweikampfstarken Mittelfeldraute dahinter klingt zumindest nach einem Plan - oder?


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