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Bayer 04 zwischen Verletzungsproblemen und Champions-League-Fieber: Nun sind die Talente und Neuzugänge gefragt

Dominik Hager
Verletzungsprobleme bei Bayer 04: Nun sind andere Spieler gefordert
Verletzungsprobleme bei Bayer 04: Nun sind andere Spieler gefordert / Joosep Martinson/GettyImages
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Für Bayer 04 Leverkusen gibt es in dieser Saison ein klares Ziel. Die Werkself möchte die Rückkehr in die Champions League schaffen. Über weite Strecken der Saison sah es auch so aus, als würde der Klub den eigenen Ansprüchen gerecht werden können. Eine nicht zu enden scheinende Verletzungs-Misere droht den Leverkusenern jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Jedes noch so großes Problem kann aber auch seine positiven Seiten haben.


Mit 48 Punkten auf dem Konto rangiert Bayer 04 Leverkusen derzeit auf dem dritten Tabellenplatz. Leipzig (45), Freiburg (45) und Hoffenheim (44) liegen jedoch allesamt auf Schlagdistanz und möchten Bayer 04 das CL-Ticket streitig machen.

Der größte Trumpf der Verfolger ist die dramatische personelle Lage bei Bayer 04 Leverkusen. Bereits in den letzten Wochen musste der Klub mehrere Wochen auf Top-Torjäger Patrik Schick verzichten. Der Ausfall des Tschechen war aber nur der Anfang des Übels.

Bitter: Leverkusen muss bis Saisonende auf Wirtz, Frimpong und Adli verzichten

Binnen kürzester Zeit zog sich Florian Wirtz einen Kreuzbandriss zu, während es Jeremie Frimpong mit einem Syndesmosebandriss im Sprungelenk nicht viel besser erging. Zu allem Überfluss verletzte sich dann auch noch Timothy Fosu-Mensah, der Frimpong eigentlich ersetzen sollte. Als dann auch noch die Meldung auftauchte, dass bei Youngster Amine Adli ein Achillessehnenriss vorliegen könnte, dürfte allen in Leverkusen ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen sein. Glücklicherweise bestätigte sich der Verdacht nicht, die Saison ist jedoch aufgrund eines Sehnenrisses im Oberschenkel trotzdem gelaufen.

Während man die Qualifikation zur Champions League angesichts der unglaublichen Qualität im Kader eigentlich als Pflichtaufgabe betrachtet hätte, muss man nun ein paar Abstriche machen.

Klar ist aber auch, dass sich das Saisonziel nicht ändern darf. Auch ohne die verletzten Stars strotzt der Kader noch vor Talent und Klasse. Spieler wie Diaby, Tapsoba, Aránguiz oder Tah dienen immer noch dazu, die Konkurrenz neidisch werden zu lassen. Außerdem verfügt der Klub noch immer über erfahrene Profis wie Lukáš Hrádecký, Karim Bellarabi oder Robert Andrich. Die gestandenen Kicker werden das Grundgerüst bilden, jedoch sind auch die übrigen Spieler in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und einen Entwicklungsschritt nach vorne zu vollziehen.

In der Pflicht: Paulinho, Kossounou und Azmoun müssen liefern

Zu nennen wären beispielsweise die beiden Abwehr-Youngsters Odilon Kossounou (21 Jahre) und Piero Hincapié (20), die erst im Sommer den Weg nach Leverkusen gefunden haben. Die beiden gelernten Innenverteidiger werden die Lücke auf der rechten Abwehrseite stopfen müssen, da Frimpong und Fosu-Mensah ja verletzt sind.

Besonders in den Fokus rückt nun auch der Brasilianer Paulinho. Der offensive Mittelfeldspieler hat in seiner Comeback-Saison nach Kreuzbandriss immer wieder gute Ansätze gezeigt, konnte sich aber nicht als Stammspieler etablieren. Der brasilianische Olympia-Teilnehmer ist gefordert, sein Potential auf seiner Garde-Position endlich dauerhaft zu zeigen und die Bayer-04-Offensive ohne Florian Wirtz am Laufen zu halten.

Zu guter Letzt wäre der Angriff zu nennen. Als Alternativen für Patrik Schick stehen Lucas Alario und Zenit-Neuzugang Sardar Azmoun bereit. Zweiterer konnte bislang noch nicht überzeugen, wird aber nun umso dringender benötigt. Eigentlich sollte das erste halbe Jahr dem Iraner zur Eingewöhnung dienen, nun wird man seine fußballerischen Qualitäten und seine Torgefahr schon früher benötigen.

All diese Beispiele zeigen, dass mehrere Bayer-04-Spieler deutlich mehr in der Pflicht stehen, als es sich der Verein vermutlich selbst vorgestellt hätte. Ob die betroffenen Kicker dem Druck standhalten können, werden die nächsten Wochen zeigen. Die Qualifikation für die Champions League, die mit voller Kapelle nur Formsache gewesen wäre, steht nun auf dem Spiel.

Wachsen die Bayer-Spieler an der Challenge Champions-League-Qualifikation?

Für die jungen Spieler ist das jedoch nun auch eine Herausforderung, die es zu meistern gilt und an der man auch wachsen kann. Über mangelnde Spielzeit wird sich in den nächsten Wochen wohl niemand mehr beschweren. Einige Kicker wie Paulinho müssen die derzeitigen Gegebenheiten als Chance für sich selbst sehen. Auf diese Weise können sie auch der Mannschaft weiterhelfen.

Rückt das Team nun näher zusammen und bringt neue Führungsspieler hervor, könnte man sogar Profit aus dem Verletzungspech schlagen. Nicht wenige Werkselfler werden in den kommenden Wochen einiges an Wettkampfhärte dazugewinnen. Stimmen dann auch noch die Leistungen, wachsen ganz automatisch auch die eigenen Ansprüche.

Wer gibt schließlich gerne einen Platz in der Startelf auf? Im Bezug auf die kommende Saison kann sich Trainer Gerardo Seoane auf einen packenden Konkurrenzkampf einstellen. Dies hat bislang jedenfalls den wenigsten Teams geschadet. Die Qualität im Kader und in den Trainingseinheiten sollte vielmehr ansteigen.

Das alles unter der Voraussetzung, dass die Königsklasse erreicht wird. Ansonsten droht Leverkusen ein grauer Sommer.


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