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Akanji und Zagadou vor Verlängerung: Macht der BVB alles richtig?

Dominik Hager
Manuel Akanji strahlt nicht immer Sicherheit aus. Der BVB will mit dem 25-jährigen dennoch verlängern
Manuel Akanji strahlt nicht immer Sicherheit aus. Der BVB will mit dem 25-jährigen dennoch verlängern / Soccrates Images/Getty Images
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Bei Borussia Dortmund zeichnen sich in der neue Spielzeit wenige Änderungen auf der Innenverteidigerposition an. Obwohl neben Mats Hummels auch Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou nur noch bis 2022 beim Verein unter Vertrag stehen, sollen alle drei gehalten werden. Im Falle von Mats Hummels muss der BVB noch nicht aktiv werden, zumal dieser laut Medienberichten eine Klausel bis 2023 im Vertrag hat. Bei den anderen beiden Abwehrspieler dürften dagegen Gespräche anstehen.

Gerade im Zeitalter von Corona sind die Klubs darauf angewiesen, Verträge möglichst vorzeitig zu verlängern, um keine ablösefreien Verluste befürchten zu müssen. Wie die Ruhr Nachrichten vermelden, soll dies nun auch bei Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou geschehen. So sind die Borussen vom Potenzial des Duos überzeugt und möchten beide im Verein halten. Noch sollen jedoch noch keine Gespräche zwischen Klub und den Spielern stattgefunden haben.

Natürlich stellt sich aber auch die Frage, ob eine Verlängerung überhaupt einen Sinn ergibt. So wackelte die Defensive der Borussen trotz eines solide spielenden Mats Hummels oft bedenklich. Die schwarz-gelbe Wand ist brüchig geworden, was auch die Zahlen belegen. Mit 37 Gegentoren liegt man nämlich nur auf Rang sieben im Defensiv-Rating der Bundesliga. Macht es also wirklich Sinn, mit beiden Spielern zu verlängern?

Zagadou mit tragischer Verletzungshistorie: Eine Verlängerung ist dennoch sinnvoll

Im Falle von Dan-Axel Zagadou ist die Lage besonders prekär. So zeigte der 21-Jährige phasenweise durchaus, dass er zu den ganz großen Talenten auf seiner Position gehört. Ein riesiges Manko ist jedoch seine scheinbar endlose Verletzungsmisere. So absolvierte der Franzose lediglich neun Partien und davon nur eine über 90 Minuten. Gebremst wurde er erst durch einen Außenbandriss im Knie und dann durch einen Muskelfaserriss. Nun musste er sich aufgrund einer Knieverletzung erneut unters Messer legen und wird die restliche Saison ausfallen.

Dies bedeutet für den BVB jedoch natürlich auch, dass man derzeit kaum eine vernünftige Ablöse mit Zagadou generieren kann. So ist dieser einfach ein zu großes Risiko für die meisten Teams. Den Youngster einfach aufzugeben und für wenig Geld oder im nächsten Jahr ablösefrei gehen zu lassen, wäre jedoch der falsche Weg. Von daher bleibt also eigentlich nur eine Vertragsverlängerung. Der Kosten-Chancen-Faktor spricht schlichtweg klar dafür. So gilt es zu hoffen, dass das Abwehrtalent endlich mal fit bleibt und seine zweifellos vorhandenen Pferdestärken auf den Rasen bringt.

Dan Axel Zagadou
Lars Baron/Getty Images

Mittelmäßig im Zweikampf und zu viele Fehler: Ein Top-Verteidiger könnte Akanji ersetzen

Im Gegensatz zu Zagadou ist Manuel Akanji bereits seit einigen Jahren fester Bestandteil der Dortmunder Abwehr. Zwar wurde dieser zuletzt auch von einem Muskelfaserriss ausgebremst, ist jedoch körperlich stabiler. Dies beweist auch die Tatsache, dass der Schweizer bereits 110 Spiele im BVB-Dress absolviert hat. Allerdings wartet man beim 25-Jährigen nun auch schon seit Jahren auf den entscheidenden letzten Entwicklungsschritt. Mit seiner Schnelligkeit, Athletik und seinem sauberen Passspiel bringt der Verteidiger eigentlich alles mit. Jedoch sind seine statistischen Werte mit 59 Prozent Zweikampfquote und 58 Prozent Kopfballquote eher Bundesliga-Mittelmaß.

Fast noch schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass Akanji immer wieder zu Patzer neigt. Daher ist sein Stammplatz in der Viererkette auch absolut in Gefahr, zumal hier auch noch Emre Can zur Wahl steht. Für den BVB eine komplizierte Lage. Wenn man 2021/22 tatsächlich um die großen Titel mitspielen will, muss man am ehesten etwas in der Abwehr versuchen. So sind weder Can noch Akanji schlechte Spieler, gehören aber auch nicht der obersten Kategorie an. Sollte also ein guter Spieler auf dem Markt kommen und man für Akanji ein ordentliches Angebot erhalten, wäre ein Wechsel durchaus denkbar. Dies ist jedoch auch ein Spiel mit dem Risiko. Von daher könnte man mit Akanji auch erst verlängern und dann schauen, ob sich vielleicht noch etwas ergibt. Hier müsste dann aber auch der Spieler mitziehen.

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