Die sportliche Zukunft von Julian Brandt ist aktuell nur in zwei Punkten klar. Zum einen wird der Mittelfeldstar nach der laufenden Saison kein Profi von Borussia Dortmund mehr sein, denn die BVB-Bosse verkündeten vor etwas mehr als einer Woche den Abgang des 29-Jährigen zum Saisonende. Nach sieben Jahren in Gelb-Schwarz heißt es also Abschied nehmen.
Ebenfalls klar ist seit diesem Wochenende, dass Brandt nicht zu seinem Ex-Klub Bayer 04 Leverkusen zurückkehren wird, denn Sportgeschäftsführer Simon Rolfes schloss diese Möglichkeit mit deutlichen Worten nun bereits aus, noch ehe ein echtes Gerücht daraus wurde. Brandt im Sommer zur Werkself – das wird nicht passieren.
Somit stellt sich weiterhin die Frage, wie und wo es für Julian Brandt weitergeht und ob er die Bundesliga nach der Spielzeit 2025/26 erstmals komplett verlässt. An namhaften Interessenten aus dem Ausland soll es jedenfalls nicht mangeln. Falls er sich aber einen Verbleiben in Deutschland wünscht, gäbe es zwei Vereine, die sich mit einer ablösefreien Verpflichtung des Dortmunders beschäftigen sollten. Allerdings ist keiner davon Werder Bremen, das zuletzt häufiger genannt wurde.
Zwei Bundesligaklubs sollten an Brandt denken
Eintracht Frankfurt
Zum einen wäre da Eintracht Frankfurt. Die SGE könnte Julian Brandt eine verheißungsvolle Karrierefortsetzung in der Bundesliga bei einem ambitionierten Klub aus dem oberen Tabellendrittel anbieten. Dass die Hessen über einen überaus talentierten Kader verfügen, ist bekannt. Jedoch könnten noch der eine oder andere Leistungsträger und erfahrene Starspieler die Zügel auf dem Rasen in die Hand nehmen. Brandt käme umgehend als Leader.

Bei der Eintracht könnte Julian Brandt vermutlich beweisen, dass die in Dortmund nie abklingende Kritik und Unzufriedenheit an seiner Person unberechtigt war. Bei den Adlern vom Main hätte Brandt die überaus attraktive Möglichkeit, unmittelbar vor der Nase seiner ärgsten Kritiker deutliche Ausrufezeichen zu setzen und mit der SGE vielleicht sogar am BVB vorbeizuziehen. In Frankfurt winkt zudem auch immer das internationale Geschäft und mit Glanzleistungen am Main wird auch die DFB-Auswahl schnell wieder ein heißes Thema.
Abgesehen von den persönlichen Aspekten aus Brandts Sicht kann aber auch die Eintracht enorm von einem solchen Deal profitieren. Zum einen würde man die schon erwähnte Erfahrung dazubekommen, zum anderen verfügt ein Julian Brandt aber auch über sportliche Klasse in seinen Füßen. Nicht zu vergessen ist das aufgebesserte Standing der Eintracht, wenn ein solcher Spieler in den Verein kommt, um sich neu zu beweisen. Darüber hinaus würden sicherlich auch hochtalentierte Spieler wie Can Uzun davon profitieren, von einem wie Julian Brandt zu lernen. Brandts Standing in Frankfurt wäre von Beginn an wohl auch deutlich unbestrittener als zuletzt beim BVB - zumindest solange er auch abliefern würde.
Positiver Nebeneffekt für die Eintracht: Ein Nachfolger von Mario Götze wäre gefunden. Der Vertrag des 33-Jährigen läuft im Sommer aus. Beide Seiten sollen sich zwar ein weiteres gemeinsames Jahr vorstellen können. Ob man sich am Ende einigt, ist aber noch offen.
Borussia Mönchengladbach
Ein weiteres mögliches Wechselziel – zumindest mit etwas Weitsicht und über den Tellerrand hinaus gedacht – wäre Borussia Mönchengladbach. Dort ist der Abgang von Mittelfeldstar Rocco Reitz mittlerweile wohl beschlossene Sache und ein Abgang des Eigengewächses zu RB Leipzig bahnt sich an. Das heißt aber auch, dass Gladbach dringend darauf angewiesen ist, den frei werdenden Kaderplatz des Leistungsträgers adäquat zu ersetzen. Ein Name wie Julian Brandt wäre da fast schon Musik in den Ohren.

Zugegeben, dass sich Brandt bei den namhaften Angeboten aus der europäischen Fußballspitze für einen Wechsel zur ständig kriselnden Borussia aus Gladbach entscheidet, ist eher unrealistisch. Doch wenn man das Offensichtliche einmal beiseitelässt und sich die Chance eines solchen Deals mit etwas Mut vor Augen führt, wäre es zumindest eine Überlegung wert. Lasst mich erklären.
Borussia Mönchengladbach zählt im Grundsatz zu den größten Namen die der deutsche Fußball zu bieten, doch die Fohlen kommen dem Gewicht ihres eigenen Namens in den letzten Jahren kaum noch hinterher. Sportlich gesehen ist Gladbach weit von den alten Glanztagen entfernt, doch wie so oft im Leben bietet jede Krise auch eine große Chance. In diesem Fall wohl für beide Seiten – Klub und Brandt.
Zum einen hat Gladbach mit den Reitz-Millionen wohl die Chance, in Sachen Gehalt bei Julian Brandt ein Risiko einzugehen und sich einen neuen Führungsspieler von unbestrittener Qualität etwas kosten zu lassen, um wieder näher an die Tabellenregionen zu stoßen, die man sich eigentlich vorstellt. Von Nichts kommt Nichts heißt es ja so schön. Brandt als neues Gesicht und Aushängeschild der Fohlen hätte eine Tragkraft, wie sie kaum ein anderer möglicher Transfer am Niederrhein hätte. In puncto sportlicher Qualität, Außenwirkung und Strahlkraft wäre ein Brandt-Transfer ein massiver Coup für die Fohlen für den sich ein gewaltiges Risiko definitiv lohnen würde.

Doch auch für Julian Brandt bietet sich hier eine ganz spezielle Chance. Anstatt sich in ein gemachtes Nest eines Topklubs zu setzen und im Schatten bereits vorhandener Superstars eine Nebenrolle zu spielen, wäre Brandt bei Gladbach der Hauptakteur und könnte als Held in die Herzen der Fans dribbeln, wenn es ihm gelingt, auf dem Rasen dafür zu sorgen, dass die Borussia endlich wieder in die Spur findet.
Natürlich wirkt dieser Gedanke anfänglich wie ein Schritt zurück, doch manchmal kann so etwas auch einfach nur ein neuer Anlauf sein. Bei Borussia Mönchengladbach könnte sich Julian Brandt beweisen wie wohl kaum woanders, denn genau dort ist die Lage am schwierigsten. Mich persönlich hätte ein solcher Anreiz am ehesten abgeholt, aber wie Brandt darüber denkt, ist natürlich unklar.
Ein Wechsel nach Gladbach ist wohl unwahrscheinlich - dennoch sollte man diesen Gedanken nicht vorschnell verwerfen. Klar ist aber, dass Brandt bei so einer Geschichte gewisse Abstriche machen müsste.

Vom in Dortmund ständig kritisierten und vermeintlich gescheiterten Starspieler zu einer Nebenrolle bei einem namhaften Schwergewicht in Europa – oder lieber der absolute "Main Character" bei einem der traditionsreichsten Bundesligisten werden, dem man wieder zu sportlichem Erfolg verhelfen kann, wodurch man sich möglicherweise dann auch in der Vereinshistorie unsterblich macht? Brandt nach Gladbach klingt in meinen Ohren gar nicht so schlecht.
