Matthäus nennt seine Bayern-Mannschaft der Zukunft - mit drei Bundesliga-Neuzugängen

Lothar Matthäus erklärt, wie er sich das Bayern-Team der Zukunft vorstellt. Nico Schlotterbeck sieht er nicht in München, dafür überraschenderweise drei andere Bundesliga-Spieler.
Lothar Matthäus hat klare Vorstellungen bezüglich der Bayern-Elf der Zukunft
Lothar Matthäus hat klare Vorstellungen bezüglich der Bayern-Elf der Zukunft / IBRAHIM OT/GettyImages
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Der FC Bayern ist zwar aktuell auf allen Positionen stark aufgestellt, jedoch wird es in den kommenden Jahren zwangsläufig zu Veränderungen im Kader kommen. Lothar Matthäus hat in der Sport Bild einen Kader-Check gemacht und beschrieben, wie er sich die zukünftige Bayern-Elf vorstellt.

Tor: Matthäus kann sich Neuer-Verlängerung gut vorstellen

Matthäus kann sich gut vorstellen, dass Manuel Neuer noch für ein weiteres Jahr im Bayern-Tor bleibt. Die Münchner seien gut beraten, mit Neuer zu verlängern, sollte dieser die Lust nach einem weiteren Jahr verspüren. "Wenn Manuel Neuer sich entscheidet, noch ein Jahr dranzuhängen, braucht Bayern keinen weiteren Torhüter", machte der Rekordnationalspieler deutlich. Er selbst habe mit 40 Jahren die Motivation nicht mehr verspürt und wollte neue Wege gehen. Auch bei Neuer sei nun der Kopf entscheidend.

Sollte Neuer nicht weitermachen, hätte Jonas Urbig die besten Möglichkeiten, zur Nummer eins aufzusteigen. "Urbig hat mit seinen Leistungen ja teilweise schon gezeigt, dass er das Potenzial für eine zukünftige Bayern-Nummer-eins hat. Natürlich braucht ein junger Torhüter das Vertrauen und noch mehr Spiele. Denn von einer Stufe mit Oliver Kahn und Manuel Neuer ist Urbig schon noch weit entfernt", merkte Matthäus an.

In Bezug auf Alexander Nübel ist der Experte der Ansicht, dass ein Verkauf jetzt der richtige Schritt wäre. Selbiges gelte auch ganz klar für Daniel Peretz. Bei Sven Ulriech ist Matthäus hingegen der Meinung, dass er als verlässliche Nummer drei einen weiteren Einjahresvertrag bekommen sollte.

Für Matthäus gibt es also zwei Konstellationen. Entweder Neuer, Urbig und Ulreich oder Urbig, Ulreich und Mr. X. "Ich würde im Falle eines Neuer-Rücktritts als Nummer zwei noch einen erfahrenen Torhüter hinzuholen. Mit dem klaren Signal: Hier hat im Tor keiner einen Freifahrtschein."

Abwehr: Matthäus sieht Kim als Wackelkandidaten

Für Matthäus ist klar, dass das Duo Dayot Upamecano und Jonathan Tah gesetzt sein muss. Einen weiteren Transfer hält er demnach nicht für notwendig, da man mit Kim, Ito und Stanisic drei weitere Spieler fürs Abwehrzentrum hat. Allerdings hält er die Option für interessant, Kim durch einen billigeren Spieler zu ersetzen. "Er war mit 40 bis 50 Millionen Euro sehr teuer. Wenn man eine ähnliche Summe für ihn im Sommer bekommt und man einen gleichwertigen Ersatz findet, der billiger ist, kann man das machen", verdeutlichte er.

In Bezug auf einen möglichen Schlotterbeck-Transfer zeigt er sich skeptisch. "Wirtschaftlich wäre es sicher machbar. Aber macht es für ihn Sinn? Ich sage Nein. Er müsste sich dem Konkurrenzkampf stellen, mit dem Risiko, Bankdrückter zu sein", erklärte Matthäus. Für die Kim-Rolle sei Schlotterbeck "zu schade".

Auch Luka Vuskovic würde er nicht unbedingt zu einem Bayern-Wechsel raten, selbst wenn er überzeugt vom Spieler sei. Dieser müsse darauf schauen, Spiele zu machen und nicht auf das große Geld. Der 18-Jährige sollte Matthäus zufolge "noch ein, zwei Jahre irgendwo anders spielen". HSV-Fans sagen, am besten in Hamburg.

Links hinten sieht Matthäus die Bayern mit Alphonso Davies, Tom Bischof und Hikori Ito gerüstet. Zudem könne man Raphel Guerreiro noch einen Einjahresvertrag als Ergänzungsspieler geben.

Auf der Rechtsverteidiger-Position hofft Matthäus auf einen Verkauf von Sacha Boey. Diesen würde er auch unter zehn Millionen Euro abgeben. Aktuell ist der Franzose an Ex-Klub Galatasaray zurückverliehen. Der türkische Meister besitzt eine Kaufoption in Höhe von zehn Millionen Euro.

Ein interessanter Nachfolger wäre der 19 Jahre alte Givairo Read. "Er ist ein schneller, aggressiver Spieler und gut am Ball", lobte Matthäus. Dennoch ist er unsicher, ob die Bayern den Youngster verpflichten sollten. "Brauchst du ihn unbedingt? Ich denke, nein. Ich würde Konrad Laimer weiterhin auf der Position spielen lassen. Er ist aktuell einer der besten Rechtsverteidiger Europas", hielt Matthäus fest. Zudem gibt es auch noch Josip Stanisic, der als Backup fungieren kann.

Mittelfeld: Matthäus spricht sich erneut für Schlager aus

Matthäus kann es nachvollziehen, dass die Bayern und Leon Goretzka im Sommer getrennte Wege gehen. Allerdings müsse man im Mittelfeld nun nachlegen. Als möglichen Goretzka-Nachfolger nennt er Xaver Schlager. "Er ist ablösefrei und ein ähnlicher Typ wie Laimer. Schlager ist ein Mentalitätsspieler und sehr gut gegen den Ball. Er bringt etwas mit, das Kimmich, Pavlovic und Bischof nicht haben", machte er deutlich. Interessant ist jedoch, dass Matthäus auf die eklatante Verletzungsanfälligkeit von Schlager nicht eingeht.

Das offensive Mittelfeld hält Matthäus für gut besetzt. "Mit Michael Olise, Jamal Musiala, Lennart Karl und Serge Gnabry hast du für die Positionen in der Offensive eigentlich genug Spieler", argumentierte er. Lediglich das Kommen eines Backups für Luis Diaz wäre noch möglich. Dafür sei jedoch ein Yan Diomande, der erst ab 100 Millionen Euro zu haben wäre, zu teuer. Zudem rät er Said El Mala ab, "jetzt schon zu Bayern zu gehen". Vielmehr brauche dieser noch Spielpraxis und solle lieber auf die Insel zu einem Nicht-Top-Klub wechseln, wenn er den nächsten Schritt machen wolle.

Für interessant hält Matthäus allerdings Hoffenheim-Flitzer Bazoumana Touré. "Ich habe gehört, dass Bayern Interesse an Hoffenheims Touré haben soll. So eine Verpflichtung würde für mich Sinn machen. Er zeigt, dass er Potenzial hat. Er könnte sich hinter Diaz entwickeln und für die Zukunft aufgebaut werden", machte er deutlich. Bei Brajan Gruda müsse man hingegen die nächsten Monate beobachten. Auch er könne sich aber "ins Schaufenster spielen".

Angriff: Matthäus sieht Asllani als spannende Kane-Ergänzung

Im Angriff würde Matthäus noch viele Jahre auf Harry Kane setzen. "Bayern muss versuchen, mit Kane noch vor der Weltmeisterschaft um ein Jahr bis 2028 zu verlängern. Er ist in einer Weltklasse-Form und kann noch mehrere Jahre auf diesem Niveau spielen", verdeutlichte er. Nicolas Jackson passe dem Experten zufolge nicht richtig ins Bayern-System.

Als Backup würde er einen spielerisch stärkeren Spieler bevorzugen. Konkret meint er damit einen Typen wie Fisnik Asllani. "Asllani ist genau der Spieletyp, der neben Kane passen könnte. Er ist ein junger, aufstrebender Spieler, der noch Luft nach oben hat", erklärte er in Bezug auf den Hoffenheimer. Sollte Kane irgendwann aufhören hätte man "vielleicht schon den Nachfolger in den eigenen Reihen".

Allerdings berichtete der kicker jüngst, dass die FCB-Scoutingabteilung von einem Asllani-Transfer abrät. Konkretes Interesse am Hoffenheimer soll es für den Sommer demnach nicht geben. Der Stürmer habe zwar starke Qualitäten, sei aber insgesamt zu langsam und passe nicht ins gesuchte Profil.


Matthäus' Bayern-Kader für die nächste Saison 26/27

Tor

  • Neuer (?)
  • Urbig
  • Ulreich (?)

Abwehr

  • Upamecano
  • Tah
  • Kim (?)
  • Ito
  • Davies
  • Laimer
  • Stanisic
  • Guerreiro (?)

Mittelfeld

  • Kimmich
  • Pavlovic
  • Bischof
  • Schlager (von RB Leipzig)
  • Karl
  • Musiala
  • Olise
  • Diaz
  • Touré (von TSG Hoffenheim)

Angriff

  • Kane
  • Gnabry
  • Asllani (von TSG Hoffenheim)

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