Borussia Dortmund konnte mit Joane Gadou bereits eines der begehrtesten Nachwuchsjuwele Europas an Land ziehen und den 19-jährigen Innenverteidiger mit einem Vertrag bis 2031 binden. Für den Franzosen, der seine Jugendausbildung bei Paris Saint-Germain erhielt, legte der BVB knapp 20 Millionen Euro auf den Tisch und eiste ihn von RB Salzburg los. Doch damit nicht genug.
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Karetsas beeindruckt und Dortmund baggert
Neben einem neuen Hoffnungsträger für die Defensive soll in diesem Sommer auch ein neuer Hoffnungsträger für die Offensive in Dortmund aufschlagen. Der BVB befindet sich dabei derzeit im intensiven Werben um den 18-jährigen Griechen Konstantinos Karetsas vom belgischen Klub KRC Genk.
Ein erstes finanzielles Gesamtpaket von 30 Millionen Euro soll aus Dortmund bei Genk eingegangen sein. Der viermalige belgische Meister lehnte ab (90min berichtete) und fordert demnach wohl 28 Millionen Euro als Sockelablöse sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung.
Ein stolzes Paket für einen bislang noch recht frischen Senkrechtstarter – gerade deshalb stellt sich die Frage, ob der hochveranlagte Dribbelkünstler die Mühe eigentlich wert ist.
Zwischen Borussia Dortmund und Transferflirt Karetsas soll angeblich bereits eine grundsätzliche Einigung über einen Wechsel in die Bundesliga bestehen. Einzig die noch ausstehenden finanziellen Rahmenbedingungen des Deals scheinen dem Transfer derzeit noch im Weg zu stehen.

Karetsas wurde in Genk geboren und durchlief die Nachwuchsabteilung des belgischen Klubs. Das Eigengewächs schaffte dort den Durchbruch im Profibereich und spielte sich in der abgelaufenen Saison endgültig ins Rampenlicht – und auf die Wunschzettel zahlreicher europäischer Topklubs.
Der zehnfache griechische A-Nationalspieler (drei Tore, Anm. d. Red.) absolvierte in der Spielzeit 2025/26 insgesamt 28 Spiele in der belgischen Jupiler Pro League, in denen ihm starke elf Vorlagen gelangen.
In der Europa League kam er letzte Saison zudem auf sieben direkte Torbeteiligungen (zwei Tore und fünf Vorlagen). Insgesamt steht Karetsas nun bei 92 Pflichtspielen für den Erstligisten, in denen er 23 Treffer vorbereitete und sechs selbst schoss. Eine stolze Bilanz - doch passt Karetsas auch zum BVB?
Der neue Hoffnungsträger für die kreative Schaltzentrale?
Dank seiner kreativen Fußballerfahrung kann sich Konstantinos Karetsas hervorragend in engen Räumen und Schnittstellen bewegen. Mit seiner herausragenden Technik und seiner dynamischen Dribbelkünste würde sein Spielstil ein belebendes Element mit viel Offensivdrang ins Dortmunder Spiel bringen.
Doch Karetsas hat nicht nur ein Händchen für Dribblings, sondern auch ein Auge für Schnittstellenpässe und gewinnbringende Ideen im Angriffsdrittel. Der linke Fuß des Shootingstars hat butterweiche Zuspiele im Gepäck, kann aber auch satt und treffsicher abschließen.
Mit diesen Attributen war der BVB zuletzt nicht immer zufreidenstellend gesegnet. Gerade deshalb könnte Karetsas möglicherweise der Heilsbringer für das Vakuum zwischen Sturmspitze und Mittelfeld sein, das nun durch den Abschied von Julian Brandt akut auf der Tagesordnung steht.
Karetsas ist flexibel einsetzbar
Doch Karetsas ist nicht nur auf die Rolle des Zehners festgelegt, er kann auch flexibel auf die Flügel ausweichen oder das Spiel aus einer noch etwas tieferen Rolle als Achter gestalten. Auf dieser Position ist Dortmund mit Felix Nmecha aber ja bereits hervorragend besetzt und auch ein Jobe Bellingham soll allmählich mehr in den Vordergrund drängen.
Da das Flügelspiel unter Niko Kovac zuletzt nicht immer großen Stellenwert hatte, ist gut vorstellbar, dass Karetsas bei einem Wechsel die Rolle des Zehners übernehmen und langfristig ausfüllen soll. Dank seiner Flexibilität kann Karetsas problemlos im 3-4-2-1 oder 4-2-3-1 eingesetzt werden. Gut vorstellbar aber eben auch als Spielmacher in einem 3-4-1-2 hinter der Doppelspitze.
BVB als Talenteschmiede: Ist Karetsas das neue Superjuwel?
Große Verantwortung für einen so jungen Kerl, aber wo, wenn nicht in Dortmund, hätte er die große Gelegenheit, den nächsten Sprung zu machen? Vor ihm schafften genau das nämlich auch schon die Nachwuchsjuwelen, die letztlich auf die ganz große Bühne drängten. Man denke nur an Spieler wie Mario Götze, Jadon Sancho, Ousmane Dembele, Jamie Gittens, Erling Haaland oder Jude Bellingham.
Ein Wechsel zum BVB ist deshalb auch für Karetsas überaus attraktiv. Sein Profil passt genau in diese Sparte und verspricht deshalb einen ähnlich großen Erfolg wie bei seinen namhaften Vorgängern. Zudem winkt ihm möglicherweise gleich zu Beginn die ehrwürdige und reizvolle Rückennummer 10.

Wie immer gibt es bei solchen Spielern Fragezeichen, vor allem im Hinblick auf Körperlichkeit und Robustheit. Doch auch die belgische Liga ist kein Kind von Traurigkeit und Karetsas hat zudem bereits auf internationalem Niveau seine Tauglichkeit nachgewiesen.
Das müsste er nur auf Dauer noch bestätigen und mit einem dicken Preisschild um den Hals zurechtkommen. Insgesamt ist der Fußball in der deutschen Bundesliga aber auch viel intensiver als in Belgien, woran sich der Jungspund tatsächlich gewöhnen müsste. Es ist deshalb gut möglich, dass Karetsas Anlaufzeit benötigt, um den Rhythmus der Bundesliga zu finden.
Aufgeräumter Shootingstar
Konstantinos Karetsas gilt charakterlich als bodenständig und selbstreflektiert. Der 18-Jährige arbeitet hart für die nächsten Schritte und zeigt bereits jetzt unter Druck eine beeindruckende Ruhe. Der bescheidene Teamplayer kann nicht nur die feine Klinge, sondern auch echte Maloche. An Selbstvertrauen mangelt es ihm ebenfalls nicht und beim BVB hätte er Charaktere um sich, die seine Energie weiter in die richtigen Bahnen lenken könnten.
Fazit
Der Preis für den erst 18-jährigen Konstantinos Karetsas ist ohne Frage stolz, für dieses Juwel vor allem in heutigen Zeiten aber dennoch ein vertretbares Risiko und marktwertgerecht. Der junge Grieche wäre taktisch problemlos integrierbar, darf aber wohl noch nicht als absolute Soforthilfe betrachtet werden.
Langfristig betrachtet und mit Weitsicht sollte der BVB diesen Deal unbedingt über die Ziellinie bringen, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Dann wäre Dortmund und die Bundesliga um eine spannende Attraktion reicher, und Karetsas dürfte mit seinem Spielstil schnell die Herzen des gelb-schwarzen Anhangs für sich gewinnen.
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