Über 120 Minuten hat die deutsche Nationalmannschaft nur ein einziges Tor gegen Paraguay erzielen können – das anschließende Resultat nach der Verlängerung, im Elfmeterschießen, ist bekannt. Für das DFB-Team ist die Weltmeisterschaft vorbei und es gibt wahrlich viel aufzuarbeiten.
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Frust ja, Schuld nein: Kramer hat den Umgang mit dem aberkannten Tor bestens beschrieben
Was der ein oder andere an dieser Stelle vielleicht anmerken möchte und worüber sich auch Julian Nagelsmann nach dem Abpfiff deutlich aufregte: Theoretisch hat Deutschland ja ein zweites Tor erzielt, das unrechtmäßig einkassiert wurde. Es bedarf wohl keiner allzu großen Diskussion um festzuhalten, dass die Szene von Waldemar Anton und Keeper Orlando Gill nicht strafwürdig und der Treffer von Jonathan Tah somit regulär war. Es war eine klare Fehlentscheidung, dieses Tor wieder einzukassieren.
Dafür verdient das Schiedsrichter-Team entsprechend deutliche Kritik. Dennoch hat Christoph Kramer in seiner anschließenden Bewertung beim ZDF das genau richtige Fazit gezogen. "Da kannst du dich als Deutschland jetzt nicht drüber aufregen", hatte der ehemalige Mittelfeldspieler angemerkt. Wenn eine solch einzelne Szene entscheidend für ein Deutschland-Aus gegen Paraguay sei, habe man "sehr viel falsch gemacht".

Deutlicher und besser hätte Kramer es nicht sagen können. Der Frust über das aberkannte Tor ist verständlich, darf aber keineswegs über die diversen Verfehlungen der DFB-Auswahl und von Nagelsmann hinwegtäuschen. Wie der ZDF-Experte sagte: Darauf darfst du mit dieser Mannschaft insbesondere im Sechzentelfinale gegen Paraguay – bei allem Respekt vor dem Gegner – einfach nicht angewiesen sein.
Für Nagelsmann war das aberkannte Tor "ein Vollskandal". Ein ehrlicher Bundestrainer hätte diese Beschreibung wohl eher für die Leistungen der drei Spiele nach dem 7:1-Auftaktsieg über Curacao benutzt. Gegen die Elfenbeinküste stand Deutschland bereits kurz vor einer Niederlage, wurde durch Deniz Undav noch gerettet und vorzeitig in die K.o.-Phase geschossen.
Gegen Ecuador zeigten sich die Schwächen erneut – und noch deutlicher. Es folgte eine verdiente Niederlage. Und gegen Paraguay blieb es dabei: Viel Stückwerk, kaum zusammenhängendes Spiel, wenig Energie und einzelne Spieler, die angesichts ihrer Leistungen gar nicht erst in die Nähe der Startelf hätten kommen dürfen. All das hat den Negativ-Fokus und die Kritik wahrlich verdient.
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