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WM-Aus: Müller fordert radikales Anpacken – und zieht vernichtendes Fazit

Thomas Müller legt nach dem deutschen WM-Aus den Finger in die Wunde. Der Ex-Bayern-Star fordert umfassende Reformen.
Thomas Müller nimmt den DFB in die Pflicht
Thomas Müller nimmt den DFB in die Pflicht | Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Deutschland steht nach dem WM-Aus vor zahlreichen Herausforderungen. Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann kann der Umbruch beginnen, jedoch wird es nicht reichen, Jürgen Klopp als Bundestrainer zu installieren und ansonsten alles wie bisher zu machen. Ex-Bayern-Star Thomas Müller verdeutlichte in einem Post auf LinkedIn, dass nun harte Arbeit gefragt ist.

"Anpacken angesagt. Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge ist ein Konzept mit neuen, tiefgründigen Denkanstößen gefragt. Es braucht eine konsequente und moderne Spielerausbildung, die der zukünftigen Spielidee Rechnung trägt", fordert er das Aufbrechen bisheriger Muster und möchte dabei schon im Jugend- und Juniorenbereich ansetzen.

"Wir benötigen Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und auch den Mut, die notwendigen Veränderungen anzustoßen, um in der Zukunft wieder bis zum Schluss auf dem Parkett der großen Fußballbühne zu tanzen", legte er ein klares Anforderungsprofil vor.

Müller vermisst die individuelle Weltklasse in Deutschland

Müller zufolge liegt das enttäuschende Abschneiden aber auch daran, dass die absoluten Ausnahmekönner fehlen. Während Spieler wie Lionel Messi, Erling Haaland oder Harry Kane auch ein strauchelndes Team retten können, fehlt ein solcher Star in Deutschland.

"Wenn der deutsche Motor als Team nicht rund läuft, fehlt uns einfach die individuelle Weltklasse, um das kompensieren zu können", legte Müller den Finger in die Wunde. Dies kann auch ein Ausbildungsproblem sein, da der Fokus hierzulande auf Taktik und Zusammenspiel liegt und weniger auf individuelle Qualitäten.

Die Hoffnungen diesbezüglich trugen eigentlich Florian Wirtz und Jamal Musiala, die bei der WM 2026 jedoch aus verschiedenen Gründen ihr Können nicht abrufen konnten. Folgerichtig war niemand in der Lage, den Unterschied zu machen. "Ist bei allen das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist", stellte Müller eine kritische Nachfrage. Der Vancouver-Profi kommt zum Schluss, dass es weniger an der Mentalität, sondern vielmehr an der Qualität lag. "Wir wollen, aber wir können nicht", so sein Fazit.

Deutschland rutscht nach dem WM-Titel 2014 in eine Krise

Deutschland hat nach dem WM-Titel 2014 dreimal in Serie das WM-Achtelfinale verpasst. Bei den Europameisterschaften lief es etwas besser, jedoch wurden die Big Games regelmäßig verloren, weshalb nach dem Halbfinal-Aus 2016 nur noch zum Achtelfinal-Einzug 2021 und Viertelfinal-Einzug 2024 reichte. Mit Jürgen Klopp als wohl angehenden Bundestrainer und spannenden neuen Talenten wie Lennart Karl, Tom Bischof und Said El Mala kann der Umbruch gelingen. Ein wenig Geduld ist hierbei aber womöglich gefragt.


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