Das Aztekenstadion in Mexiko City wird am Donnerstagabend um 21 Uhr deutscher Zeit Schauplatz des Eröffnungsspiels der WM 2026 sein, wenn Co-Gastgeber Mexiko auf Südafrika trifft.
Der Spielort des Eröffnungsspiels gehört dabei zu den sehenswertesten und legendärsten Stadien überhaupt und versprüht einen ganz besonderen Charme. Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler schwärmte auf der deutschen Pressekonferenz vor Turnierstart von dieser Spielstätte. "Für mich ist das Aztekenstadion das mit Abstand schönste Stadion der Welt", so Völler.
"Für mich ist das Aztekenstadion das mit Abstand schönste Stadion der Welt."Rudi Völler

Das Aztekenstadion war schon des Öfteren Schauplatz für ganz besondere Fußballspiele. Vor dem WM-Start blicken wir zurück und erinnern an die legendärsten Partien im mexikanischen Schmuckkästchen.
Die bisher legendärsten Spiele im Azteca
WM-Halbfinale 1970 - Das Jahrhundertspiel
Am 17. Juni 1970 duellierten sich im Halbfinale der Weltmeisterschaft 1970 die deutsche Nationalmannschaft und Italien vor insgesamt 102.444 Zuschauern.
Dieses Spiel sollte als das "Jahrhundertspiel" in die Fußballgeschichte eingehen. Nachdem es nach der regulären Spielzeit noch 1:1 stand, ging die Partie in die Verlängerung, die eine ganz besondere Wucht entfaltete. Es fielen fünf weitere Treffer und am Ende behielt die Squadra Azzurra mit einem knappen 4:3 die Oberhand.

Italien zog dadurch ins Finale ein, in dem sie letztlich Brasilien deutlich mit 1:4 unterlag. Ein weiteres "Jahrhundertspiel” zwischen den alten Rivalen wird es bei diesem WM-Turnier allerdings nicht geben, da Italien die Qualifikation verpasste und das Turnier als trauriger Zuschauer verfolgen muss.
WM-Finale 1970 – Pelés Meisterstück
Auch das Finale der WM 1970 im Aztekenstadion sicherte sich seinen Platz in den legendärsten Partien in diesem atemberaubenden Rund.
Die Begegnung zwischen dem Deutschland-Bezwinger Italien und Brasilien endete mit einem deutlichen 4:1-Triumph für die Seleção um Superstar Pelé, der sich damit unsterblich machte. Dieser Finalsieg gilt bis heute als der legendärste Titel der inzwischen verstorbenen brasilianischen Fußballlegende.

Pelé erzielte einen Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor. Brasilien demonstrierte seine Vormachtstellung. Vor 110.000 Zuschauern im Aztekenstadion sollte sich die Fußballnation vom Zuckerhut zum vermeintlich besten Weltmeister aller Zeiten krönen.
WM-Viertelfinale 1986 - Maradonas wilde 5 Minuten
Auch beim zweiten Mal, als Mexiko Austragungsort einer Weltmeisterschaft war, ereigneten sich ganz besondere Fußballmomente im Aztekenstadion. In der Hauptrolle: die argentinische Fußballlegende Diego Armando Maradona.

Im WM-Viertelfinale 1986 traf Argentinien auf England. Das eigentlich irreguläre 1:0 durch Maradona in der 51. Minute schrieb Geschichte. Als "Die Hand Gottes” berühmt geworden, netzte der kleine Fußballkünstler damals per Hand und ließ es wie einen Kopfball aussehen. Trotz aller englischen Beschwerden blieb der Treffer bestehen und ebnete den Weg ins WM-Halbfinale.
Doch damit nicht genug. Maradona hatte in diesem Spiel noch ein weiteres Highlight parat: Nur vier Minuten nach dem Führungstreffer und unmittelbar vor dem 2:0 in der 55. Minute setzte er zum wohl legendärsten Solo in der Geschichte des Fußballs an, als er über den gesamten Platz dribbelte und einen englischen Spieler nach dem anderen wie Hütchen auf dem Rasen stehen ließ, ehe er den Schaulauf selbst sehenswert vollendete.
Dieser Treffer ging als "Tor des Jahrhunderts” in die Geschichte ein und ist bis heute eng mit dem verstorbenen Fußballstar verbunden – ebenso wie das etwas unrühmlichere 1:0. Am Ende siegte Argentinien knapp mit 2:1. Den englischen Anschlusstreffer erzielte damals Gary Lineker.
WM-Finale 1986 - Fußballfest zwischen Argentinien und DFB-Auswahl
Und auch bei der WM 1986 in Mexiko sollte die deutsche Nationalmannschaft ihre Rolle bekommen. Im Endspiel traf die DFB-Auswahl um Bundestrainer Franz Beckenbauer auf die Argentinier um Schlitzohr Maradona und lieferte sich eine packende und mitreißende Fußballschlacht.

Nachdem die argentinische Auswahl durch Treffer von Jose Luis Brown und Jorge Valdano mit 2:0 in Führung gegangen war, glich die deutsche Elf durch Tore von Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler aus und brachte sich damit wieder ins Spiel.

In der 84. Spielminute folgte jedoch der schmerzhafte Dolchstoß durch Jorge Burruchaga, der nach einer Vorlage von Diego Maradona zum späten 3:2 einschob und die Titelträume der Deutschen beendete. Für Maradona war es neben seinen fünf eigenen Treffern auch die fünfte Torvorlage des Turniers.
Weitere legendäre Spiele im Azteca bei der WM 2026?
Insgesamt wird das Aztekenstadion bei der Weltmeisterschaft 2026 fünfmal Schauplatz eines Spiels sein. Ein packendes Endspiel wird es dort allerdings nicht geben. Mexiko ist Co-Gastgeber und das Finale wird in den USA ausgetragen.

Neben dem Eröffnungsspiel am Donnerstag hat das Aztekenstadion noch zwei weitere Vorrundenspiele zwischen Usbekistan und Kroatien sowie Tschechien und Mexiko zu bieten.
Richtig spannend könnte es in der K.-o.-Runde werden, wenn ein Sechzehntel- und ein Achtelfinale in der legendären Spielstätte ausgetragen werden.
Vielleicht erneut mit einem legendären Highlight-Spiel. Und vielleicht zieht das Azteca ja noch weitere Menschen in seinen Bann, so wie Rudi Völler, der über es sagte: "Das ist mein absolutes Lieblingsstadion. Auf der ganzen Welt."
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