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DFB-Team für die Ewigkeit: Die fünf legendärsten WM-Spiele Deutschlands

Vom Wunder von Bern bis zum historischen 7:1 gegen Brasilien – diese Partien haben sich tief in die deutsche Fußballgeschichte eingebrannt.
Das DFB-Team hat bereits für den ein oder anderen legendären WM-Moment gesorgt
Das DFB-Team hat bereits für den ein oder anderen legendären WM-Moment gesorgt | Shaun Botterill/GettyImages

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei Weltmeisterschaften einige der größten und emotionalsten Spiele der Fußballgeschichte geliefert. Manche Partien wurden zu nationalen Symbolen, andere zu weltweiten Fußball-Mythen.

Vom Wunder von Bern über das Jahrhundertspiel gegen Italien bis hin zum historischen 7:1 gegen Brasilien: Die DFB-Elf sorgte auf der größten Fußballbühne immer wieder für Momente, die Generationen von Fans nie vergessen werden.

Dabei geht es nicht nur um Titel und Pokale. Viele dieser Spiele stehen für Drama, Emotionen, ikonische Bilder und Spieler, die zu Legenden wurden. Die folgenden fünf WM-Partien haben sich besonders tief in das kollektive Fußballgedächtnis eingebrannt.

1. WM 1954, Finale: Deutschland - Ungarn (3:2)

WM Finale 1954
WM-Finale 1954 | Keystone-France/GettyImages

Das Wunder von Bern. Kein anderes Spiel steht so sehr für den Aufstieg des deutschen Fußballs wie das Finale von 1954. Die Ungarn galten damals als nahezu unschlagbar und hatten Deutschland in der Vorrunde noch mit 8:3 deklassiert.

Auch im Finale schien zunächst alles auf einen klaren Sieg der "Goldenen Elf" um Ferenc Puskas hinauszulaufen, als Ungarn früh mit 2:0 in Führung ging. Doch angeführt vom legendären Kapitän Fritz Walter kämpfte sich Deutschland im strömenden Regen von Bern sensationell zurück. Die nassen Bedingungen kamen Walter und der DFB-Elf entgegen – bis heute spricht man in Deutschland bei Regen deshalb vom berühmten "Fritz-Walter-Wetter."

Max Morlock verkürzte schnell auf 1:2, ehe Helmut Rahn nur wenige Minuten später bereits den Ausgleich erzielte. Kurz vor Schluss war es erneut Rahn, der mit seinem legendären Treffer Fußballgeschichte schrieb. Der berühmte Radiokommentar "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt… Tor!", wurde später unsterblich.

Der erste WM-Titel Deutschlands war dabei weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Für viele Menschen im Nachkriegsdeutschland wurde das Wunder von Bern zu einem Symbol für Hoffnung, Selbstvertrauen und einen gesellschaftlichen Neuanfang.

2. WM 1970, Halbfinale: Deutschland - Italien (3:4 n. V.)

WM-Halbfinale 1970
WM-Halbfinale 1970 | picture alliance/GettyImages

Das "Jahrhundertspiel". Bis heute gilt das WM-Halbfinale 1970 zwischen Deutschland und Italien als eines der größten und dramatischsten Fußballspiele aller Zeiten. Vor über 100.000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt entwickelte sich eine Partie, die bis heute legendären Status besitzt.

Deutschland lag nach einem frühen Treffer von Roberto Boninsegna lange mit 0:1 zurück und schien bereits ausgeschieden. Erst in der Nachspielzeit rettete Karl-Heinz Schnellinger die DFB-Elf in letzter Sekunde in die Verlängerung. Ausgerechnet Schnellinger, der damals in Italien spielte und in seiner gesamten Nationalmannschaftskarriere nur dieses eine Tor erzielte.

Was anschließend folgte, schrieb Fußballgeschichte. In der Verlängerung fielen unglaubliche fünf Tore in nur 30 Minuten. Gerd Müller brachte Deutschland zunächst in Führung, Italien schlug direkt zurück. Kurz darauf traf Müller erneut zum 3:3, ehe Gianni Rivera Italien nur wenige Minuten später endgültig zum 4:3-Sieg schoss.

Besonders ikonisch wurde die Partie aber auch wegen Franz Beckenbauer. Der deutsche Kapitän spielte trotz ausgekugelter Schulter weiter und lief mit bandagiertem Arm über den Platz, weil Deutschland bereits ausgewechselt hatte und nicht mehr tauschen durfte.

Trotz der Niederlage des DFB-Teams wurde das Spiel zum ewigen Fußball-Mythos. Vor dem Aztekenstadion erinnert heute sogar eine Gedenktafel an das legendäre "Jahrhundertspiel".

3. WM 2014, Halbfinale: Brasilien - Deutschland (1:7)

WM-Halbfinale 2014
WM-Halbfinale 2014 | picture alliance/GettyImages

Das wohl schockierendste WM-Spiel aller Zeiten. Im Halbfinale der WM 2014 demütigte Deutschland Gastgeber Brasilien im eigenen Land und sorgte für eine Fußball-Nacht, die bis heute unvorstellbar wirkt. Vor über 58.000 Zuschauern im Mineirão-Stadion von Belo Horizonte zerlegte die DFB-Elf die Selecao auf dem Weg zum vierten WM-Titel mit einer historischen Vorstellung.

Schon früh brachte Thomas Müller Deutschland in Führung, doch was danach passierte, ging endgültig in die Fußballgeschichte ein. Zwischen der 23. und 29. Minute erzielte Deutschland unglaubliche vier Tore in nur sechs Minuten.

Miroslav Klose traf dabei zu seinem 16. WM-Tor und löste Ronaldo als alleinigen Rekordtorschützen der WM-Geschichte ab. Toni Kroos schnürte innerhalb kürzester Zeit einen Doppelpack, ehe Sami Khedira das zwischenzeitliche 5:0 erzielte.

Brasilien brach komplett auseinander. Das Mineirão-Stadion verstummte, viele Zuschauer weinten auf den Tribünen, während Millionen Menschen weltweit fassungslos auf die Anzeigetafel blickten. Für Brasilien wurde die Partie zum nationalen Trauma.

Deutschland spielte sich an diesem Abend in einen regelrechten Rausch und gewann am Ende historisch mit 7:1. Trotz der Demütigung zeigten sich die deutschen Spieler nach Abpfiff äußerst respektvoll, trösteten die brasilianischen Profis auf dem Rasen und erhielten dafür weltweit viel Anerkennung. Bis heute gilt die Partie als eines der unglaublichsten und surrealsten Spiele, die der internationale Fußball je gesehen hat.

4. WM 1974, Finale: Deutschland - Niederlande (2:1)

WM-Finale 1974
WM-Finale 1974 | ullstein bild/GettyImages

Der WM-Titel im eigenen Land und das gegen die vielleicht beste niederländische Mannschaft aller Zeiten. Das Finale von 1974 war weit mehr als nur ein Endspiel, es war auch ein Duell zweier völlig unterschiedlicher Fußballphilosophien. Auf der einen Seite die Niederlande um Johan Cruyff mit ihrem spektakulären "Total Football" (org. "Totaalvoetbal"), auf der anderen Seite die deutsche Mannschaft um Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier.

Die Niederländer erwischten den perfekten Start. Noch bevor Deutschland überhaupt einmal den Ball berührt hatte, brachte Johan Neeskens die Elftal per Elfmeter in Führung. Viele rechneten danach mit einer Machtdemonstration der spielerisch überragenden Oranje-Mannschaft.

Doch die DFB-Elf blieb ruhig und kämpfte sich zurück in die Partie. Paul Breitner glich ebenfalls per Elfmeter aus, ehe Gerd Müller kurz vor der Halbzeit mit seiner ganzen Klasse zuschlug. Der "Bomber der Nation" nahm den Ball im Strafraum an, drehte sich blitzschnell und traf zum 2:1.

In der zweiten Halbzeit verteidigte Deutschland leidenschaftlich gegen die niederländischen Angriffe, brachte die Führung über die Zeit und vollendete die vier Jahre zuvor gestartete Mission zweiter Stern.

Gleichzeitig stoppte die DFB-Elf auch die vielleicht spektakulärste Mannschaft ihrer Zeit vor heimische Kulisse in München. Besonders Müllers Siegtreffer zählt bis heute zu den ikonischsten Toren der deutschen WM-Geschichte.

5. WM 1990, Finale: Deutschland - Argentinien (1:0)

WM-Finale 1990
WM-Finale 1990 | DANIEL GARCIA/GettyImages

Der emotionale Höhepunkt der wahrscheinlich größten deutschen Generation. Nach den bitteren Niederlagen in den Finals 1982 und 1986 erfüllte sich die DFB-Elf 1990 endlich den Traum vom dritten Weltmeistertitel.

Im Finale von Rom traf Deutschland erneut auf Diego Maradonas Argentinien – vier Jahre nach dem verlorenen Endspiel von Mexiko. Die Partie war allerdings deutlich weniger spektakulär als das Finale von 1986 und entwickelte sich zu einem extrem umkämpften und hitzigen Spiel.

Argentinien verteidigte leidenschaftlich, spielte phasenweise aber äußerst hart und musste im Laufe der Partie sogar zwei Platzverweise hinnehmen. Deutschland drängte immer wieder auf die Entscheidung, scheiterte jedoch lange an der argentinischen Defensive.

Erst in der 85. Minute fiel die Erlösung: Nach einem grandiosen Steckpass von DFB-Kapitän Lothar Matthäus wurde Rudi Völler im Strafraum gefoult, Andreas Brehme verwandelte den entscheidenden Elfmeter nervenstark zum 1:0. Kurz darauf war Deutschland zum dritten Mal Weltmeister.

Besonders symbolträchtig: Franz Beckenbauer gewann den Titel diesmal nicht als Spieler, sondern als Teamchef an der Seitenlinie. Das Bild des "Kaisers", der nach Abpfiff allein und emotional über den Rasen des des Römer Olympiastadions lief, gehört bis heute zu den ikonischsten Momenten der deutschen WM-Geschichte.


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