Das atemberaubende Hinspiel im Champions League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain ist noch gar nicht richtig verarbeitet, da wartet bereits das mit großer Spannung und Vorfreude erwartete Rückspiel in der Münchner Allianz Arena auf die Fußballwelt.
Nach dem Torspektakel in Paris, bei dem neun Treffer fielen, ist vermutlich absehbar, dass das Rückspiel aus Sicht beider Kontrahenten etwas kontrollierter ablaufen soll.
PSG hat einen Vorsprung zu verteidigen und die Münchner müssen mindestens einen Treffer wettmachen und dürfen sich eigentlich nicht erlauben, den Rückstand größer werden zu lassen, da die Aufgabe ohnehin schon schwer genug ist.
Eine zentrale Rolle wird dabei auch die Bayern-Defensive um Abwehrboss Jonathan Tah spielen und genau der ließ nun durchblicken, an welchen Stellschrauben Cheftrainer Vincent Kompany drehen möchte, um am Mittwochabend einen Erfolg einzufahren.
Tah: Hinspiel schwer einzuordnen
Tah ließ nun bei der PK vor dem Rückspiel durchblicken, dass das Hinspiel letztlich einen nicht ganz greifbaren Beigeschmack hatte. "Ja, es war schon auch insgesamt nach dem Spiel ein komisches Gefühl irgendwie. Natürlich mit den Toren, die wir dann zum Schluss gemacht haben, wie wir zurückgekommen sind – das hat sich positiv angefühlt. Auf der anderen Seite hattest du natürlich das Gefühl: Okay, scheiße, wir haben fünf Gegentore gekriegt!"
"So ein Spiel habe ich vorher noch nie erlebt!"Jonathan Tah über Hinspiel vs PSG

Deutliche Worte des deutschen Nationalspielers, doch die Münchner gehen trotz der fünf Gegentore guter Dinge ins Rückspiel am morgigen Mittwochabend. Tah: "Ich glaube, das Ergebnis spiegelt wider, dass es ein sehr ereignisreiches Spiel war, aber nicht, dass es von irgendeiner Seite ein schlechtes Spiel war. Ich glaube, individuell sehr hohe Qualität, deswegen war es so ereignisreich."
Nicht nur für die Fans war das Hinspiel also ein echtes Spektakel. "So ein Spiel habe ich vorher noch nie erlebt“, gab Tah zu.
Kompany mit Anpassungen für Rückspiel
Die Bayern wollen bestens vorbereitet in das entscheidende Rückspiel gegen die Franzosen gehen um den Finaleinzug doch noch zu schaffen. Dafür hat man im Training offenbar auch ein paar spezielle Dinge bearbeitet, die im Hinspiel nicht ganz so rund liefen.
"Das sind Anpassungen vielleicht in der Konterabsicherung, wenn du weißt: Okay, der Gegner ist extrem stark im Umschaltspiel. Das sind Anpassungen, wie du es noch besser vorbereitest, dass du nicht so oft in diese Umschaltsituationen reinläufst, dass du nicht so viel zurücklaufen musst. Sondern: Wie kannst du es vielleicht vorher verändern? Also da gibt es wirklich ein paar kleine Schrauben, an denen wir drehen können, wo wir dann am Ende sogar für noch mehr Gefahr sorgen können und gleichzeitig weniger in diese gefährlichen Umschaltsituationen kommen“, so Tah.
"Da gibt es wirklich ein paar kleine Schrauben, an denen wir drehen können, wo wir dann am Ende sogar für noch mehr Gefahr sorgen können und gleichzeitig weniger in diese gefährlichen Umschaltsituationen kommen."Jonathan Tah
Keine komplette Umstellung: FC Bayern bleibt sich treu
An der grundsätzlichen Herangehensweise wolle der FC Bayern aber auch gegen die so starken Pariser nichts ändern - das ließ Tah bei der PK eindeutig durchblicken. "Grundsätzlich hat uns unsere Spielweise dahin gebracht, wo wir gerade sind. Und deswegen glaube ich nicht, dass wir irgendwas daran ändern sollten. Wir wollen attraktiven Fußball spielen. Wir wollen offensiven Fußball spielen. Und natürlich ist das sehr, sehr fordernd, auch für uns Verteidiger. Aber genauso ist es auch fordernd für die Offensivspieler, die manchmal auch dann sehr weit mit nach hinten verteidigen müssen. Deswegen, das ist unsere Spielweise, und daran werden wir nichts ändern!“
"Grundsätzlich hat uns unsere Spielweise dahin gebracht, wo wir gerade sind. Und deswegen glaube ich nicht, dass wir irgendwas daran ändern sollten [...] das ist unsere Spielweise, und daran werden wir nichts ändern!"Jonathan Tah

Dennoch soll der Wind für PSG in der Münchner Arena ein rauer werden. "Es sieht manchmal sehr risikoreich aus, aber das Wichtigste ist, dass wir mutig sind, dass wir aggressiv sind, versuchen, die Zweikämpfe zu gewinnen – in unseren einzelnen Zweikämpfen aber auch als Team insgesamt Duelle zu gewinnen, zweite Bälle zu gewinnen. Und ich denke, das ist die beste Herangehensweise“, so Tah. Und weiter: "Natürlich versuchen wir, noch besser zu spielen, noch mehr Chancen zu kreieren, noch weniger zuzulassen. Und wenn wir das hinkriegen, dann wird es auf jeden Fall ein Spektakel.“
Die klaren Aussagen des Münchner Abwehrchefs deuten also darauf hin, dass die Bayern bereit und heiß auf das Rückspiel und eine Revanche sind.
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