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Warum der 27. Mai ein besonderer Tag in der Geschichte des deutschen Fußballs ist

Ein Datum der deutschen Fußballgeschichte, das wohl nur wenige auf dem Schirm haben dürften.
DFB Logo
DFB Logo | KIRILL KUDRYAVTSEV/GettyImages

Bald ist es soweit: Am 14. Juni fällt für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Startschuss zur WM 2026. Im ersten Gruppenspiel trifft die DFB-Auswahl unter Bundestrainer Julian Nagelsmann auf den Fußballzwerg und WM-Neuling Curaçao und ist klarer Favorit. Ein historischer Moment allerdings für die niederländisch-karibische Insel vom südamerikanischen Kontinent und nahe der Küste Venezuelas.

Auch die deutsche Nationalmannschaft hat aber wie Gegner Curaçao mal als WM-Anfänger begonnen – und heute lohnt sich ein Blick zurück in deutsche Fußballgeschichte ganz besonders.

Ein Blick in die Vergangenheit - Heute vor 92 Jahren

Bevor die bereits 23. Auflage der Endrunde der Weltmeisterschaft in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko beginnt und Deutschlands Fußballstars um den Titel mitspielen wollen, gibt es am heutigen 27. Mai einen besonderen Anlass und Grund, in die deutsche Fußballgeschichte zurückzublicken. Dieses Datum hat nämlich eine durchaus große, aber recht wenig bekannte Bedeutung.

Genau heute vor 92 Jahren absolvierte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 1934 in Italien ihr allererstes WM-Spiel.

Damals hieß der Gegner der Mannschaft von Nationaltrainer Otto Nerz noch Belgien. Austragungsort war Florenz und die deutsche Auswahl gewann auch dank eines Hattricks von Edmund Conen (damals 1. FC Saarbrücken) sowie den Treffern von Otto Siffling (damals Waldhof Mannheim) und Stanislaus Kobierski (damals Fortuna Düsseldorf) am Ende mit 5:2, obwohl sie zur Halbzeit noch mit 1:2 zurückgelegen hatte. Rund 8.000 Zuschauer verfolgten die Partie im Florenzer Stadion Artemio Franchi.

Edmund Conen (l.) beim 5:2 Sieg über Belgien bei der WM 1934
Edmund Conen (l.) beim 5:2 Sieg über Belgien bei der WM 1934 | ullstein bild Dtl./GettyImages

Besonders beeindruckend ist heute auch der Blick auf die Länderspielbilanz des damaligen Dreierpacktorschützen Edmund Conen, der in seinen insgesamt 28 Länderspielen starke 27 Treffer erzielte. Drei davon eben beim ersten WM-Auftritt einer DFB-Auswahl überhaupt.

Bei der damaligen Endrunde der Weltmeisterschaft im Jahr 1934 gab es allerdings noch kein Gruppensystem, wie wir es heute kennen. Das Turnier startete gleich mit der K.-o.-Phase, sodass das allererste deutsche WM-Spiel sogar gleich eine Achtelfinalbegegnung war.

Ebenfalls ein nennenswerter Fakt: Mit einem Altersdurchschnitt von 24,07 Jahren ist das deutsche WM-Team von damals bis heute der jüngste WM-Kader einer DFB-Auswahl jemals.

Bei erster WM-Teilnahme: DFB-Team wird "Weltmeister der Amateure"

Nach dem Triumph über Belgien gewann die deutsche Auswahl damals auch das Viertelfinale gegen Schweden und behielt mit einem knappen 2:1 die Oberhand. Erst im Halbfinale war gegen die damalige Tschechoslowakei (CSFR) Schluss: Deutschland verpasste durch eine 1:3-Niederlage den Finaleinzug bei der ersten WM-Teilnahme.

Im Spiel um Platz drei besiegte Deutschland dann allerdings etwas überraschend die favorisierten Österreicher mit 3:2 und sicherte sich den dritten Platz. Zuvor verlor Deutschland - das damals ausschließlich aus Spielern bestand, die noch einer normalen Arbeit nachgingen - die Duelle mit dem bereits professioneller aufgestellten Nachbarland noch deutlich mit 0:5 und 0:6.

Der dritte Platz der DFB-Elf war also ein echter Achtungserfolg und die Presse huldigte der DFB-Auswahl damals als "Weltmeister der Amateure”.

Kuriose Randnotiz: Der damalige Frankfurter Rudolf Gramlich musste aus beruflichen Gründen nach dem Viertelfinalsieg über Schweden vorzeitig abreisen und verpasste den Schlussspurt seiner Teamkollegen bei der WM 1934. Ein weiterer Beweis für den damaligen Amateurstatus der DFB-Auswahl.

Im Endspiel der WM 1934 unterlagen die Deutschland-Bezwinger aus der Tschechoslowakei dann aber Gastgeber Italien. Die Squadra Azzurra sicherte sich den Heimsieg mit einem knappen 2:1-Sieg nach Verlängerung vor etwa 55.000 Zuschauern in Rom.

DFB-Auswahl verpasste erste WM 1930 aus kuriosem Grund

Der Grund, warum die deutsche Mannschaft erst 1934 und nicht schon 1930 bei der ersten WM-Auflage dabei war, ist durchaus kurios.

Der DFB lehnte das Profitum damals noch ab und war nicht bereit, seine Amateure mit bezahlten Fußballern aus aller Welt messen zu lassen. Zudem hätte man die Reise ins südamerikanische Gastgeberland Uruguay langwierig mit dem Schiff gestalten müssen.

Seit 1934 nahm die DFB-Auswahl allerdings an jedem WM-Turnier bei - so auch in diesem Jahr. Ob es wie damals zu einem Achtungserfolg kommt, wird sich zeigen müssen. Mittlerweile ist Deutschland längst als eine der größten und stärksten Fußballnationen des Planeten gefestigt und bekannt.


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