Der DFB-Pokal ist für Borussia Dortmund schon länger kein Thema mehr, zuletzt kam dann auch noch das Aus in der Champions League dazu. Mittlerweile, spätestens nach der Heim-Niederlage gegen den FC Bayern, ist zudem die Meisterschaft abgehakt.
Worum geht es also für den BVB in dieser Saison überhaupt noch? Feste Ziele wie Titelgewinne sind ohnehin nicht mehr zu erreichen, während die erneute Qualifikation für die Königsklasse mit zurzeit acht Punkten an Vorsprung auf den fünften Tabellenplatz bei noch neun offenen Spieltagen eigentlich nicht mehr in Gefahr geraten sollte – zumal die lauernde Konkurrenz auch alles andere als beständig dreifach punktet.
1. Die Vertragsverlängerung mit Nico Schlotterbeck

Ein Aspekt, um den es in dieser Saison noch geht und der auch durch die weiteren Spiele beeinflusst werden kann, ist die Zukunft von Nico Schlotterbeck. Die Dortmunder wollen ihn unbedingt auch in den nächsten Jahren in Schwarz-Gelb aufspielen sehen.
Der Innenverteidiger ist offenkundig noch unentschlossen, zugleich aber sehr ehrgeizig – er möchte zweifelsohne um Titel mitspielen. Das hat er mit seinen deutlichen Meisterschafts-Ansagen bis zum Bayern-Spiel mehr als deutlich gemacht.
Dementsprechend ist es kaum vermessen oder zu weit hergeholt zu sagen, dass eine Vertragsverlängerung sicherlich etwas wahrscheinlicher wird, wenn die restliche Saison noch möglichst erfolgreich abgeschlossen wird. Damit könnte Schlotterbeck gezeigt werdne, dass die Mannschaft intakt ist und sie selbst ohne klar ausgewiesenes Ziel vor Augen zu performen weiß.
2. Die Zukunft von Niko Kovac

Ein grob ähnlicher Fall wie die erhoffte Schlotterbeck-Verlängerung stellt auch die Zukunft von Niko Kovac beim BVB dar. Grundsätzlich, so war es auch in den letzten Wochen wieder zu hören, möchte Lars Ricken am 54-jährigen Coach festhalten und zumindest bis zu dessen Vertragsende zum Ende der nächsten Saison mit ihm zusammenarbeiten.
In Frage gestellt wird das einerseits durch die dann doch insgesamt recht ernüchternde Saison, trotz eines guten Punkteschnitts in der Bundesliga. Andererseits wurde immer mal wieder vom Interesse an Kovac aus dem Ausland berichtet. Insbesondere in der englischen Premier League scheint es mehrere Klubs zu geben, die seine Arbeit so positiv bewerten, dass sie sich mit ihm beschäftigen.
Dementsprechend hat auch Kovac selbst noch einen persönlichen Anreiz, diese restliche Saison bestmöglich abzuschließen. Zum einen kann er Argumente für einen weiteren Verbleib in Dortmund sammeln, zum anderen kann er seinen Status bei anderen Klubs verbessern – je nachdem, worauf sein Fokus liegt.
3. Karim Adeyemi muss wieder in die Spur gebracht werden

Zu häufig muss sich der BVB fragen, wie wertvoll ein ebenso beständig wie stark aufspielender Karim Adeyemi wäre – im sportlichen und finanziellen Sinn. In den vergangenen Wochen spielte er unter Kovac nur eine untergeordnete Rolle, weil der Cheftrainer mit seinen zuweilen doch sehr wechselhaften Leistungen nicht zufrieden war.
Insbesondere im Hinblick auf den nahenden Sommer wäre es für Dortmund von Vorteil, wenn sich Adeyemi über die übrigen Spieltage nochmal sammeln und seine guten Leistungen wieder abrufen könnte. Denn: Sollte er nicht beim BVB bleiben (wollen), so wird er zur nächsten Saison verkauft werden müssen. Ein ablösefreier Abgang im Sommer 2027 kann schließlich nicht in Kauf genommen werden (90min berichtete).
So würde Adeyemi die Spielzeit entweder positiv und mit einem guten Selbstbewusstsein beenden, das ihm einen guten Start in die nächste Saison vielleicht erleichtern würde. Oder aber er spielt sich nochmal in den Transfer-Fokus anderer Vereine, sodass die etwaige Ablösesumme nochmal um die ein oder andere Million angehoben werden könnte.
4. Jungprofis können und sollten vermehrt Chancen bekommen

Natürlich kann der BVB in dieser Saison noch etwas verlieren, solange die Qualifikation für die Königsklasse nicht auch rechnerisch in trockenen Tüchern ist. Trotzdem bietet die Ausgangslage eine gute Gelegenheit, um immer mal wieder auch Jungprofis zu Einsätzen zu verhelfen.
Das gilt nicht nur für die Positionen und Rollen, bei denen schon jetzt Klarheit bezüglich mehrerer Abgänge gibt. Schwarz-Gelb hat gute Finanzen, strotzt aber auch nicht unbedingt vor finanzieller Stärke. So wäre es nicht nur sportlich hilfreich, wenn der ein oder andere Spieler aus der eigenen Jugend weiter an die Profi-Mannschaft herangeführt werden könnte.
Die Jungprofis können zwar nicht mehr von einer auf mehrere Wettbewerbe fußende Rotation hoffen, aber auch im Ligabetrieb sollten sich mehrere Chancen auftun, um einige Einwechslungen oder auch Startelf-Einsätze zu ermöglichen.
