Sollte der FC Bayern bei Laimer ein Exempel statuieren? Pro & Kontra
Von Dominik Hager

Der Vertrag von Konrad Laimer beim FC Bayern läuft im Sommer 2027 aus. Die Zeichen standen eigentlich auf Verlängerung, jedoch sind die Verhandlungen offenbar zäher als gedacht. Dies liegt daran, dass der Rechtsverteidiger laut Informationen der Bild üppige 15 Millionen Euro pro Jahr fordern soll. Doch sollten die Münchner nun klare Kante zeigen oder sich wie zuletzt so häufig auf die Forderungen des Spielers einlassen.
Kontra Laimer: Die Bayern-Verantwortlichen müssen irgendwann die Bremse ziehen
Immer und immer wieder stellt man sich die Frage, wann die Verantwortlichen ein Exempel statuieren und sich im Gehaltspoker knallhart zeigen. Sowohl bei Alphonso Davies als auch bei Joshua Kimmich und zuletzt bei Dayot Upamecano haben die Münchner klein beigegeben und die geforderten Gehälter am Ende gezahlt. Die Entscheidungen waren allesamt verständlich, weil sie zum Zeitpunkt der Verlängerung elementar wichtige Spieler für den Verein waren - und im Grunde immer noch sind. Mit jeder teuren Verlängerung setzt man sich aber mehr unter Druck.
Letztlich sind diese ja der Auslöser dafür, dass auch ein Konrad Laimer jetzt sehr hohe Forderungen stellt. Dabei wollte man ja eigentlich nur die absoluten Elite-Spieler mit den ganz fetten Gehältern ausstatten. Dieser Vorsatz wurde bereits ins Wanken gebracht. Wird nun auch noch Laimer zum Großverdiener, bricht dieser komplett zusammen. Bei aller Liebe: Laimer ist kein Kane, Musiala oder Kimmich.
Pro Laimer: Er ist ein wichtiger Mentalitätsspieler für den FCB
Eine Mannschaft besteht nicht nur aus individuellen Ausnahmespielern wie Michael Olise oder Harry Kane, sondern muss als Gesamt-Konstrukt funktionieren. Auf dieses hat Laimer einen enorm positiven Einfluss. Dem Österreicher geht es nicht darum, selbst zu glänzen, sondern darum, wie er die Mannschaft bestmöglich unterstützen kann. Nach dieser Devise arbeitet der 29-Jährge - und das tut dem FC Bayern unfassbar gut. Laimer bringt zu jeder Zeit Energie und Mentalität mit und ist damit insbesondere dann wichtig, wenn es nicht so läuft.
Es ist auch deutlich zu sehen, dass Olise noch besser performen kann, wenn Laimer hinter ihm spielt. Der Österreicher unterstützt schließlich auch offensiv und reißt mit seiner unglaublichen Laufarbeit Lücken in der gegnerischen Defensive. Laimer mag nicht wirklich der Rechtsverteidiger aus dem Lehrbuch sein, jedoch sind seine Leistungen dennoch klasse.
Kontra Laimer: Wie stark performt Laimer gegen die Elite wirklich?
Konad Laimer weiß zwar mit seiner Athletik und Bissigkeit auch defensiv zu überzeugen, jedoch bedeutet das nicht automatisch, dass er auch gegen die absoluten Top-Flügelspieler der Welt bestehen kann. Der 28-Jährige ist eben kein gelernter Außenverteidiger und hat im taktischen Verhalten manchmal ein paar Defizite, weil er die Position eben nicht von klein auf kennt.
In der Vergangenheit hat man schon das ein oder andere Mal feststellen können, dass Laimer gegen Weltklasse-Außenstürmer Probleme hat. Dies trifft zwar fast auf jeden Außenverteidiger zu, jedoch gehört er in dieser Kategorie noch nicht zur Top-Klasse, weil ihm auch der Erfahrungsschatz fehlt. Hinzu kommt, dass Laimer nicht der größte Techniker ist und in Gegenpressing-Situationen anfälliger als so mancher Mitspieler ist.
Letztlich ist Der Ex-Leipziger einfach kein Weltklasse-Spieler, sondern eher ein sehr guter Rollenspieler. Dies unterscheidet ihn von so manchem Star, mit dem die Münchner in jüngerer Vergangenheit verlängert haben.
Pro Laimer: Der Rechtsverteidiger-Markt gibt kaum einen Ersatz her
Auf dem Rechtsverteidiger-Markt gilt das Motto: Woher nehmen und nicht stehlen. Es gibt lediglich eine Handvoll Rechtsverteidiger, die wohl eine Ecke besser als Laimer sind. Keiner dieser Spieler ist aber wirklich verfügbar, sei es Achraf Hakimi, Trent Alexander-Arnolt oder Jules Koundé. Sollten die Münchner mit Laimer nicht verlängern, würden sie im Kader auf lange Sicht eine Lücke aufreißen, die extrem schwierig und vermutlich nur teuer zu schließen wäre.
Der 19 Jahre alte Givairo Read, der bereits mit dem FCB in Verbindung gebracht wurde, mag talentiert sein, jedoch steckt er noch mitten in seiner Entwicklung. Keiner kann prophezeien, ob und wann der Feyenoord-Youngster wirklich beim FC Bayern durchstarten könnte. Bis dahin müsste man auf Josip Stanisic vertrauen, der aber sicherlich eine Klasse schwächer als Laimer ist.
Wie sehr eine Außenverteidiger-Verpflichtung auch schief gehen kann, hat das Beispiel Sacha Boey ja gezeigt. Bei Laimer wissen die Münchner, was sie bekommen, alles andere wäre ein enormes Risiko oder ungemein teuer.
Fazit:
Zwar gehört Konrad Laimer nicht zur absoluten Elite beim FC Bayern, jedoch sollte seine Wichtigkeit für den Klub nicht unterschätzt werden. Der Österreicher macht den FC Bayern besser, ist als Typ wichtig für das Team und wäre auch nicht so leicht zu ersetzen. Trotzdem müssen die Münchner dem Spieler auch klare Grenzen setzen, sonst kommen sie aus dem Gehalts-Kreislauf irgendwann nicht mehr heraus.
Es wäre schon wichtig, wenn andere Spieler sehen, dass man bei den Bayern-Verantwortlichen auch mal auf taube Ohren stoßen kann. Die Münchner haben allerdings auch eine Trumpfkarte in der Hand. Tatsache ist nämlich, dass es für Laimer überhaupt keinen Grund geben dürfte, den Verein zu wechseln. Er ist Stammspieler bei einem Top-Klub, durchlebt die mit Abstand beste Zeit seiner Karriere und befindet sich auch noch nahe der Heimat.
Hinzu kommt der Kompany-Faktor: Würde Laimer bei einem anderen Trainer und anderen System ähnlich gut funktionieren? Man darf es bezweifeln. All das spielt dem FC Bayern in die Karten. Hat meist der Spieler in einer Verlängerungs-Causa die Hebel in der Hand, ist es hier zumindest in Teilen auch der FC Bayern. Demnach ist davon auszugehen, dass es früher oder später zur Verlängerung kommt. Beide Parteien tun sich letztlich gegenseitig gut.
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