So verhilft der BVB dem FC Bayern zum Champions-League-Titel

Verhilft am Ende ausgerechnet der nationale Konkurrent zum großen Wurf des FC Bayern in der Königsklasse?
Auch die Champions League geht bald in ihre heiße Phase
Auch die Champions League geht bald in ihre heiße Phase / Juanma - UEFA/GettyImages
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Während sich die Bundesliga dem letzten Saisondrittel nähert, rückt auch die heiße Phase der Champions League in greifbare Nähe. Die Playoff-Rückspiele der Königsklasse stehen vor ihrem Abschluss und das finale Teilnehmerfeld im Kampf um die Fußballkrone Europas nimmt allmählich Gestalt an.

Mit dabei ist auch der FC Bayern München, der sich den leidigen Umweg über die Zwischenrunde ersparen konnte und sich im bisherigen Saisonverlauf neben dem FC Arsenal als vermeintlicher Favorit auf einen Titelgewinn herauskristallisiert hat.

Doch die kommenden Monate sind für den deutschen Rekordmeister von großer Brisanz und womöglich könnte ausgerechnet der national ärgste Verfolger, Borussia Dortmund, am Ende eine tragende Rolle spielen, dass der FC Bayern seine Hände erneut an den begehrten silbernen Henkelpott bekommt. Lasst mich erklären.

Die große Bayern-Dominanz kann zur Gefahr werden - für die Münchner!

Der FC Bayern spielt nach zuletzt holprigen Spielzeiten wieder mal eine überaus dominante Saison und steuert in der Bundesliga seinem 35. Meistertitel entgegen. Wenn man derzeit einem anderen deutschen Fußballverein zutrauen würde, den Münchnern die bereits in Aussicht stehende Meisterfeier noch zu verderben, dann ist das mit großem Abstand zum Rest der Liga wohl Borussia Dortmund.

Dass der BVB die Bayern am Ende aber noch überholt und selbst einen überraschenden Erfolg um die Meisterschale landet, daran glauben wohl nur die wenigsten. Auch wenn diese Sensation Stand jetzt noch nicht ausgeschlossen ist, könnte Dortmund aber parallel dazu auf ganz spezielle Art und Weise eine entscheidende Rolle für die Träume der Münchner in der Champions League spielen.

Unter Pep Guardiola wurde bei den Bayern national früh gefeiert, international dann aber nicht geliefert
Unter Pep Guardiola wurde bei den Bayern national früh gefeiert, international dann aber nicht geliefert / A. Beier/GettyImages

Wenn man an andere souveräne und hoch dominante Spielzeiten wie die aktuelle denkt, dann fällt vielen Fans wahrscheinlich zuerst der Name Pep Guardiola ein. Auch unter dem spanischen Star-Trainer, der nach seiner dreijährigen Erfolgszeit in München bei Manchester City anheuerte, war die Meisterparty der Bayern gefühlt schon vor Ostern gebucht. Zum großen Wurf in der Champions League schafften es die Münchner unter Guardiola allerdings nicht.

Das mag einerseits an dessen Experimentierfreudigkeit in entscheidenden Spielen gelegen haben, andererseits aber sicherlich auch daran, dass die Bayern mit einer bereits sicheren Meisterschale im Rucksack einen krassen Spannungsabfall erlitten und sich für die Auftritte in der Champions League immer wieder neu hochfahren mussten, während die Bundesliga beinahe schon Testspiel-Ccharakter hatte und ihrem Ende entgegen taumelte.

Wiederholt sich der Fluch des Klassenbesten?

Gewinnt der FC Bayern am kommenden Samstag den von vielen mit Spannung erwarteten Klassiker gegen den BVB, zieht er mit dann noch neun Ligaspielen vor der Brust auf elf Punkte davon und darf sich vermutlich erneut vorzeitig auf den Empfang der Meisterschale einstellen. Dies wäre im weiteren Saisonverlauf der Königsklasse allerdings nicht sonderlich hilfreich für die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany, die dann möglicherweise unter den selben Problemen wie einst unter Pep Guardiola und vorheriger Münchner Übermachtszeiten leiden könnte.

Scheitern die internationalen Träume der Bayern dann womöglich am Fluch des Lehrmeisters von Trainer Kompany? Stolpern die Bayern dann eventuell erneut an der Langweiligkeit des deutschen Meisterkampfes und verpassen die nötige Flughöhe für die entscheidenden Königsduelle der Champions League?

Die Dominanz als Stolperstein - Droht Vincent Kompany das Schicksal seines Lehrmeisters?
Die Dominanz als Stolperstein - Droht Vincent Kompany das Schicksal seines Lehrmeisters? / Marcel Engelbrecht - firo sportphoto/GettyImages

Genau das könnte Borussia Dortmund verhindern. Wenn der BVB am Samstagabend den Klassiker für sich entscheidet und bis auf fünf Punkte an den Tabellenführer aus München herankommt, dürften die eigenen Meisteransprüche und das Selbstbewusstsein der Dortmunder weiter wachsen und zu neuen Kräften im Meisterkampf führen.

Das würde den Rekordmeister aus der bayerischen Landeshauptstadt gewaltig unter Druck setzen und mit nur fünf Punkten Vorsprung könnten sich die Bayern keine Ausrutscher mehr leisten und wären auch im Ligaalltag zum mentalen Maximum gezwungen. Das könnte letztendlich auch zur Erfolgsformel in der Königsklasse werden, weil man die Achterbahnfahrt der Spannung im eigenen Team nicht permanent wieder aus dem Keller holen müsste und voll fokussiert durch die heißeste Phase der Saison gehen könnte.

Eine Art Symbolbild: Verhilft der vermeintlich kleinere BVB dem großen FCB zum Titelgewinn in der Champions League?
Eine Art Symbolbild: Verhilft der vermeintlich kleinere BVB dem großen FCB zum Titelgewinn in der Champions League? / Catherine Ivill - AMA/GettyImages

Verhilft also ausgerechnet die Widerstandsfähigkeit des BVB, der in dieser Saison zwar stark spielt, aber noch immer unter dem Radar zu fliegen scheint, dem FC Bayern am Ende zum ganz großen Wurf auf der internationalen Bühne?

Diese Überlegung scheint gar nicht so abwegig, denn ein weiterer Aspekt könnte sie unterstützen: Die Bayern stehen seit langem auch mal wieder im Halbfinale des DFB-Pokals und sind auch dort auf ein Anhalten der Spannung angewiesen. Gegen Bayer 04 Leverkusen darf man sich ebenso wenig einen Ausrutscher leisten wie in der K.-o.-Phase der Champions League. Aus diesem Grund wäre ein bis zum Ende der Saison spannender Meisterkampf von Vorteil für die Bayern - in allen Wettbewerben. Mit dem BVB im Nacken käme ein Spannungsabfall frühestens nach dem letzten Endspiel um einen Titel und dann zur genau richtigen Zeit.

PS: Natürlich könnte man nun behaupten, dass der BVB selbst ein Wörtchen um den Titel in der Königsklasse mitreden könnte. Dieses Thema steht jedoch auf einem anderen Blatt Papier und verdient eine gesonderte Betrachtung.


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