Das Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar diesen Jahres hatte es wirklich in sich. Neben den sportlichen Ereignissen auf dem Rasen gab es zahlreiche Aufreger auf den Rängen und in Situationen, die letztlich nur noch wenig mit der Sportveranstaltung an sich zu tun hatten. Der Senegal sicherte sich nach einem wilden Hin und Her am Ende mit einem knappen 1:0-Sieg durch den späten Treffer von Pape Gueye in der 94. Spielminute den Titel.
Doch plötzlich gab es am gestrigen Dienstagabend die Schocknachricht für den Senegal um Ex-Bayern-Star Sadio Mané: Der afrikanische Verband CAF hat dem Senegal den Titel nachträglich aberkannt und zwei Monate nach Ende des Turniers Gastgeber und Finalgegner Marokko um PSG-Star Achraf Hakimi zum neuen Titelträger ernannt. Das Endspielt wurde vom CAF nachträglich mit 3:0 für Marokko gewertet.
Doch warum kam es nun zu dieser Entscheidung?
Senegal in Schockstarre: Verband hat den AFCON-Titel aberkannt - Marokko jetzt Champion
Am Dienstag entschied der CAF, das Endspiel vom Januar für den Senegal gemäß Artikel 84 des Regelwerks als verloren anzurechnen und Marokko den Titel nachträglich zuzusprechen. Grundlage für diese Entscheidung war, dass die senegalesische Mannschaft während des Endspiels im Januar phasenweise eine Fortsetzung der Partie boykottiert hatte und das Finale um den Afrika-Cup kurz vor seinem Abbruch stand.
Nach einem Elfmeterpfiff für Marokko kurz vor Spielende hatten die Spieler des Senegal das Spielfeld sogar kurzzeitig verlassen. Erst nach minutenlangem Stillstand konnte die Partie fortgesetzt werden.
Real-Star Brahim Diaz trat nach Fortsetzung der Partie zum fälligen Strafstoß an – und vergab kläglich. Der nächste Nackenschlag erfolgte mit dem Siegtreffer durch Pape Gueye in der 94. Minute, der dem Senegal den Endspielsieg bescherte. Dieser Triumph war jedoch nur von kurzer Dauer, wie seit Dienstagabend feststeht.
"Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass [...] das Finale des [...] CAF-Afrika-Cups (AFCON)[...] für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt und das Ergebnis des Spiels mit 3:0 zugunsten Marokkos gewertet wird."CAF-Statement

Der CAF wertete das Verhalten der senegalesischen Spieler vor dem Strafstoß von Brahim Diaz nun nicht nur als Fehlverhalten sondern als Verstoß gegen die Artikel 82 und 84 und gab dem Einspruch des marokkanischen Fußballverbandes statt.
"Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass gemäß Artikel 84 des Reglements des CAF-Afrika-Cups (AFCON) das Finale des TotalEnergies CAF-Afrika-Cups (AFCON) Marokko 2025 für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt und das Ergebnis des Spiels mit 3:0 zugunsten der Fédération Royale Marocaine de Football (FRMF) gewertet wird", heißt es in einer offiziellen Mitteilung.
"Schande für Afrika" – So reagiert der Sengal auf das Urteil
Der Senegal kündigte umgehend Einspruch gegen dieses Urteil an. "Der senegalesische Fußballverband verurteilt diese ungerechte, beispiellose und inakzeptable Entscheidung, die den afrikanischen Fußball in Verruf bringt", heißt es in einem offiziellen Statement.
Nun werde man "so bald wie möglich Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einlegen", heißt es weiter. Der afrikanische Fußballverband hatte zuvor erklärt, dass ein weiterer Einspruch Senegals nur vor dem CAS möglich sei.
Ob der Senegal damit Erfolg hat, ist unklar. Was bleibt, ist allerdings, dass dieses Endspiel auch nach seinem Schlusspfiff noch für reichlich Zünd- und Gesprächsstoff sorgt.
Im Senegal ist die Wut nach dem Schock-Urteil wenig überraschend riesig: "Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite", sagte Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow im staatlichen Rundfunk RTS und nannte das Urteil eine "Schande für Afrika“.
Mit Pathé Ciss hat auch schon ein Spieler auf den Schock reagiert. "Den Heulsusen könnt ihr noch drei Tore geben", schrieb der Mittelfeldspieler von Rayo Vallecano bei X.
Vous pouvez ajouter encore 3 buts en faveur des lloron😂✌🏿
— Pathé Ciss 🇸🇳 (@pathe_22) March 17, 2026
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