Said El Mala muss in die Startelf des 1. FC Köln!

Lukas Kwasniok will "Marktwerte generieren" und "Spieler weiterentwickeln", setzt sein mit Abstand größtes Talent Said El Mala aber viel zu wenig ein. Das sollte der Effzeh-Coach dringend überdenken.
Said El Mala darf beim Effzeh trotz seiner Qualitäten meist nur als Joker ran
Said El Mala darf beim Effzeh trotz seiner Qualitäten meist nur als Joker ran / UWE KRAFT/GettyImages
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Am vergangenen Samstag musste sich Said El Mala nur bis zum Beginn der zweiten Halbzeit gedulden. Nachdem der 1. FC Köln zur Halbzeit mit 1:2 in Heidenheim zurückgelegen hatte, brachte Trainer Lukas Kwasniok ihn deutlich früher als gewohnt ins Spiel. Und der brauchte nicht einmal drei Minuten, um dem Spiel mit einem sehenswerten Distanztor seinen Stempel aufzudrücken.

Es war bereits der vierte Jokertreffer des 19-Jährigen, der es seit Saisonbeginn schafft, nicht nur die euphorischen Effzeh-Fans, sondern auch die neutralen Bundesliga-Zuschauer zu verzaubern. Kwasniok bildet hier scheinbar eine Ausnahme, denn er sieht seinen Unterschiedsspieler weiterhin nur in der Rolle des Einwechselspielers. Die Statistik von nur sechs Einsätzen von Beginn an spricht eine klare Sprache.

Kwasnioks Argumentation ist verständlich, aber ...

Dass er El Mala meist erst von der Bank bringt, begründet Kwasniok wie folgt: "Said ist einer der besten Einwechselspieler, den die Bundesliga aktuell zu sehen bekommt. Aber es gibt für mich drei Kategorien von Spielern: Es gibt Spielabarbeiter, Spielverbesserer und Spielentscheider. Und Spielentscheider entscheiden Spiele vor allem in der zweiten Halbzeit hinten raus. Und da ist Said eben einer der Besten", sagte der 44-Jährige nach dem Heidenheim-Spiel.

Effzeh-Trainer Lukas Kwasniok steht derzeit in der Kritik
Effzeh-Trainer Lukas Kwasniok steht derzeit in der Kritik / picture alliance/GettyImages

Und weiter: "Wir wollen uns einfach seine Waffe zunutze machen. Und wenn er von Beginn an spielt, muss er sehr viel abarbeiten und dann geht ihm ein wenig seiner Qualität verloren."

Kwasnioks Argumentation ist zwar mit Blick auf die Entwicklung des Spielers, der gewissermaßen nicht überspielt werden darf, einerseits verständlich. Andererseits kann es sich der Effzeh in der aktuellen Situation (sieben Spiele in Folge ohne Sieg) nicht leisten, seinen besten Spieler meist erst von der Bank zu bringen. Seine Qualitäten als Joker sind zwar nicht zu bestreiten, doch mit mehr Minuten hätte der Youngster, der trotz der vergleichsweise geringen Einsatzzeiten mit sieben Toren und drei Vorlagen bester Scorer der Kölner ist, womöglich sogar noch mehr Torbeteiligungen auf dem Konto.

"Marktwerte generieren"? Kwasniok widerspricht sich selbst

Womit sich Kwasniok selbst widerspricht: Im Vorfeld des Heidenheim-Spiel begründete er das Startelfdebüt vom 18-jährigen Fynn Schenten damit, "Marktwerte generieren" und "Spieler weiterentwickeln" zu wollen. Und genau das sollte doch gerade bei El Mala auch der Plan sein. Schließlich ist der U21-Nationalspieler auf bestem Wege, dem Effzeh eines Tages eine Rekordsumme in die Kassen zu spülen.

Doch dafür muss das Offensivjuwel mehr spielen. Andernfalls droht El Mala immer unzufriedener zu werden, was einen frühzeitigen Abgang zu einem niedrigen Preis zur Folge haben könnte.


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