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Riera der Sündenbock? Eintracht-Trainerlegende: "Dafür habe ich null Verständnis"

Anstelle von Trainer Albert Riera als Sündenbock sieht eine Frankfurter Trainerlegende viel mehr noch die Spieler in der Pflicht.
Albert Riera
Albert Riera | picture alliance/GettyImages

Die Personalie Albert Riera ist derzeit das meistdiskutierte Thema bei Eintracht Frankfurt und stellt sogar die sportlichen Leistungen der Mannschaft etwas in den Hintergrund. Eine Entwicklung, die man sich bei der Verpflichtung des spanischen Trainers sicherlich nicht so vorgestellt hat.

Mittlerweile gibt es nicht wenige, die ein baldiges Ende dieser Zusammenarbeit vorhersagen. Riera erhielt jedoch noch etwas Rückendeckung und wird am kommenden Freitag beim Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund vermutlich sein Endspiel um die Zukunft auf dem Frankfurter Trainerstuhl bestreiten. Eine gute Entscheidung, wie eine Frankfurter Trainerlegende findet.

Stepi findet Riera-Endspiel richtig

Dragoslav "Stepi“ Stepanovic gilt bei der SGE als Trainerlegende. Er stand von 1991 bis 1993 und nochmals 1996 an der Seitenlinie der Adler und ist bei den Hessen noch immer ein gern gesehener Gast. Der 77-jährige Fußballrentner hält das Riera-Endspiel für richtig.

"Ihn jetzt zu entlassen, wäre nicht gut [...] aktuell gibt es einfach nicht mehr diesen typischen Retter-Trainer, der in den letzten Spielen noch mal für einen Umschwung sorgen könnte."
D. Stepanovic über Riera-Diskussion
Dragoslav Stepanovic
Dragoslav Stepanovic | Micha Will/GettyImages

"Ihn jetzt zu entlassen, wäre nicht gut“, sagte die Trainerlegende gegenüber der Bild. Und der Serbe erklärte seine Gedanken dazu noch etwas ausführlicher. "Es ist eine unfassbar schwere Aufgabe, in der Kürze der Zeit etwas zu verändern, so etwas musst du können. So wie früher Jörg Berger. Doch aktuell gibt es einfach nicht mehr diesen typischen Retter-Trainer, der in den letzten Spielen noch mal für einen Umschwung sorgen könnte."

Bleibt also Riera, weil die Eintracht auf die Schnelle keinen passenden Feuerwehrmann für die letzten beiden Spiele gefunden hat? In Stepanovics Gedankenspielen gibt es offenbar noch eine ganz andere Möglichkeit und die hat interne Bedeutung.

Stepanovic: Frankfurt kann keine Patronen verschwenden

Wie der 77-Jährige vermutet, scheint es vor allem auch so zu sein, dass man in Frankfurt keine weiteren Patronen vergeuden möchte. Gerade deshalb hält Stepanovic Sturmlegende Alex Meier zu diesem Zeitpunkt auch nicht für eine sinnvolle und erneute Übergangslösung bei einem Riera-Rauswurf.

"Da würde ihm keiner einen Gefallen tun [...] Wenn es also schiefgeht, wäre Alex beschädigt."
Stepanovic über Meier-Option
War in dieser Saison schon Interimstrainer: Alex Meier
War in dieser Saison schon Interimstrainer: Alex Meier | picture alliance/GettyImages

"Da würde ihm keiner einen Gefallen tun. Bei so einer Aktion bist du nur vom Glück abhängig. Wenn es also schiefgeht, wäre Alex beschädigt, weil er als Co-Trainer schon bei dem Intermezzo im Januar dabei war", so Stepanovic.

Riera aus dem Kreuzfeuer: Trainerlegende schießt gegen Eintracht-Stars

Der frühere Trainerstar der Adlerträger sieht stattdessen die Frankfurter Mannschaft noch viel mehr in der Pflicht und nahm nun mit seiner Kritik an der Stars kein Blatt vor den Mund. "In dieser Situation kann kein Trainer helfen, das können nur die Spieler selbst", versuchte Stepanovic vermutlich auch, den Spanier aus dem Kreuzfeuer der Kritik zu nehmen. Stattdessen sieht die Trainerlegende die Probleme bei der SGE ganz anders gelagert.

"Keiner ärgert sich, keiner bäumt sich auf dem Platz auf, wehrt sich gegen die Niederlage. Dafür habe ich null Verständnis. Mir scheint, die sind alle viel zu zahm und zu weich."
Stepanovic schießt gegen SGE-Profis
Die SGE verlor zuletzt gegen den HSV
Die SGE verlor zuletzt gegen den HSV | picture alliance/GettyImages

"Was mir gegen den HSV aufgefallen ist: Keiner ärgert sich, keiner bäumt sich auf dem Platz auf, wehrt sich gegen die Niederlage. Dafür habe ich null Verständnis. Mir scheint, die sind alle viel zu zahm und zu weich“, so die doch recht scharfe Kritik des Ex-Frankfurt-Coaches an den Spielern der SGE.

Nach zuletzt deutlich erfolgreichen Spielzeiten, wäre auch Stepanovic nun schon mit dem siebten Platz zufrieden. "Wenn wir am Ende doch noch Platz sieben erreichen sollten, wäre das ein Riesen-Erfolg und fast ein Wunder“, so der Serbe deutlich.


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