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Real-Star als akute Bedrohung: Warum Goretzka eine Startelf-Option sein sollte

Der FC Bayern möchte nach dem 2:1 in Madrid in der heimischen Allianz Arena das Halbfinal-Ticket lösen. Leon Goretzka könnte dafür ein wichtiger Faktor sein.
Leon Goretzka sollte gegen Real Madrid in der Startelf stehen
Leon Goretzka sollte gegen Real Madrid in der Startelf stehen | IMAGO/kolbert-press

Der FC Bayern geht zu Recht mit einer breiten Brust ins Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid - und doch ist allen bewusst, dass noch einige Gefahren lauern. Im Fokus stehen dabei die beiden offensiven Ausnahmekönner Vinicius Junior und Kylian Mbappé, die den 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel mit spektakulären Einzelaktionen drehen könnten.

Doch was, wenn die größte Gefahr gar nicht vom Offensiv-Duo ausgeht, sondern von einem ganz anderen Spieler? Einem Mittelfeld-Motor, dessen Können verletzungsbedingt zuletzt im Verborgenen geblieben ist.

Die Rede ist von keinem Geringeren als Jude Bellingham. Der Engländer kam im Hinspiel erst nach gut einer Stunde als Joker zum Einsatz - und war wesentlich dafür verantwortlich, dass die Partie noch hätte kippen können. So gewann der Ex-Dortmunder all seine Zweikämpfe und startete immer wieder gefährliche Läufe. Bellingham zu unterschätzen, könnte fatal enden.

Für den FC Bayern war es ein ziemlicher Glücksfall, dass Alvaro Arbeloa zunächst auf Jungspund und Shootingstar Thiago Pitarch setzte, der in diesem großen Match kein wirklicher Faktor war. Man darf sich aber sicher sein, dass der Real-Coach im Rückspiel Bellingham in die Startelf befördern wird. Zumal mit Aurelien Tchouameni ein zentraler Mittelfeld gesperrt fehlt. Und dann kann es für den FC Bayern mal so richtig knifflig werden.

Bellingham und Valverde könnten das Bayern-Mittelfeld überrennen

Bellingham, der sich nach der Verletzungspause seiner Topform nähert, könnte mit Federico Valverde eine Mittelfeld-Achse bilden, die körperlich und athletisch massiv überlegen ist. Zwar mag das Bayern-Mittelfeld mit Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic spielstärker sein, in Sachen Power und Tempo können sie mit dem Real-Duo allerdings nur bedingt mithalten. Eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf.

Der FC Bayern droht so möglicherweise gerade in Konter-Situationen massiv überrannt zu werden. Kommen Kimmich und Pavlovic nicht rechtzeitig in die Zweikämpfe, bleibt den Madrilenen viel Zeit und Raum, um die Bälle regelmäßig in Richtung von Mbappé und Vinicius Junior zu befördern, die letztlich in die Abschlusspositionen kommen sollen.

Zwar gilt eigentlich das Motto "Never change a running system", jedoch sollte Vincent Kompany genau über das ernsthaft nachdenken. Natürlich ist es schon häufig schiefgegangen, ausgerechnet im wichtigsten Spiel etwas anders zu machen, doch besondere Gegenspieler erfordern manchmal eben auch besondere Maßnahmen.

Bayern benötigt die Hilfe von Leon Goretzka

Die Münchner Antwort auf Jude Bellingham könnte in diesem Falle Leon Goretzka lauten. Der 31-Jährige bringt die nötige Athletik und Körperlichkeit mit, die Kimmich und Pavlovic fehlt. Folgerichtig sollte der Routinier die Aufgabe bekommen, das zentrale Mittelfeld zu verstärken und vor allem bei schnellen Gegenstößen darauf achten, dass Bellingham und Valverde nicht zu häufig Fahrt aufnehmen können. Alles ist angerichtet für eine der letzten großen Goretzka-Schlachten in München. In guter Verfassung ist der Mittelfeldmann trotz seiner zuletzt kleineren Rolle ohnehin.

Goretzka sollte aber nicht anstelle von Pavlovic oder Kimmich spielen, sondern mit den beiden. Es ist unlängst bekannt, dass große Spiele meistens im Mittelfeld entschieden werden. Der FC Bayern benötigt hier die geballte Stärke der drei zentralen Mittelfeldspieler, um hier die Überhand behalten zu können. In der letzten halben Stunde in Madrid war genau das nicht der Fall, weshalb es auch so oft vor dem Tor von Manuel Neuer gefährlich wurde.

Bayern ist mit Kane, Diaz und Olise offensiv ausreichend gefährlich

Im Spiel nach vorne haben die Bayern ausreichend Qualität, auch mit dem Trio Michael Olise, Luis Diaz und Harry Kane für ordentlich Gefahr zu sorgen. In der zweiten Halbzeit in Madrid war Olise hier oft der Alleinunterhalter, weil Diaz und Kane nicht zu 100 Prozent fit wirkten. Trotz allem wurde es vor dem Real-Tor oft genug brenzlig. Dies bedeutet, dass die Bayern in der Offensive auf einen vierten Spieler verzichten können, ohne ihre Zähne zu verlieren.

Es sei zudem auch erwähnt, dass Serge Gnabry zuletzt leicht angeschlagen war und Jamal Musiala trotz seiner starken Leistung gegen St. Pauli noch nicht weit genug für einen Startelfeinsatz gegen Real Madrid sein dürfte. Lennart Karl, dem ansonsten ebenso ein Einsatz von Beginn an zuzutrauen gewesen wäre, kann verletzungsbedingt nicht mitmischen. Es bietet sich also absolut an, fürs Erste auf Stabilität zu setzen und darauf zu vertrauen, dass es das gefährliche Offensiv-Trio auch ohne Gnabry und Musiala schafft.

Auf diese Weise hat man auch noch zwei starke Joker in der Hinterhand, sollte die Partie gegen die Madrilenen doch nicht so laufen, wie man sich das erhofft.

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