Der FC Bayern ist ein wenig holprig in die neue Saison gestartet. Während es gegen Stuttgart und Bodö/Glimt deutliche Siege gab, sprang auf Schalke nur ein 0:0 raus. Zuletzt taten sich die Münchner zudem beim 2:1-Erfolg in Elversberg erstaunlich schwer. Zum frühen Zeitpunkt der Saison sind längst noch nicht alle Bayern in Topform, jedoch gibt es auch Positiv-Beispiele zu nennen.
Wir werfen einen Blick auf die Gewinner und Verlierer des Saisonstarts:
FC Bayern: Die Gewinner des Saisonstarts
Alphonso Davies:
Was für ein Comeback des Kanadiers! Davies wurde im Sommer phasenweise als Verkaufskandidat betrachtet und grundsätzlich eher als Backup für Nathaniel Brown angesehen. Davies hat seine Kritiker aber mit beachtlichen Performances Lügen gestraft. Der Linksverteidiger wirkt wieder zu 100 Prozent fit und sprüht nur so vor Energie und Tatendrang. Defensiv agiert Davies wohl so stark wie nie und auch auf dem Weg nach vorne glänzt er durch das geschickte Auflösen von Pressing-Situationen, starken Laufwegen und gefährlichen Hereingaben. Gegen Bodö/Glimt traf er sogar auf spektakuläre Art und Weise. Aktuell hat er im Duell mit Brown links hinten die Nase vorne, was überraschend, aber absolut gerechtfertigt ist.
Kim Min-jae:
An der Nummer-drei-Rolle von Kim gab es in der letzten Saison überhaupt nichts zu rütteln. Der Südkoreaner war nicht mehr als ein Backup für Upamecano und Tah. Zwar ist er in der Hierarchie noch immer die Nummer drei, jedoch scheint er insbesondere an Tah näher herangerückt zu sein. Kim spielt bislang eine tadellose Saison und bekam relativ viel Spielzeit ab. Inzwischen soll sogar eine Vertragsverlängerung wieder denkbar sein. Der FC Bayern schätzt Kim als Sportler und Person und scheint einiges an Vertrauen in den Südkoreaner zurückgewonnen zu haben.
Aleksandar Pavlovic:
Bei der Weltmeisterschaft war Aleksandar Pavlovic kaum wiederzuerkennen. Der zentrale Mittelfeldspieler wirkte gerade in den Zweikämpfen oft überfordert und konnte dem Spiel der Nationalmannschaft praktisch nie seinen Stempel aufdrücken. Zurück beim FC Bayern sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Der Youngster scheint die Enttäuschung gut verdaut zu haben und liefert souveräne Leistungen am Stück. Pavlovic fordert viele Bälle und fungiert als Denker und Lenker im Mittelfeld, wobei ihm kaum Fehler unterlaufen. Sowohl mit als auch gegen den Ball sind seine Auftritte absolut überzeugend. Sein Vorsprung auf Tom Bischof ist eher gewachsen als geschmolzen.
FC Bayern: Die Verlierer des Saisonstarts
Luis Diaz:
Luis Diaz ist bislang die große Enttäuschung der noch jungen Saison. Nach seinen hervorragenden Performances in der letzten Spielzeit sieht man derzeit einen formschwachen Offensivspieler. Die bereits bekannten Probleme bei der Chancenverwertung haben sich verschlimmert und auch abseits davon, kann der Kolumbianer derzeit kaum überzeugen. Schlampige Ballannahmen, Fehlpässe und misslungene Dribblings sind an der Tagesordnung. Natürlich ist die Saison noch jung, jedoch sollte der 29-Jährige schleunigst wieder in die Spur kommen. Ansonsten droht sein Stammplatz schneller zu wackeln, als ihm lieb sein dürfte. Nach sechs Pflichtspielen steht der Linksaußen bei einem Tor und null Assists.
Konrad Laimer:
Konrad Laimer zählte in der vergangenen Saison phasenweise zu den stärksten Rechtsverteidigern in Europa. Von dieser Form ist der Österreicher aber noch ein Stück weit entfernt. Laimer spielt zwar einigermaßen solide, jedoch fehlt es bei seinen Offensivaktionen häufig an der nötigen Genauigkeit. Zudem deutet seine schwache Zweikampfquote von 29 Prozent in der Bundesliga Defensiv-Schwächen an. Dementsprechend fällt er im Vergleich zu Gegenüber Davies recht deutlich ab und dürfte Probleme haben, seinen Stammplatz zu halten. Josip Stanisic ist nahe dran und auch Brown könnte auf der rechten Seite eine heiße Option werden.
Tom Bischof:
Eigentlich ist Tom Bischof mit richtig guten Voraussetzungen in die neue Saison gestartet. Als einer der wenigen Bayern-Profis war er die gesamte Saison-Vorbereitung mit von der Partie und hatte kein WM-Trauma zu bewältigen. Demnach war man geneigt zu sagen, dass es für Pavlovic schwer werden könnte. Kompany hat jedoch relativ schnell deutlich gemacht, dass Pavlovic der Platzhirsch und Bischof der Herausforderer ist. In einigen Partien kam Bischof nur ganz kurz oder überhaupt nicht zum Einsatz. Zuletzt durfte er in Elversberg von Beginn an ran, konnte aber nicht wirklich überzeugen. Unter dem Strich spielt Bischof zwar eine ordentliche Saison, dies ist jedoch nicht genug, um in München durchzustarten. Sein Hauptproblem ist die mangelnde Athletik.
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