Premier League oder Wüste? Die möglichen Optionen für Xabi Alonso
Von Franz Krafczyk

Er sollte bei Real Madrid eine Ära prägen, doch letztlich hielt es Xabi Alonso bei den Königlichen gerade einmal ein halbes Jahr im Amt. Nach der 2:3-Niederlage in der Supercopa gegen den FC Barcelona musste der Baske am Montagabend überraschend seinen Posten räumen (90min berichtete).
Sportlich gesehen war bislang zwar Luft nach oben, von einer echten Krise konnte aber nicht die Rede sein. Zwar steht Real in La Liga nur auf Platz zwei, der Rückstand auf Barca beträgt aber überschaubare vier Punkte. Zudem steuern die Madrilenen in der Champions League auf das Achtelfinale zu.
So dürften die Gründe für die Trennung weniger sportlicher Natur sein. In der jüngeren Vergangenheit wurde immer wieder von Spannungen zwischen Alonso und seiner Mannschaft berichtet. Stars wie Vinicius Junior sollen mit dem Trainer, der sehr viel Disziplin von seinen Spielern einforderte, nicht zurechtgekommen sein.
Während Real den Posten des Cheftrainers mit Álvaro Arbeloa nachbesetzt, stellt sich die Frage, bei welchem Klub Xabi Alonso als Nächstes anheuert. Gerade in der Premier League könnten sich spätestens ab Sommer spannende Möglichkeiten ergeben.
1. FC Liverpool
Bereits nach Jürgen Klopps Rücktritt als Trainer des FC Liverpool im Sommer 2024 gab es Gerüchte, dass Xabi Alonso die Reds übernehmen könnte. Der ehemalige LFC-Star entschied sich jedoch für eine weitere Saison in Leverkusen, was ihm ein Jahr später die Tür zu einer Unterschrift bei Real Madrid öffnen sollte.
Im vergangenen Sommer kam Alonso für Liverpool dann aber nicht mehr infrage, da der damalige Trainer Arne Slot in seinem ersten Jahr an der Anfield Road die Meisterschaft holen konnte. Doch nur wenige Monate später sieht die Welt an der Mersey ganz anders aus. Trotz großer Investitionen im Sommer nimmt Liverpool in dieser Saison nicht am Meisterschaftsrennen der Premier League teil. Zwar konnte Slot die Mannschaft zuletzt stabilisieren, doch der Spielstil unter dem Niederländer lässt nach wie vor zu wünschen übrig.
Sollte sich die sportliche Situation in den kommenden Wochen nicht verbessern, werden die Verantwortlichen des FC Liverpool sich mit Sicherheit Gedanken darüber machen, ob Alonso perspektivisch nicht die schlauere Wahl wäre. Die Gelegenheit, den früheren Mittelfeldstar zurück in seine englische Wahlheimat zu holen, bietet sich schließlich nicht häufig. Besonders Florian Wirtz würde diese Idee sicher nicht ablehnen.
2. Manchester United
Anders als der FC Liverpool zog Manchester United zuletzt die Reißleine und stellte Trainer Ruben Amorim frei. Der Weltklub hat zwar nach wie vor große Ambitionen, hinkt den Erwartungen jedoch seit Jahren hinterher.
Ist Xabi Alonso der neue Heilsbringer der Red Devils? Die Verantwortlichen, die mit Michael Carrick wohl eine Übergangslösung bis Sommer gefunden haben, könnten sich um eine Unterschrift des Basken bemühen, der dann ab der kommenden Saison übernehmen würde.
Allerdings ist ungewiss, ob ein ambitionierter Trainer wie Alonso einen Krisenverein wie United übernehmen will. Schließlich haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche talentierte Trainer wie Amorim oder Erik ten Hag an United verbrannt. Das bereits seit Jahren herrschende interne Chaos ist sicher keine gute Werbung. Zudem könnte Alonsos Verbundenheit zum Erzrivalen aus Liverpool dem Ganzen im Weg stehen.
3. Manchester City
Der Vertrag von Pep Guardiola bei Manchester City läuft zwar noch bis Sommer 2027, doch seit Monaten gibt es immer wieder Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied des Katalanen. Zuletzt wurde als möglicher Schattentrainer immer wieder Guardiolas früherer Assistent Enzo Maresca gehandelt, der zuletzt beim FC Chelsea entlassen wurde.
Die plötzliche Entlassung Alonsos bei Real Madrid könnte die Bosse von Manchester City jedoch zum Umdenken bewegen. Doch dafür müsste erst einmal Guardiola einem Abgang im Sommer zustimmen.
4. Saudi-Arabien
Auch in Saudi-Arabien wird man von der Entlassung Alonsos erfahren haben. Zwar ist zu bezweifeln, dass der 44-Jährige seine Trainerlaufbahn in der Wüste fortsetzen will, ausschließen sollte man dieses Szenario aufgrund der dort gezahlten Gehälter aber nie. So ist auch zu erklären, warum inzwischen bekannte Namen wie Simone Inzaghi, Matthias Jaissle oder Sérgio Conceição in der Saudi Pro League an der Seitenlinie stehen. Ist Alonso der Nächste, der dem Lockruf des Geldes folgt?
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