Hintergründe zum Alonso-Aus: Ergriff der Real-Coach die Flucht?
Von Yannik Möller

Es war der Knall am Montagabend: Real Madrid und Xabi Alonso gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege (90min berichtete). Damit endet die Zusammenarbeit, die zu Beginn mit sehr hohen Erwartungen verknüpft war, nach nur einem guten halben Jahr. Die Niederlage im Finale der spanischen Supercopa gegen den FC Barcelona schien das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben.
Doch während es von Vereinsseite heißt, Real Madrid und Alonso haben sich einvernehmlich getrennt, tauchen nach und nach mehr Berichte spanischer Outlets auf, die viel eher von einem regelrecht freiwilligen Abgang des Cheftrainers sprechen.
Einigkeit scheint immerhin zu dem Aspekt vorzuherrschen, dass die Spieler vom Alonso-Aus sehr überrascht waren und sie damit keineswegs gerechnet haben. Laut der Marca habe in der Mannschaft zuletzt sogar das Gefühl vorgeherrscht, dass die Arbeit des Coaches langsam aber sicher Form annimmt, Verbesserungen eintreten und es eine gewisse Stabilität gibt. Deshalb sei das Team auch von der Niederlage gegen Barça so überrascht gewesen. Alle haben sich gut vorbereitet und für das Spiel gewappnet gesehen.
Handelte Präsident Perez eigenmächtig?
Die Mundo Deportivo berichtet derweil, dass es vor allem Florentino Perez war, der das vorzeitige Ende der Amtszeit von Alonso besiegelt hat (via Bild). Der Real-Präsident sei von der Final-Niederlage so enttäuscht gewesen, in Verbindung zu so manchen Stolperern in den vergangenen Monaten, dass er nahezu eigenhändig gehandelt habe. Allerdings muss man bei Berichten zu den Königlichen vom Barça-nahen Blatt vorsichtig sein.
Viele Egos und wenig Disziplin: Schmiss Alonso das Handtuch?
Portale und Outlets wie Cope oder El Larguero, oder auch einzelne Journalisten wie etwa Fabrizio Romano und Edu Aguirre, thematisierten in den Stunden nach der offiziellen Trennung aber auch den Aspekt, dass Alonso viel zu viele Egos innerhalb der Kabine vorgefunden habe und deshalb mehr oder weniger freiwillig ging. Der übereinstimmende Tenor: Diese Real-Mannschaft ist für einen Trainer, der in mehreren Bereichen viel Disziplin einfordert, enorm undankbar zu trainieren.
Beispiele: Manche Spieler hätten rund um die Trainingseinheiten nur das absolute Minimum getan. Sie seien in letzter Minute erschienen, hätten sich im Training nicht richtig reingehängt und sich dabei auf ihren internen Status verlassen, und seien anschließend auch direkt wieder abgefahren. Immer wieder hätten Alonso und sein Trainer-Staff die Spieler zu mehr Taktik- und Gym-Arbeit drängen müssen.
In einem letzten Austausch mit der Vereinsführung soll Alonso auch deutlich gemacht haben, dass die Spieler über zu viel Macht verfügen und dass es so nicht möglich ist, eine unter seinen Ideen erfolgreiche Mannschaft zu formen. Bereits über die vergangenen Monate gab es immer wieder vereinzelte Berichte über vermeintlich zu viele und zu große Egos. Die Beziehung zwischen Coach und Team soll stets angespannt gewesen sein.
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