Zwei Doppelpackerinnen: Die Einzelkritik zu Wolfsburgs 4:0-Sieg gegen Köln

Helene Altgelt
Macht Spaß: Der VfL Wolfsburg hatte beim 4:0 gegen Köln wenig Mühe
Macht Spaß: Der VfL Wolfsburg hatte beim 4:0 gegen Köln wenig Mühe / Christof Koepsel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Der VfL Wolfsburg gab sich auch am 8. Spieltag der Frauen-Bundesliga keine Blöße und gewann mit 4:0 beim 1. FC Köln, der einen neuen Zuschauerrekord verzeichnen konnte. Alex Popp und Marina Hegering trafen dabei doppelt und sorgten für einen bequemen Sieg für die Wölfinnen. Die Einzelkritik:


1. Tor und Abwehr

Merle Frohms (Tor): 7/10

Wolfsburgs Torhüterinnen zu bewerten, ist in den meisten Spielen eine knifflige Aufgabe. Wie so oft war Frohms kaum gefordert, konnte sich daher nicht wirklich auszeichnen. Ihre Sprungkraft durfte sie in der 23. Minute bei einem Distanzschuss von Bienz zeigen, und konnte den Abschluss abwehren. Das blieb ihre einzige wirkliche Prüfung an diesem Nachmittag. Im Spielaufbau gewohnt souverän.

Kathrin Hendrich (Rechtsverteidigung / Innenverteidigung): 6/10

Zum ersten Mal seit längerer Zeit wurde Hendrich wieder als Rechtsverteidigerin aufgeboten. Der Grund dafür ist höchstwahrscheinlich das Comeback von Marina Hegering, das für eine größere Konkurrenz in Wolfsburgs Abwehrzentrale sorgt. Hendrich hatte ein recht unauffälliges Spiel und ging nicht viel mit nach vorne, war aber da, wenn sie benötigt wurde. Ab der Halbzeit rückte sie dann wieder nach innen.

Marina Hegering (Innenverteidigung): 8/10

Marina Hegering
Kopfballstark und ruhig am Ball: Marina Hegering / Christof Koepsel/GettyImages

Sehr gute Leistung von Hegering, die von ihrer Verletzung in Topform zurückgekehrt ist. Aus der Reha hat sie wohl auch eine noch größere Torgefahr mitgebracht: Gegen Köln gelangen ihr in 45 Minuten zwei Tore, zunächst konnte sie nach einer Ecke abstauben und war dann nach einer Flanke mit dem Kopf zur Stelle. Das zeigt: Hegering ist nicht nur defensiv eine klare Verstärkung für die Wölfinnen gewesen. Ihre Qualitäten im Spielaufbau zeigte die Nationalspielerin ebenfalls. Zuerst wollte nicht jede Aktion nach vorne klappen, danach zeigte sie sich aber immer passsicherer und schlug auch gute Flanken. Defensiv ebenfalls tadellos, verlor keinen Zweikampf.

Dominique Janssen (Innenverteidigung): 6/10

Janssen setzt noch mehr als Hegering auf lange Diagonalpässe und konnte auch an diesem Sonntag wieder einige anbringen. Die Niederländerin leistete sich aber auch ein paar defensive Unsicherheiten, spielte etwa einen gefährlichen Fehlpass und konnte Bienz in der 23. Minute nicht am Schuss hindern. Dagegen vor der Pause mit einer wichtigen Aktion gegen Gudorf im Strafraum. Wirkte mit Hendrich an ihrer Seite etwas sicherer, was aber auch an den erlahmenden Kölner Kräften liegen könnte.

Felicitas Rauch (Linksverteidigung): 7/10

Ein typisches Rauch-Spiel, in dem sie bei vielen Angriffen beteiligt war und gerne mal zum Dribbling ansetzte. In der 5. Minute gelang ihr auch ein Tor, zuvor hatte aber eine Abseitsposition vorgelegen. Nach hinten hatte sie gegen weitestgehend harmlose Kölnerinnen wenig zu tun, zudem Jonsdottir auf ihrer Seite tatkräftig mithielf.

Mittelfeld

Lena Oberdorf (defensives Mittelfeld): 8/10

Lena Oberdorf, Lotta Cordes
Oberdorf vom Ball trennen: Keine leichte Aufgabe für Ex-Mitspielerin Lotta Cordes / Christof Koepsel/GettyImages

Ein recht typisches Spiel war es auch für Oberdorf, die nach ihrer Schulterverletzung wieder auf dem Platz stand. In den Zweikämpfen schonte sich die 20-Jährige aber trotzdem nicht, zeigte sich gewohnt robust und gewann einige Bälle. Mit der Kugel war Oberdorf spielfreudig und versuchte sich auch an zwei Abschlüssen, die aber nicht wuchtig genug waren. Ein wenig mehr Passgenauigkeit hätte noch dazukommen können, aber ihre Kernaufgaben erledigte Oberdorf sehr gut.

Lena Lattwein (defensives Mittelfeld): 7/10

Die beiden sind im defensives Mittelfeld ein sehr gutes Duo geworden und verstehen sich inzwischen intuitiv. Lattwein ordnete das Spiel gut und machte mit Oberdorf zusammen das Zentrum zu, wodurch die Kölner Passwege zu Mandy Islacker meist versperrt waren. In der 56. versuchte sie sich selbst an einem Distanzschuss, der nur knapp daneben ging. Im Spielaufbau hätte sie sich noch etwas mehr trauen können und fiel wenig auf.

Jill Roord (offensives Mittelfeld): 6/10

Roord wirkte in einigen Situationen fahrig, verlor den Ball oder leistete sich einen Fehlpass. Andererseits aber auch mit ein paar guten Aktionen, bei denen die 25-Jährige nur mit einem Foul gehalten werden konnte. Offensiv mischte sie viel mit, das Abspiel stimmte dann am Ende aber oft nicht.

Sturm

Tabea Waßmuth (rechter Flügel): 7/10

Waßmuth machte ein ordentliches Spiel auf rechts. Ihre beste Aktion war ihr toller öffnender Pass auf Alexandra Popp in der 33. Minute, den ihre Sturmkollegin dann zum 2:0 verwertete. Ansonsten war Waßmuth etwas weniger präsent als ihr Pendant auf der linken Seite, Jonsdottir. Das lag auch daran, dass ihr in einigen Situationen die Genauigkeit fehlte. Besonders beim Abschluss war das der Fall - symbolisch dafür eine Szene in der 79. Minute, als sie den Ball schon quasi im Tor untergebracht hatte, aber Ally Gudorf auf der Linie rettete.

Alexandra Popp (Sturmzentrum): 8/10

Tabea Wassmuth, Alexandra Popp
Die Chemie auf dem Platz stimmt: Tabea Waßmuth und Alex Popp / Christof Koepsel/GettyImages

Popp war links, rechts, überall unterwegs, aber in den entscheidenden Szenen bewies sie wieder ihren untrüglichen Torriecher und war zur Stelle. Zum 2:0 nahm sie Waßmuths Pass gut an und verwandelte souverän, beim 4:0 konnte sie nach deren Schussversuch abstauben. Zum Ende des Spiels rückte sie auf die Sechserposition und machte es auch dort sehr gut, gewann insgesamt zehn von zwölf Zweikämpfen.

Sveindis Jonsdottir (linker Flügel): 8/10

Jonsdottir spielte ihre Schnelligkeit gut aus und initiierte immer wieder gute Angriffe. Dabei lieferte sie sich sowohl offensiv als auch defensiv einige packende Duelle mit Kölns Ally Gudorf, konnte davon viele für sich entscheiden. Jonsdottir spulte erneut ein hohes Laufpensum ab, aber ging auch intelligente Wege. Einziges Manko bei ihr die Chancenverwertung, die Isländerin ließ in der 7. eine hundertprozentige Chance per Kopfball aus und kam auch danach nicht zu einem Tor.

Einwechselspielerinnen

Lynn Wilms (46. Minute für Marina Hegering): 7/10

Wilms zeigte, wie es zu erwarten gewesen war, mehr Offensivdrang als Hendrich zuvor, wurde aber nicht sehr zwingend. Defensiv fast gar nicht gefordert.

Svenja Huth (58. Minute für Lena Lattwein): keine Bewertung

Huth setzte ihre frischen Beine gut ein, war emsig und bei vielen Kontern mit dabei. Setzte auch ihre Mitspielerinnen öfters in Szene.

Joelle Wedemeyer (58. Minute für Felicitas Rauch): keine Bewertung

In Abwesenheit von Sara Agrez, die mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, scheint Wedemeyer aktuell die Nummer zwei als Linksverteidigerin. Sie hatte mit der quirligen Gudorf einiges zu tun, kam aber auch selbst mit guten Flanken nach vorne.

Ewa Pajor (69. Minute für Lena Oberdorf): keine Bewertung

Pajor wurde direkt nach Popps 4:0 eingewechselt, kein beruhigender Anblick für die Kölner Defensive. Ausnahmsweise traf Pajor aber nicht, wobei sie in der Schlussphase noch eine gute Chance per Kopf hatte. Bei Kontern wie üblich gefährlich.

Rebecka Blomqvist (76. Minute für Jill Roord): keine Bewertung

Blomqvist hatte einige Szenen im Strafraum, fügte sich gut in das Wolfsburger Spiel ein. Im Abschluss selbst zu ungenau.


Folgt uns für mehr Frauenfußball bei 90min:

Twitter:@FF_90min                                                                                                                                        Podcast: Raus aus dem Abseits

Alle News zum Frauenfußball hier bei 90min:

Alle Frauenfußball-News
Alle DFB-News
Alle Frauen-Bundesliga-News

facebooktwitterreddit