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VfB Stuttgart

VfB Stuttgart: Diese 8 Talente könnten demnächst durchstarten

Stefan Janssen
Naouirou Ahamada (l.) gegen Teamkollege Nikolas Nartey.
Naouirou Ahamada (l.) gegen Teamkollege Nikolas Nartey. / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Der VfB Stuttgart hat sich in der jüngeren Vergangenheit wieder zu einer unglaublich guten Talentschmiede entwickelt und "die jungen Wilden 2.0" ins Leben gerufen. Silas Katompa Mvumpa, Sasa Kalajdzic, Tanguy Coulibaly, Mateo Klimowicz - sie alle schafften kürzlich den Durchbruch. Der VfB stellt nicht ohne Grund die jüngste Mannschaft der Liga, denn es ist "die Konsequenz unseres Handelns, unserer Philosophie, die sich aus den Rahmenbedingungen ergibt, unter denen wir arbeiten", wie Sportdirektor Sven Mislinat im kicker-Interview erklärte.

Und neben den eben genannten und weiteren Spielern, die den Durchbruch schafften, stehen bereits die nächsten Talente in den Startlöchern. Hier sind acht Spieler, die eine realistische Chance haben, schon in dieser Saison eine gewichtige Rolle zu spielen:

1. Hiroki Ito

Hiroki Ito
Hiroki Ito. / Masashi Hara/Getty Images

Ein extrem spannender Spieler, der Innenverteidiger aus Japan. Ist momentan vom Tabellenzweiten der J2-League Júbilo Iwata ausgeliehen, der VfB hat aber eine Kaufoption. "Er wird zunächst den Weg über die U21 gehen und soll sich Schritt für Schritt an den europäischen Fußball gewöhnen", hatte Sportdirektor Sven Mislintat bei der Verpflichtung gesagt, aber auch: "Hiroki bringt die fußballerischen und die
körperlichen Voraussetzungen mit, um mittelfristig den Sprung in den
Kader unserer Profimannschaft zu schaffen."

Nicht ausgeschlossen, dass Ito schon in dieser Saison bei den Profis mitmischt, wenn er sich weiter gut entwickelt und sich die Umstände dazu ergeben (z.B. ein Kempf-Abgang). Die ersten Testspielauftritte waren ansprechend. Der 22-jährige Linksfuß hat großes Potenzial und könnte der nächste gute Griff von "Diamentenauge" Mislintat sein.

2. Clinton Mola

Clinton Mola
Clinton Mola. / Thomas Niedermueller/Getty Images

Mola ist neben Ito der andere Grund, weshalb der VfB bei einem möglichen Abgang des Ex-Kapitäns Marc-Oliver Kempf relativ entspannt ist. Der 20-Jährige kam bereits im Januar 2020 vom FC Chelsea und absolvierte in der 2. Bundesliga einige Spiele als Linksverteidiger. Die vergangene Saison verpasste er aufgrund einer Hüftverletzung aber nahezu komplett, er stand gegen Ende nur zweimal im Kader, ohne zum Einsatz zu kommen. Deshalb lautet sein erstes Ziel aktuell (via vfb.de): "An erster Stelle ist es entscheidend, gesund zu bleiben."

Gelingt Mola das, kann er schon in dieser Saison eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Der Engländer hat nicht nur einen starken linken Fuß, sondern zeichnet sich auch durch große Flexibilität aus, denn er kann im defensiven Mittelfeld, in der Innenverteidigung und auf der linken Seite spielen. "Ich möchte die Vorbereitung nutzen, um besser zu werden, um in einen guten Rhythmus zu kommen und natürlich in dieser Saison möglichst viel Spielzeit in der Bundesliga zu erhalten." Die Chancen stehen gut.

3. Naouirou Ahamada

Naouirou Ahamada
Naouirou Ahamada. / Thomas Niedermueller/Getty Images

Kurz vor Ende des Transferfensters im vergangenen Jahr, und das heißt Anfang Oktober 2020, lieh der VfB Stuttgart Ahamada noch von Juventus aus. Als "im Jahrgang 2002 eines der Toptalente in Frankreich" bezeichnete Mislintat den defensiven Mittelfeldspieler damals. In der Rückrunde der vergangenen Saison kam er auch auf sechs Bundesligaspiele, machte dabei aber oft einen unglücklichen Eindruck und kassierte auch eine Rote Karte. Trotzdem verpflichteten die Stuttgarter ihn für 1,5 Millionen Euro fest.

Denn dass Ahamada großes Potenzial besitzt, ist unbestritten. Die Vorbereitung des Franzosen war auch wirklich nicht schlecht, die Abwesenheit des verletzten Orel Mangala und des bei Olympia aktiven Wataru Endo konnte er durchaus für sich nutzen - bis er sich selbst verletzte, weswegen er jetzt mehrere Wochen passen muss. Sobald der 19-Jährige wieder fit ist, ist mit ihm aber zu rechnen.

4. Nikolas Nartey

Nikolas Nartey
Nikolas Nartey. / Thomas F. Starke/Getty Images

Schon vor zwei Jahren verpflichtete der VfB das große Talent Nikolas Nartey vom 1. FC Köln, es war einer der ersten Transfers von Sven Mislintat. Doch kaum war er da, war er auch schon wieder weg: Leihe zu Hansa Rostock. In der vergangenen Saison war er dann leihweise beim SV Sandhausen. Sowohl in der 3. Liga als auch in der 2. Bundesliga wurde er Stammspieler und entwickelte sich weiter, es waren gute Leihgeschäfte. "Ich bin reifer geworden", bestätigt Nartey (via SWR).

Der nächste logische Schritt ist nun der Durchbruch in der Bundesliga und beim VfB, eine erneute Leihe ist kein Thema. Nartey ist in dieser Saison im zentralen Mittelfeld, wo er von der Sechs bis zu Zehn alles spielen kann, fest eingeplant. Durch Mangalas Verletzung und Endos Olympia-Teilnahme hat er, genau wie Ahamada, jetzt seine große Chance.

5. Lilian Egloff

Lilian Egloff
Lilian Egloff. / Thomas Niedermueller/Getty Images

Egloff kommt aus dem eigenen Stuttgarter Nachwuchs und gilt als riesengroßes Talent. Mit 17 debütierte er in der 2. Bundesliga, seine Vorbereitung nach dem Aufstieg vor einem Jahr war vielversprechend. In der Bundesliga reichte es dann aber nur zu zwei Kurzeinsätzen, auch, weil er mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Schon seit Dezember vergangenen Jahres plagt ihn ein Knochenödem im Fuß, welches er zunächst konservativ und nun operativ behandeln ließ.

Der immer noch erst 18-Jährige fällt deshalb noch lange aus, auf seinen Durchbruch muss er also weiterhin warten. Doch er wird beim VfB die Zeit dazu bekommen, denn Mislintat betonte bei der Vertragsverlängerung vor gut einem Jahr: "Lilian Egloff verfügt für sein Alter über außergewöhnliche Fähigkeiten." Hoffentlich kann er die bald wieder auf dem Rasen zeigen.

6. Ömer Beyaz

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Ömer Beyaz. / THOMAS KIENZLE/Getty Images

"Ömer ist ein außergewöhnliches Talent und zählt in seinem Jahrgang zu den begehrtesten Spielern in ganz Europa", sagt Sven Mislintat über Beyaz, der ablösefrei von Fenerbahce Istanbul verpflichtet werden konnte. Schon mal gehört? Genau, ein wenig weiter oben bei Naouirou Ahamada. Doch Beyaz ist noch einmal eine etwas andere Kategorie, denn der 17-Jährige debütierte bereits bei den Profis von Fenerbahce und ist U21-Nationalspieler. Bei Fenerbahce trug er auch einmal kurzzeitig die Kapitänsbinde und wurde dort jüngster Spielführer aller Zeiten, genauso schnell wurde er aber auch suspendiert, weil er seinen Vertrag nicht verlängern wollte.

Seinen nächsten Schritt will Beyaz jetzt beim VfB machen und bekam von Trainer Matarazzo und auch Sportdirektor Mislintat bereits viel lob. Letzterer sagte (via kicker): "Ömer ist schon sehr weit mit seinen 17 Jahren, weiter als ich dachte." Im offensiven Mittelfeld gibt es durch den Abgang von Gonzalo Castro auch durchaus Platz für ihn, vielleicht sehen wir ihn schon bald regelmäßig in der Bundesliga.

7. Momo Cissé

Alkhaly Momo Cisse
Momo Cissé. / Thomas Niedermueller/Getty Images

Immerhin fünf Kurzeinsätze bekam Momo Cissé in der vergangenen Saison nach seinem ablösefreien Wechsel aus Le Havre zum VfB. Doch viel fehlte offenbar nicht zu mehr, denn Pellegrino Matarazzo stellte ihm auf einer Pressekonferenz sogar schon mal die Startelf in Aussicht. Darauf muss der 18-jährige Flügelspieler jetzt aber noch eine Weile warten, denn im Testspiel gegen Bielefeld verletzte er sich und fällt für mehrere Wochen aus. Den Bundesligastart verpasst er in jedem Fall.

Bitter für den VfB, der schon auf mehrere Offensivkräfte verzichten muss und bitter für Cissé, der sich sicher erhofft hat, nach einer ordentlichen Vorbereitung mehr zu spielen. Trotz seiner schmalen Statur wird er von Matarazzo nämlich durchaus geschätzt (via kicker): "Er ist schnell und hat, auch wenn man ihm das nicht so ansieht, die nötige Körperspannung. Er kann im Zweikampf schon hart sein." Das braucht er auch als Flügelspieler im VfB-System, in dem er auch nach hinten arbeiten muss. Mitte/Ende September könnte der Guineer wieder eine Option sein für den Trainer.

8. Mohamed Sankoh

Mohamed Sankoh
Mohamed Sankoh. / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Sankoh weiß zweifelsfrei, wo das Tor steht. Als 16-Jähriger kam er vor einem Jahr aus dem Nachwuchs von Stoke City zum VfB und sollte sich über die U19 hocharbeiten. Nach zwei Spielen mit zwei Toren und drei Assists ging es wenig später hoch in die U23 in der Regionalliga, wo er in seinem zweiten Spiel direkt vier Mal traf. Insgesamt erzielte er neun Tore in 15 Einsätzen und akklimatisierte sich im Herrenfußball. Im April gab er sein Debüt in der Bundesliga.

Die Vorbereitung läuft bislang richtig gut für den Angreifer, zuletzt traf er im Test gegen Bielefeld wieder doppelt - nicht das erste Mal. Sankoh ist nach wie vor erst 17 Jahre alt, könnte aber jetzt schon in die Lücke stoßen, die Nicolas Gonzalez durch seinen Abgang gerissen hat. Das Potenzial dazu hat der Niederländer bereits gezeigt.

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