SC Freiburg

Vereinsjubiläum und erster Streich-Sieg über BVB: Der SC Freiburg hat doppelten Grund zur Freude

Florian Bajus
Ausgerechnet im 700. Bundesligaspiel feierte der SC Freiburg den ersten Sieg von Chef-Coach Christian Streich gegen Borussia Dortmund
Ausgerechnet im 700. Bundesligaspiel feierte der SC Freiburg den ersten Sieg von Chef-Coach Christian Streich gegen Borussia Dortmund / Pool/Getty Images
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Am Samstagnachmittag hatte der SC Freiburg doppelten Grund zur Freude: Die Schwarzwälder absolvierten ihr 700. Bundesligaspiel, Trainer Christian Streich feierte unterdessen seinen ersten Sieg über Borussia Dortmund. Der 55-Jährige zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zufrieden, äußerte nur einen Kritikpunkt - und verteilte ein Sonderlob an Vincenzo Grifo.

Den FC Bayern hat Christian Streich bereits im Mai 2015 bezwungen, gegen Borussia Dortmund musste der Cheftrainer des SC Freiburg hingegen 17 Spiele lang auf den ersten Dreier warten. Bislang war der 55-Jährige gegen den BVB chancenlos, verlor die ersten neun Aufeinandertreffen in Folge, ehe im zehnten Duell im September 2017 der allererste Punkt gewonnen wurde.

Christian Streich durfte sich zurecht über seinen ersten Sieg gegen den BVB freuen
Christian Streich durfte sich zurecht über seinen ersten Sieg gegen den BVB freuen / THOMAS KIENZLE/Getty Images

Allgemein endete für den Sport-Club eine lange Durststrecke, der letzte Sieg über Schwarz-Gelb lag fast elf Jahre zurück: Am achten Mai 2010 siegten die damals noch von Robin Dutt trainierten Freiburger mit 3:1, die Torschützen hießen damals noch Mohamadou Idrissou und Papiss Demba Cissé. An diesem Wochenende erzielten Woo-yeong Jeong (49.) und Jonathan Schmid (52.) die entscheidenden Tore für die Hausherren, da half auch der Anschlusstreffer von BVB-Juwel Youssoufa Moukoko in der 76. Minute nicht mehr.

Gelungenes Jubiläum: Der SC Freiburg ist auf einem sehr guten Weg

Die Schwarzwälder sind seit Ende November auf einem sehr guten Weg, verloren nur zwei der letzten zwölf Bundesligaspiele und sind auf Tuchfühlung mit den internationalen Plätzen. Mit nunmehr 30 Punkten beträgt der Rückstand auf die sechstplatzierten Dortmunder nur noch zwei Zähler, dieser Rang reicht ab dieser Saison allerdings nur noch für die neu geschaffene UEFA Conference League.

Eine Rolle dürfte die aktuelle Tabellensituation aber kaum spielen - viel wichtiger ist die Tatsache, dass der Verein an diesem Wochenende das 700. Bundesligaspiel seit dem ersten Aufstieg im Jahr 1993 bestritten hat. "Es ist toll, dass der SC Freiburg 700 Bundesligaspiele hat", freute sich Streich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Der einstige Mittelfeldspieler lief in der Saison 1987/88 selbst für den Sport-Club auf, "damals wäre es unvorstellbar gewesen, dass wir irgendwann mal 700 Spiele in der ersten Bundesliga haben", erinnerte er sich zurück. "Das ist fantastisch, was in diesem Verein passiert ist in den letzten 30 Jahren. Da waren viele Leute mit ganz viel Leidenschaft, Einsatz und Überzeugung beteiligt. Man muss sagen, dass das in dieser Stadt möglich war und uns die Leute bei 700 Bundesligaspielen zusehen konnten, ist großartig."

Streichs einziges Manko: "Waren nicht ballsicher genug"

Ein Loblied sang Streich auch auf die Mannschaft, die die Umstellung vom 3-4-3 auf das zu Saisonbeginn vorherrschende 4-4-2 mit Bravour gemeistert hat: "Ich bin froh, dass wir uns für die Taktik entschieden haben und - was wichtiger ist - dass die Jungs das umsetzen können." Seine Schützlinge seien "ordentlich ins Spiel gekommen", lobte Streich, einzig über mangelnde Ballsicherheit im letzten Drittel klagte er: "Hintenraus haben wir es gut aufgebaut, mit dem Torwart und unseren zwei Innenverteidigern konnten wir uns bis an die Mittellinie oder darüber hinaus spielen. Dann haben wir die Bälle in die Zwischenräume bekommen - und waren da nicht ballsicher genug. Das hat mich geärgert in dieser Phase, da wäre viel mehr möglich gewesen."

Sonderlob für Grifo: "Richtig tolle Entwicklung gemacht"

Der Plan ging dennoch auf, trotz des Anschlusstreffers durch Moukoko hielt der SC den Dortmunder Angriffswellen stand. Dass die Null überhaupt so lange stehen konnte, lag diesmal auch an Vincenzo Grifo, der Linksverteidiger Christian Günter im Spiel gegen den Ball auch dann unterstützt hat, wenn er mit eigenen Ballaktionen weniger Erfolg hatte.

Christian Streich attestierte Vincenzo Grifo (l.) eine "richtig tolle Entwicklung"
Christian Streich attestierte Vincenzo Grifo (l.) eine "richtig tolle Entwicklung" / Pool/Getty Images

Dafür kassierte er ein Sonderlob vom Trainer: "Das kann er in der Zwischenzeit. Das wäre noch nicht möglich gewesen vor zwei, drei Jahren. Jetzt kann er damit umgehen, das abschütteln", sagte Streich über den 27-Jährigen, der bisher vor allem mit seinen sieben Toren und fünf Assists geglänzt hat. "Er weiß, wie er gegen den Ball arbeiten muss, dass wir die Kompaktheit hinkriegen. Da hat er sich entwickelt, da habe ich viel Wert drauf gelegt. Er ist sehr kritikfähig, einsichtig und bereit, sich zu quälen. Deshalb hat er eine richtig tolle Entwicklung in den letzten zwei Jahren gemacht."

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