Mutige Freiburger besiegen fehlerhaften BVB | Spielbericht und Reaktionen

Christopher Kleis
Jonathan Schmid schoss sein erstes Saisontor.
Jonathan Schmid schoss sein erstes Saisontor. / THOMAS KIENZLE/Getty Images
facebooktwitterreddit

Der SC Freiburg schlägt Borussia Dortmund in einem abwechslungsreichen Spiel. Zwei Distanzschüsse reichen zum Sieg. Dortmund bleibt zunächst auf dem sechsten Platz stehen. Freiburg klettert auf Rang acht.

Tore: 1:0 Jeong (50.), 2:0 Schmid (52.), 2:1 Moukoko (76.)

Freiburg um Kontrolle bemüht - BVB früh mit erster Annäherung

Die Anfangsminuten der Partie waren sehr ausgeglichen. Der SC Freiburg bemühte sich um einen ruhigen Spielaufbau. Anders als man es gewohnt ist, setzten die Breisgauer nicht direkt auf den von Christian Streich favorisierten Konterfußball. Das sollte Borussia Mönchengladbach die Möglichkeit nehmen, Chancen mit dem Ball zu kreieren. Aber wenn Dortmund den Ball hatte, dann versuchte man offensiv Akzente zu setzen. Can scheiterte nach fünf Minuten aus der Distanz an der Latte. Klasse Schuss des Nationalspielers.

Freiburg brauchte sich nicht zu verstecken. Jeong nahm sich in der neunten Minute ein Herz und probierte es einfach mal aus der Distanz. Hitz hat Probleme und lässt den Ball klatschen. Anschließend gab es aber das Offensivfoul. Der SC spürte, dass hier etwas geht. Nur wenige Minuten später verpasste man die Führung nur ganz knapp. Es ist mal wieder ein Standart, der den BVB in Bedrängnis brachte. Grifo schlägt einen Freistoß von halbrechts in den Strafraum. Am Fünf-Meter-Raum. Der Ball kommt an und wird quergelegt, aber Höfler fehlen ein paar Zentimeter um ranzukommen.

Direkt im Anschluss an die Freiburger Riesenchance hatten auch die Gäste die Chance zur Führung. Über Reus kam der Ball zu Reyna. Der Amerikaner legte im Strafraum quer zu Haaland. Doch Florian Müller konnte mit einer grandiosen Rettungstat noch auf der Linie klären. Und Müller stand kurz drauf wieder im Blickpunkt, als Haaland es aus 13 Metern mit einem Drehschuss versuchte. Aber den Ball konnte der Freiburger Torhüter ohne Probleme festhalten. Ein richtig starke Anfangsphase beider Mannschaften, die zeigen, dass sie heute unbedingt die drei Punkte mitnehmen wollten.

Mitte der ersten Halbzeit gönnten sich beide Mannschaften eine kleine Pause. Das war durchaus verständlich. Über 90 Minuten das Tempo so hochzuhalten, ist schier unmöglich. Brandt war der erste, der die Wartezeit auf die nächste Gelegenheit durchbrach. Per Distanzhammer prüfte er Müller aus rund 20 Metern. Aber der Schuss war zu zentral gezielt. Kein Problem für den Freiburger Torhüter. So ging das Spiel mit einem Unentschieden in die Pause. Ein gerechtes Ergebnis bis hierhin.

Freiburger Doppelschlag nach der Pause - Dortmund plötzlich vogelwild

Wer das Spiel aufmerksam verfolgt hatte, der konnte ahnen, dass sich eine unterhaltsame zweite Halbzeit anbahnte. Die blieben beide Mannschaften auch nicht schuldig. Direkt nach Wiederanpfiff sorgte Freiburg für die Überraschung und erwischte die BVB-Abwehr auf dem falschen Fuß. In der 50. Minute zog Grifo von links nach innen, bediente Jeong und dessen Schuss aus 19 Metern war optimal getroffen. Hitz flog umsonst und konnte nicht verhindern, dass der SC in Führung ging.

Aber damit nicht genug. Der BVB hatte in dieser Saison schon des öfteren Probleme nach gegnerischen Führungen. Freiburg blieb dran und bekam die Hilfe von Marvin Hitz. Nur zwei Minuten nach der Freiburger Führung legte die Mannschaft von Christian Streich nach. Grifos Schuss wurde geblockt. Von da aus sprang der Ball zu Jonathan Schmid. Und der probierte es einfach mal von der rechten Strafraumecke. Den Abschluss ins kurze Eck unterschätzte Hitz und konnte den Ball nicht festhalten. So sprang die Kugel ins Tor und Freiburg lag verdient mit 2:0 vorne.

Der BVB brauchte etwas, um eine Antwort zu finden. Der eingewechselte Moukoko hatte in der 63. Minute die Möglichkeit, mal wieder per Distanzschuss, aber der Ball knallte gegen den Pfosten. Die meisten Abschlüsse der Borussia kamen aus der Distanz. Freiburg machte es extrem schwer, in den Strafraum zu kommen. So wurde es eine ganz schwierige Aufgabe, den Rückstand noch aufzuholen.

Doch Dortmund reagiert. Plötzlich liefen die Aktionen nach vorne wieder strukturierter ab. Und dann hatte man ja noch die beiden Wunderstürmer auf dem Feld, da schien alles möglich. In der 76. Spielminute nutzte der BVB dann endlich eine seiner Chancen. Haaland lief von drei Freiburgern nur begleitet ungestört bis an die Strafraumkante. Moukoko war musterreif mitgelaufen und bekam den Ball rübergelegt. Sein Schuss aus sieben Metern schlug mit voller Wucht unter der Latte ein. Keine Gelegenheit für Müller, da irgendwie ranzukommen. Plötzlich war der BVB wieder da. Es konnte eine ganz heiße Schlussphase werden.

Die heute in schwarz gekleideten Borussen probierten nochmal alles, aber es fehlten immer die letzten Zentimeter. Zu oft rollte der Ball quer durch den Strafraum, ohne dass ein Dortmunder an den Ball kam. Freiburg verteidigte nur noch. Jeder Ball wurde weit rausgeschlagen. Das ständige Nachlaufen kostete den Gästen jetzt einige Kraft. Moukoko hatte noch die Chance zum Ausgleich, aber Müller hielt den Sieg für Freiburg fest.

Für Borussia Dortmund muss dringend eine Trendwende her. Die Mannschaft von Edin Terzic zeigt heute wieder die Schwächen der vergangenen Wochen. Bei Standards ist man zu anfällig, sobald ein Gegentor fällt, wird es vogelwild und im Angriff läuft vieles zu kompliziert ab. Freiburg erkämpft sich einen wichtigen Sieg, der dafür sorgt, dass die Breisgauer nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

facebooktwitterreddit