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Taschengeld gestrichen: Gekaufte WM-Fans gehen leer aus

Dominik Hager
Die WM in Katar ist reich an schrägen Geschichten
Die WM in Katar ist reich an schrägen Geschichten / David Ramos/GettyImages
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Je näher die WM rückt, desto mehr kuriose Geschichten treten in den Vordergrund, bei denen man meist nur den Kopf schütteln kann. Denken wir nur an die schräge Infantino-Pressekonferenz, die von A bis Z zum Fremdschämen war oder die Aussage eines WM-Botschafters, dass es sich bei Homosexualität um eine geistige Störung handele. Zuletzt sorgte das verhängte Alkoholverbot 48 Stunden vor dem ersten Spiel für Schlagzeilen. Nun haben einige “gekaufte WM-Fans“ erfahren, dass man bei diesem Event nicht als Gewinner herausgehen kann.


Wie man so schön sagt, sind die Leute, die am meisten haben, am wenigsten bereit, etwas zu geben. An Geld fehlt es in Katar jedenfalls nicht, wie sich auch am monströsen Kostenberg der WM ablesen lässt. Schade nur, dass die zahlreichen Gastarbeiter trotz katastrophaler Arbeitsbedingungen maximal einen Hungerlohn erhalten haben. Nun hat Katars WM-Organisationsteam eindrucksvoll gezeigt, dass man im Rahmen dieses Turniers nur abgezockt wird. Dieses lud schließlich 450 Fans aus 59 Ländern im Rahmen des Programs "Fan Leader Network ein".

Die Teilnehmer sollten Geld dafür bekommen, um vor Ort und in den sozialen Netzwerken für gute Stimmung zu sorgen. Kosten für Flüge, Eintrittskarten und Unterkünfte wurden vom Komitee übernommen. Ob die Rechnung mit der guten Stimmung noch aufgeht, sei aber mal dahingestellt.

Laut der Sportschau wurde den "gekauften Fans" das Taschengeld gestrichen. Dieses hätte in etwa 70 Euro pro Tag entsprochen. Naja, ein klein wenig Karma ist es ja schon, dass die Leute, die sich von Katar kaufen ließen, am Ende leer ausgehen. Es zeigt jedoch auch, dass Katar nach seinen Regeln spielt und nichts auf leere Versprechen gibt.

Katar gibt den Medien die Schuld

Schuld an dem Dilemma sind laut WM-OK - wie könnte es auch anders sein - natürlich die Medien. Sie waren es schließlich, die den Begriff "bezahlte Fans" in den letzten Tagen tituliert hatten. In einer der Sportschau vorliegenden E-Mail schrieb das Organisationskomitee an die Teilnehmer der Aktion, dass "das Taschengeld leider nicht mehr bereitgestellt" werden könne, da man sie vor der "irrtümlichen, falsch informierten Behauptung schützen" wolle, dass sie "bezahlte Fans" seien.

Es ist schon unfassbar, wie es das Komitee mal wieder geschafft hat, sich in einem Satz zu widersprechen. Was könnten Fans, die ein Taschengeld erhalten, auch sonst sein, außer bezahlte Fans.

Wie die Sportschau berichtet, sind auch Deutsche Fans an der Aktion beteiligt und gehen demnach - zumindest was das Taschengeld betrifft - leer aus. Der DFB und der offizielle Fanclub haben sich längst von dem Programm distanziert und unterstützen es demnach nicht.

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