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Werder Bremen

Stürmer-Suche zum "unmoralischen" Zeitpunkt: Werder macht sich unbeliebt

Stefan Janssen
Frank Baumann.
Frank Baumann. / Cathrin Mueller/Getty Images
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Der SV Werder Bremen sucht händeringend einen neuen Stürmer und kassiert derzeit eine Abfuhr nach der anderen. Die Verantwortlichen der Konkurrenz zeigen sich irritiert über die Vorstöße der Grün-Weißen, die sich in der 2. Bundesliga allmählich unbeliebt machen.


Es wirkt fast schon ein wenig verzweifelt, wie Werder Bremen derzeit versucht, irgendwie noch einen treffsicheren Stürmer zu verpflichten, nachdem man zuletzt mehrere Offensivkräfte verkauft hat. Dass dies so ist, ist aber nachvollziehbar: Sportdirektor Frank Baumann muss jetzt unbedingt liefern.

Seit der nämlich vor wenigen Wochen noch 15 bis 20 Transfers bis zum 31. August angekündigt hat, ist nicht besonders viel passiert. Auf der Seite der Zugänge schon mal gar nicht. Am 6. August hatte Baumann angekündigt, in der folgenden Woche nach den Abgängen von Josh Sargent und Yuya Osako endlich einen Neuzugang präsentieren zu können.

Wort halten konnte der 45-Jährige aber nicht, die Werder-Fans brauchen weiter Geduld. Doch die ist offensichtlich aufgebraucht, nach dem 1:4 gegen Paderborn am Sonntag hagelte es "Baumann raus"-Rufe von den Tribünen.

KSC findet Bremer Vorstoß "unmoralisch"

Doch nicht nur bei den Fans verspielt Baumann derzeit einiges an Kredit (sofern er noch welchen hat), sondern auch bei seinen Kollegen in der 2. Bundesliga. So handelte er sich zuletzt Körbe von Hannover 96 wegen Marvin Ducksch und nun dem Karlsruher SC wegen Philipp Hofmann ein - und beide Klubs zeigten sich ob der Vorstöße sehr irritiert.

Hannover 96 sei verärgert, schreibt der Sportbuzzer, das Bremer Interesse schaffe nur Unruhe und es könne nicht sein, dass Bremen versuche, sein Sturm-Problem auf Kosten der Niedersachsen zu lösen. Ähnlich äußerte sich Karlsruhes Sportchef Oliver Kreuzer gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten: "Wir haben den 16. August. Der Zeitpunkt ist für uns komplett unmoralisch, das geht gar nicht."

Philipp Hofmann
Philipp Hofmann. / Andreas Schaad/Getty Images

Für Hannover und den KSC liegt das Problem auf der Hand: Wo soll man denn jetzt noch Ersatz für seinen besten Stürmer herbekommen? Die Bremer haben natürlich das gleiche Problem und finden einfach keine Lösung, sondern machen sich aktuell in der 2. Bundesliga nur unbeliebt.

Giakoumakis zu teuer? Hoffnung bei Ducksch lebt

Vielversprechend wäre der Eredivisie-Torschützenkönig Georgios Giakoumakis von VVV Venlo, der den Verein durchaus verlassen darf und wohl auch wird. Fraglich allerdings, ob sich Werder den Griechen leisten kann, sowohl Ablöse (zwei Millionen Euro plus Boni) als auch die Gehaltsforderung (laut Bild 700.000 Euro netto im Jahr) sind schwer zu stemmen.

Werders Suche geht also erstmal weiter - und man will sich offenbar weiterhin keine Freunde machen: Wie die Sky-Transfer-Experten in der Sendung Transfer Update sagten, hat man bei Marvin Ducksch trotz der deutlichen Abfuhr von Hannover nämlich noch nicht aufgegeben. Wie das wohl bei 96 ankommt?

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