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Werder Bremen

Füllkrug nach Pokal-Pleite bedient: "Lag daran, dass ich kein Tor geschossen habe"

Dominik Hager
Niclas Füllkrug konnte die Osnabrücker Mauer nicht zerbrechen
Niclas Füllkrug konnte die Osnabrücker Mauer nicht zerbrechen / Christof Koepsel/Getty Images
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Für den SV Werder Bremen geht die neue Saison nicht viel besser los, als die letzte Spielzeit aufgehört hat. Nach einem soliden Start in Liga zwei setzte es für die Nordlichter am Samstag Nachmittag eine bittere Pokal-Pleite in Osnabrück.


Viermal in Folge hat der SV Werder zuletzt mindestens den Sprung ins Pokal-Viertelfinale geschafft. In diesem Jahr knüpften die Bremer hingegen an die Negativ-Serie zwischen 2011 und 2013 an, als es drei Erstrunden-Pleite in Serie gab. Das 0:2 gegen Osnabrück am Samstag gehört sicherlich zu den absolut vermeidbaren Niederlagen und resultierte vor allem aus einer mangelhaften Chancenverwertung.

Niclas Füllkrug gibt sich selbst die Schuld: "Habe meinen Job da vorne nicht gemacht"

Der Mann für die Tore sollte eigentlich Mittelstürmer Niclas Füllkrug sein. Leider hatte jedoch auch der sonst so abgezockte Torjäger das Pech an den Schuhen kleben. Demnach nahm er im anschließenden Interview die Schuldfrage auf sich.

"Es lag daran, dass ich kein Tor geschossen habe", haderte er im Interview mit der ARD mit sich selbst. Mit dem Spiel seiner Hintermänner sei er hingegen zufrieden gewesen, bemängelte jedoch, dass in Halbzeit eins der letzte Pass oft nicht angekommen ist.

"Wir haben es in vielen Punkten gut gemacht. Ich habe meinen Job da vorne nicht gemacht und bin sehr enttäuscht darüber", zeigte er sich geknickt. "In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und da muss ich einfach vorne ein Tor machen. Wenn ich in meiner Normalform bin, gewinnen wir das Spiel", bekannte er sich schuldig.

Markus Anfang hadert mit Chancenverwertung: "Sind an uns selbst gescheitert"

Werder-Coach Markus Anfang sah den Grund für die Niederlage ebenfalls bei der Chancenverwertung, ohne aber einen Schuldigen auszumachen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Standardsituationen zugelassen. Wir hatten aber selbst in der ersten Halbzeit schon drei, vier richtig gute Torchancen. In der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor, wir hatten Pfosten- und Lattentreffer, waren alleine vorm Torwart. Wir sind an uns selbst gescheitert und nicht an Osnabrück", wird er vom Bremer Portal Deichstube zitiert.

Zwar gestand sich der Coach ein, dass die Osnabrücker verdient weiter gekommen sind, haderte aber dennoch mit seinen Torlos-Profis. "Den größten Anteil am Ausscheiden hatten wir, denn normalerweise musst du in der zweiten Halbzeit heute mindestens vier Tore schießen", kritisierte er.

Markus Anfang
Selbst Markus Anfang konnte den Ball gegen Osnabrück nicht ins Tor brüllen / Christof Koepsel/Getty Images

Das Stürmer-Problem existiert in Bremen aber nicht erst seit gestern. In den vergangenen Jahren hatte Werder selten einen verlässlichen Knipser, auch weil Füllkrug häufig verletzt ausfiel. Trainer Anfang sieht die Schuld auch nicht alleine am selbstkritischen Stürmer, sondern bemängelte, dass es keine Alternative gäbe, die an solchen Tagen einspringen kann.

"Wir glauben an die Qualität unserer Spieler, aber wir haben mit Fülle einen Stürmer und gefühlt keinen zweiten mehr, mit dem wir nachlegen können. Das ist einfach so. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Heute hätten viele andere ein Tor schießen können. Die Jungs wollten unbedingt. Es nur daran festzumachen, wäre zu einfach", stellte er klar.

Nicht mehr helfen kann aller Voraussicht nach Josh Sargent, der sich bereits gegen Osnabrück aus der Verantwortung zog und den Verein verlassen möchte. "Er ist zu mir gekommen und hat ganz klar gesagt, dass er sich nicht in der Lage fühlt, zu spielen. Dass er keine Leistung bringen und der Mannschaft nicht helfen kann. Es war vorher anders abgemacht. Es bringt aber nichts, darüber jetzt weiter zu reden", berichtet Anfang.

Trotz der bitteren Nullnummer möchte der neue Werder-Coach nicht den Stab über seine Spieler brechen. "Wir müssen jetzt auf die Spieler setzen, die wir haben. Wir haben Spieler mit Potenzial, die Qualität entwickeln können. Heute waren sie in Situationen, in denen sie etwas lernen können. Es war nicht alles schlecht, was wir heute abgeliefert haben", relativierte er.

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