Super League: Real, Juventus und Barca gehen die UEFA an

Yannik Möller
Die drei großen Klubs äußern sich sehr kritisch zum Vorgehen der UEFA
Die drei großen Klubs äußern sich sehr kritisch zum Vorgehen der UEFA / Visionhaus/Getty Images
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Das große Theater rund um die angedachte Super League hat sich inzwischen gelegt. Nach den massiven Fanprotesten haben sich zahlreiche Vereine aus diesem Projekt zurückgezogen - Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona noch nicht. Nun gehen sie mit einem gemeinsamen Statement das die UEFA an.


Die geplante Super League war wohl der Aufreger dieser nun beendeten Saison. Mit ach so noblen Intentionen von einigen der größten europäischen Topklubs gegründet, wie stets betont, sorgte diese Idee für große Gegenproteste der Fans. Die Bilder von wütenden Fans an der Stamford Bridge sind im Gedächtnis geblieben, oder wie Florentino Perez, Präsident von Real Madrid es nannte: Gekaufte 40 Mann.

Nach dem Rückzug der allermeisten Klubs ist dieses Projekt aber längst nicht wieder begraben worden. Neben Madrid stehen vor allem der FC Barcelona und auch Juventus Turin, die Gründungsmitglieder, treu an der Seite der Super League. Dementsprechend laufen auch die Auseinandersetzungen mit der UEFA weiter. Der europäische Fußballverband fürchtete einen Machtverlust und stand, ungewohnterweise, mal als Good Guy da.

"Super League"-Gründer betonen edle Motive - und gehen die UEFA scharf an

Nun haben sich die drei Vereine in einem gemeinsamen Statement gegen das aktuelle Vorgehen der UEFA ausgesprochen. "Barcelona, Juventus und Real Madrid bleiben der Modernisierung des Fußballs durch einen offenen Dialog mit der UEFA verpflichtet", heißt es in der Überschrift.

Was sich erst nach einem Gesprächsangebot anhört, findet schnell sehr klare Worte. Die Klubs betonen "ihre absolute Ablehnung gegenüber der beharrlichen Nötigung, die die UEFA gegenüber drei der wichtigsten Institutionen in der Geschichte des Fußballs aufrechterhält".

Weiter: "Diese alarmierende Haltung stellt einen eklatanten Verstoß gegen die Entscheidung der Gerichte dar, die die UEFA bereits mit einer klaren Stellungnahme ermahnt haben, keine Strafen auszusprechen, solange die Gerichtsverfahren noch laufen."

Florentino Perez
Madrid-Präsident Florentino Perez steht noch immer an der Spitze der Super League / Soccrates Images/Getty Images

Gemeint ist das Vorgehen der drei Vereine, die gerichtlich die Monopolstellung der UEFA im europäischen Fußball prüfen lassen wollen. Während diese Untersuchungen noch laufen, so wird es betont, soll und darf es keine Strafen durch den Verband wegen der Gründung der Super League und somit dem Umgehen der UEFA-Regeln geben. Diese Position bringen Barca, Juve und Real damit deutlich zum Ausdruck.

In ihrem gemeinsamen Statement bezeichnen sie diese Pläne als "unbegreiflich" und als "direkten Angriff gegen das Recht", auf das man sich als Europäische Union demokratisch geeinigt habe. Diese zeige auch fehlenden Respekt gegenüber der Autorität des Gerichts, heißt es weiter.

Die Ausgangslage: "Barcelona, Juventus und Madrid, allesamt mehr als ein Jahrhundert alt, werden keine Form der Nötigung oder unerträglichen Druck akzeptieren, während sie gewillt bleiben zu debattieren, durch respektvollen und offenen Dialog." Sie wollen sich nicht unter Druck setzen lassen, ihre Klage zurückzunehmen.

Mit ebenso deutlichen wie fragwürdigen Worten endet das gemeinsame Statement: "Entweder wir reformieren wir den Fußball, oder wir werden seinen unausweichlichen Untergang miterleben müssen." Ein weiteres Zeichen, dass die Verantwortlichen der Vereine nach wie vor davon überzeugt sind, stets moralisch, finanziell und im Sinne der Fans gehandelt zu haben.

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