Bedarf im Abwehrzentrum: Wechselt ein Serie-A-Star zum FC Bayern?

Kalidou Koulibaly
Kalidou Koulibaly / SOPA Images/GettyImages
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Möchte man beim Bayern-Team eine kleine Problemstelle ausfindig machen, so landet man nach dem Abgang von Niklas Süle am ehesten in der Innenverteidigung. Mit Dayot Upamecano, Lucas Hernández und Benjamin Pavard stehen drei Spieler im Kader, die zwar über internationale Klasse, (noch) nicht aber über Weltklasse verfügen. Hinzu kommen die beiden Youngster Tanguy Nianzou und Chris Richards, bei denen ein Verbleib nicht ganz klar ist. Sollte Nagelsmann mit Dreierkette spielen, könnte es zu einem Qualitäts- und Quantitätsproblem kommen. Die AZ nennt drei Serie-A-Innenverteidiger als potenzielle Optionen.


Nicht wenige sehen es kritisch, dass beim FC Bayern auf den ersten Blick ein Abwehr-Leader fehlt. Der Münchner Abendzeitung zufolge, sieht auch Julian Nagelsmann Bedarf, die Verteidigung mit einem Führungsspieler zu verstärken, der das Kommando in der Zentrale übernehmen kann. Spieler, die das können, gibt es natürlich nicht wie Sand am Meer, jedoch ließen sich insbesondere in Italien drei spannende Kandidaten finden.

1. Matthijs de Ligt

Matthijs de Ligt
Nicolò Campo/GettyImages

Der FC Bayern hat den jungen Niederländer schon umworben, als sich dieser für einen Wechsel von Ajax Amsterdam zu Juventus Turin entschieden hat. Der 22-Jährige hat noch zwei Jahre Vertrag, konnte sich bis jetzt aber noch nicht zu einer Verlängerung durchringen. Derzeit macht der FC Chelsea entschlossen Jagd auf de Ligt und möchte Timo Werner und ca. 40 bis 45 Millionen Euro für den Juve-Star ausgeben. Demnach wird auch klar, dass der Elftal-Spieler mit mindestens 70 bis 80 Millionen Euro bewertet wird. Dies ist dem FC Bayern wahrscheinlich zu teuer.

Sportlich wäre de Ligt natürlich eine brillante Lösung. Der Spieler ist bereits im Alter von 18, 19 Jahren zum Führungsspieler bei Ajax aufgestiegen und weiß, wie es sich anfühlt, als Abwehrchef auf das Feld zu gehen. Seine enorme Präsenz in den Zweikämpfen würde den Münchnern ebenso zu Gute kommen, wie seine überragenden Qualitäten im Spielaufbau. Selbst wenn de Ligt in Turin nicht immer fehlerfrei war, so wäre er doch die Premium-Lösung aus Münchner Sicht. Angesichts der Ablöse jedoch auch die unwahrscheinlichste.

2. Kalidou Koulibaly

Kalidou Koulibaly
Francesco Pecoraro/GettyImages

Kalidou Koulibaly ist seit vielen Jahren einer der stärksten Serie-A-Verteidiger und wurde Sommer für Sommer mit einem Wechsel zu einem echten Top-Klub in Verbindung gebracht. Letztlich blieb er der SSC Neapel stets treu, die allerdings auch stets Mondsummen für den Senegalesen aufgerufen hat.

Nun ist jedoch ein Punkt erreicht, an dem der Innenverteidiger nur noch ein Jahr Vertrag hat. Klubs wie PSG und Barcelona umwerben den Spieler, jedoch erklärte dieser zuletzt im Interview mit BBC, dass Neapel für ihre eine Herzensangelegenheit sei und er eine ganz besondere Beziehung zu den Menschen habe. Koulibaly möchte offenbar trotz der Anfragen von Top-Klubs seinen Vertrag bei Napoli verlängern. Schlechte Chancen für die Bayern also.

Sportlich wäre der 31-Jährige zumindest kurzfristig eine echte Verstärkung. Der Innenverteidiger wird zwar in den kommenden Jahren wohl ein wenig an Dynamik verlieren, kann mit seiner kompromisslosen Zweikampfführung und Antizipationsgabe dennoch der Fels in der Brandung sein. Koulibaly wäre der Typ Führungsspieler, der fehlt, und ein Profi, der sich auch in Drucksituationen nie aus der Ruhe bringen lässt.

3. Gleison Bremer

Gleison Bremer
Nicolò Campo/GettyImages

Der 25-jährige Innenverteidiger vom FC Turin ist der Senkrechtstarter der vergangenen Serie-A-Saison. Bremer kann ein Spiel im Abwehrzentrum mit seiner unglaublichen Präsenz und Zweikampf-Dominanz kontrollieren und dominieren. Hinzu kommt, dass der Brasilianer über ein überragendes Kopfballspiel verfügt, das ihn auch in der Offensive stark macht.

Seine letzte Saison war bärenstark, daran gibt es nichts zu rütteln. Zu bedenken gilt jedoch, dass der Innenverteidiger erst eine Saison auf diesem Niveau abliefern konnte und noch keine Champions-League-Erfahrung besitzt. Dadurch wäre ein Transfer riskanter als jene von de Ligt und Koulibaly, wo man so ungefähr weiß, was man bekommt.

Dafür dürfte Bremer jedoch der Transfer sein, der sich wohl am ehesten verwirklichen lassen würde. Doch selbst beim Brasilianer sind inzwischen Preise im Umlauf, bei denen einem schwindlig wird. Laut der italienischen Quelle Calciomercato möchte Tottenham 50 Millionen Euro in den Turiner investieren. Zudem soll auch Inter Mailand an einer Verpflichtung dran sein, die bei solchen Preisen aber wohl eher raus wären. Es wird eben immer deutlicher, dass Premier-League-Klubs eine andere Denkweise in Bezug auf Spieler-Ablösen haben.


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