Schweiz nach herber Portugal-Packung raus: Die Nati in der Einzelkritik

Dominik Hager
Die Schweiz hatte starken Portugiesen nichts entgegenzusetzen
Die Schweiz hatte starken Portugiesen nichts entgegenzusetzen / Markus Gilliar - GES Sportfoto/GettyImages
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Die Schweiz hat sich mit einer 1:6-Pleite krachend aus dem WM-Turnier verabschiedet. Beeindruckende Portugiesen haben den Eidgenossen nicht den Hauch einer Chance gelassen. Insbesondere Gonçalo Ramos, der für Cristiano Ronaldo in die Startelf rückte, bekamen die Schweizer überhaupt nicht in den Griff. Damit verabschieden sich die Schweizer ausgerechnet mit dem wohl schwächsten Abschnitt seit vielen Jahren aus dem WM-Turnier.


1. Yann Sommer

Der Gladbacher hatte zwar das Nachsehen beim Schuss ins kurze Eck von Gonçalo Ramos, konnte gegen den Knaller aus spitzem Winkel aber nicht viel ausrichten. Gleiches gilt für das 2:0 durch Pepe, wobei Sommer womöglich den Eckball hätte abfangen können. Ganz stark war dann jedoch sein schnelles Abtauchen beim Eins-gege-Eins-Duell gegen Gonzalo Ramos kurz vor der Pause. Es blieb jedoch ein eher unglücklicher Abend des Keepers. Beim dritten Gegentreffer wurde er getunnelt, wenngleich er auch nicht wirklich Zeit zu reagieren hatte. Gonçalo Ramos, Guerreiro und Leão schenkten Sommer ebenfalls noch Tore ein, bei denen ihm jedoch keine Schuld traf. Trotzdem sei gesagt: Mit Sommer in Bestform kassiert die Schweiz wohl keine sechs Buden. Auch beim Leão-Tor hätte er sich zumindest mal bewegen können.

Bewertung: 3/10

2. Edmilson Fernandes

Der Rechtsverteidiger hatte arge Mühe, seine Seite dicht zu bekommen und legte in einigen Szenen ein schwaches Stellungsspiel an den Tag. In der Offensive zeigte er sich zunächst selten, leitete aber immerhin die einzige wirkliche Torchance der Eidgenossen in der ersten Halbzeit ein. Seine weiteren Flankenbälle brachten keine Gefahr ein.

3/10

3. Fabian Schär

Es war definitiv nicht der Abend von Fabian Schär. Beim 1:0 von Ramos blieb er ein wenig passiv, wenngleich man hier vor allem den starken Abschluss des Portugiesen hervorheben muss. Insbesondere in den Duellen mit João Felix sah er jedoch häufig schlecht aus und holte sich außerdem die Gelbe Karte ab. Auch in der Luft wirkte er nicht sattelfest. In der 23. Minute hätte er beinahe ein Eigentor erzielt, wobei er die Szene mit seinen Kopfball letztlich auch geklärt hat. Beim Pepe-Treffer war Schär nicht dicht genug am Gegenspieler. Seine Auswechslung zur Halbzeit war folgerichtig.

Bewertung: 1/10

4. Manuel Akanji

Der Manchester-City-Verteidiger zeigte sich nicht so präsent wie gewohnt und ließ gemeinsam mit Schär Pepe beim 0:2 gewähren. Immerhin sorgte seine Spürnase jedoch dafür, dass die Schweiz zwischenzeitlich auf 1:4 verkürzen konnte. Bei seiner Hauptaufgabe, dem Verteidigen, blieb es jedoch dabei, dass für Akanji alles irgendwie ein wenig zu schnell ging.

Bewertung: 4/10

5. Ricardo Rodriguez

Ricardo Rodriguez machte zunächst den etwas stabileren Eindruck als Gegenüber Fernandes. Mit fortlaufender Spieldauer verlor aber auch er immer mehr an Zugriff. In der Offensive war der frühere Wolfsburger überhaupt kein Faktor.

Bewertung: 3/10

6. Granit Xhaka

Nachdem der Arsenal-Star gegen Serbien noch einen auf “dicke Hose“ machte, hat er diese am Dienstagabend offenbar in der Kabine vergessen. Der Mittelfeld-Leader ging mit seinem Team unter. Mit Ball gelangen ihm kaum Akzente und auch gegen den Ball blieb er harmlos wie ein Hundewelpe. Selbst wenn er viele Ballkontakte verzeichnet hat, war das ein erstaunlich blasser Auftritt. Bezeichnend war auch, wie er Rafael Leao bei dessen Tor überhaupt nicht attackierte.

Bewertung: 2/10

7. Remo Freuler

Remo Freuler hatte nach einer unglücklichen Abwehr des portugiesischen Keepers in der 38. Minute die Chance, per Kopf zu treffen. Diese ließ er jedoch ungenutzt. Freuler leiste sich wenige Anspielfehler, strahlte Körperlich aber überhaupt keine Präsenz aus. Bis zu seiner ungewohnt frühen Auswechlsung verlor er alle seiner vier Zweikämpfe.

Bewertung: 2/10

8. Djibril Sow

Wo war eigentlich Djibril Sow? Der Frankfurter ließ sich zwar wenig zu Schulden kommen, konnte allerdings auch in keinster Weise Akzente setzen. Letztlich ist eine Passquote von 94 Prozent zwar ein schöner Wert, hilft jedoch nichts, wenn kaum etwas dabei rum kommt. Mehr als ein paar Sicherheitspässe konnte Sow nicht liefern.

Bewertung: 3/10

9. Xherdan Shaqiri

Aus dem Spiel gelang Shaqiri eher wenig, weshalb ein ruhender Ball her musste, damit der Offensivspieler erstmals gefährlich wurde. Sein starker Freistoß ging jedoch knapp am Kasten vorbei. Im zweiten Durchgang war es immerhin sein Eckball, der zum 1:4 durch Akanji führte. In der 66. Minute gewann er mit seinem ersten Abschluss aus dem Spiel schließlich noch den Contest "höchster Schuss des Tages".

Bewertung: 4/10

10. Ruben Vargas

Ruben Vargas war das Bemühen zumindest anzusehen, jedoch legte der Augsburger überhaupt keine Durchschlagskraft an den Tag. Seine Dribblings waren ein gefundenes Fressen für die Portugiesen. Torgefahr ging vom Außenbahnspieler zu keiner Zeit aus.

Bewertung: 2/10

11. Breel Embolo

Der Monaco-Stürmer war noch die auffälligste Offensiv-Kraft. Mit seiner Athletik und seinem Durchsetzungsvermögen trieb er das Spiel immer wieder an. Wirklich gefährlich wurde Embolo dabei jedoch auch nicht. Seine beste Aktion war sein sehenswerter Seitfallzieher in der 80. Minute, der jedoch am Gehäuse vorbei segelte.

Bewertung: 4/10

12. Emay Cömert (ab 46. Minute)

Cömert kam bereits zur Halbzeit für den enttäuschenden Schärr, fügte sich aber ebenfalls gleich mit einer unglücklichen Aktion ein, indem er beim 0:3 durch Gonzalo Ramos zu spät kam. Der Innenverteidiger konnte die Abwehr auch im Anschluss nicht stabilisieren.

Bewertung: 2/10

13. Denis Zakaria (ab 54.)

Zakaria machte nach seiner Einwechslung einen etwas besseren Eindruck als Freuler vor ihm. Wirklich geholfen hat das den Eidgenossen letztlich aber auch nicht.

Bewertung: 5/10

14. Haris Seferovic (ab 54.)

Der Mittelstürmer hing nach seiner Einwechslung völlig in der Luft. Zwar spielte Sefeovic fast eine Halbzeit, sammelte aber nur eine Handvoll Balkontakte.

Bewewertung: 2/10

15. Noah Okafor (ab 66.)

Der schnelle Offensivspieler konnte sich nach seiner Einwechslung nicht mehr wirklich in Szene setzen. Der Abend war zu diesem Zeitpunkt aber auch schon gelaufen.

Ohne Bewertung

16. Ardon Jashari

Jashari kam kurz vor dem Ende und sammelte seine ersten WM-Minuten.

Ohne Bewertung


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