Nur mit Ouwejan als Linksverteidiger: Schalke geht ein hohes Risiko ein

Yannik Möller
Thomas Ouwejan
Thomas Ouwejan / Christof Koepsel/GettyImages
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Im Winter-Transferfenster versucht Schalke 04, die gröbsten Baustellen im Kader nochmal anzugehen. Doch während beispielsweise die offensiven Flügel gestärkt werden sollen, tut sich auf der Linksverteidiger-Position ein großes Risiko auf: Nur Thomas Ouwejan bleibt übrig.


Geht es um Winter-Transfers, dann wird auf Schalke allen voran über Flügelspieler gesprochen. Es ist und bleibt die große Baustelle, dass Thomas Reis bislang nicht auf die nötige Geschwindigkeit über die Außenbahnen setzen konnte. Dazu wurde etwa diskutiert, ob die Innenverteidigung nochmal verstärkt werden müsste - immerhin gab und gibt es dort den ein oder anderen Ausfall.

Eine Position, über die so gut wie gar nicht gesprochen wird und bei der sich S04 aktuell sehr ins Risiko begibt, ist die des Linksverteidigers. Kurzum: Der vom Abstieg bedrohte Klub wird höchstwahrscheinlich nur mit Thomas Ouwejan als linker Außenverteidiger in die Rückrunde starten.

Calhanoglu wurde verliehen, Kolodziejczak soll gehen - nur Ouwejan bleibt übrig

Die Verantwortlichen haben sich dazu entschieden, Kerim Calhanoglu in die zweite Liga, zum SV Sandhausen zu verleihen. Offenbar wird ihm nicht zugetraut, im deutschen Fußball-Oberhaus positiv wirken zu können. Zugleich wird der erst vor etwas mehr als zwei Monaten geknüpfte Vertrag von Timothée Kolodziejczak aufgelöst. Der 31-Jährige ist zwar primär als Innenverteidiger anzusehen, doch hätte er auch auf links aushelfen können.

Somit bleibt nur noch Ouwejan übrig. Tobias Mohr kann und sollte nicht als Alternative oder gar Konkurrent angesehen werden. Er hat seine Stärken eindeutig in der Offensive. Die mehrfachen Versuche, ihn als Linksverteidiger einzusetzen, sind krachend gescheitert. Das ist kein Fehler von Mohr, immerhin ist er eigentlich im linken Mittelfeld oder auf dem Flügel zuhause.

Der Niederländer bleibt als einziger gelernter Linksverteidiger übrig. Alle anderen Spieler, die im Kader sind, wären nur Notfall-Ersatz. Sie würden die Aufgaben deutlich schlechter bewältigen können.

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Ouwejan im Einsatz gegen Union Berlin / INA FASSBENDER/GettyImages

Ouwejan gilt durchaus als verletzungsanfällig - entsprechend groß ist das Risiko

Es ist ein großes Risiko, das Königsblau damit eingeht. Zumal Ouwejan zum aktuellen Zeitpunkt noch gar nicht richtig fit und wieder einsatzbereit ist, wenngleich er ohne Einschränkungen mit ins Trainingslager gereist ist. Dort wird er voraussichtlich normal mittrainieren und dann zum Restart der Liga auch aufspielen können.

Allerdings ist es ein Fingerzeig dafür, dass der 26-Jährige hier und da bereits ersetzt werden musste: Er ist zwar erst anderthalb Jahre in Gelsenkirchen, hat dem Portal transfermarkt zufolge aber schon 13 Spiele aussetzen müssen.

In der aktuellen Saison hat er nach Problemen bereits zwei Spiele verpasst, während er die letzten drei Spiele vor der WM-Pause wegen seiner Innenbandverletzung ebenfalls nicht bestreiten konnte. Die Verletzung ist es auch, die ihm noch ein paar Probleme bereitet hat, weshalb er im Dezember auch nicht trainieren konnte.

Allesamt Anzeichen, wie groß das Risiko tatsächlich ist. Es wäre doch sehr überraschend, wenn S04 nicht zumindest in einer Hand voll Spiele auf Ouwejan wird verzichten müssen. Das ist soweit nicht gravierend, weil ein Ausfall immer mal wieder vorkommen kann. Dann aber ohne halbwegs passenden Ersatz in eine sehr wichtige Rückrunde zu gehen, kann durchaus als Fehlplanung angesehen werden.

Aber wer weiß: Das Transfer-Periode ist gerade erst angelaufen. Vielleicht steht ein neuer Linksverteidiger, der bis zum Sommer ausgeliehen wird, schlussendlich doch noch auf dem Programm.


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