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FC Schalke 04

Einigung mit Köln, dann Spielverzicht: Uth zeigt zweifelhafte Professionalität

Yannik Möller
Die Köln-Berichte rund um Mark Uth sorgen für verständlichen S04-Frust
Die Köln-Berichte rund um Mark Uth sorgen für verständlichen S04-Frust / Lars Baron/Getty Images
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Nach drei Jahren wird die Beziehung zwischen Mark Uth und Schalke höchstwahrscheinlich enden. An sich keine Überraschung und für keine Partei ein großer Rückschlag - und doch hinterlassen die letzten Wochen einen sehr faden Beigeschmack. Von Professionalität kann angesichts der Gespräche mit Köln und dem anschließenden Spielverzicht keine Rede sein.


Als Schalke 04 im Frühjahr 2018 bekanntgab, dass sich Mark Uth frühzeitig für einen ablösefreien Wechsel nach Gelsenkirchen entschieden hat, freuten sich die Fans. Selbstverständlich, hatte der heute 29-Jährige doch sehr gut performt bei der TSG Hoffenheim. Die Aussicht, nach der erfolgreichen Saison (anschließend gekrönt durch die Vizemeisterschaft) einen solchen Transfer bewerkstelligen zu können, sorgte für Euphorie auf Schalke.

Wie so häufig in den letzten Jahren hat diese Beziehung aber so gut wie gar nicht funktioniert. Königsblau spielte seit dem Sommer 2018 häufig unansehnlichen Offensivfußball, wodurch Uth als Stürmer oder Spielmacher versauerte. Zudem fiel er selbst regelmäßig durch Leistungstiefs auf oder durch Verletzungen aus.

Mark Uth
Mark Uth wird Schalke keine Träne nachweinen / Frederic Scheidemann/Getty Images

Nun, drei Jahre nach seiner Ankunft, wird von allen Parteien der Abschied forciert. Er selbst möchte S04 verlassen und hat sich als neues altes Ziel seine Heimat ausgesucht, den 1. FC Köln. Die Knappen hingegen möchten mit ihm und vor allem seinem hohen Gehalt (ca. vier Millionen Euro) nicht in die 2. Bundesliga gehen.

Es könnte alles, grundsätzlich, so einfach sein. Stattdessen zeichnet sich ein fast schon schäbiges Bild.

Einigung mit Köln unmittelbar vor dem Spiel gegen Schalke

Dass Uth gerne zum Effzeh zurück möchte, ist längst ein offenes Geheimnis. Deshalb wurde Dimitrios Grammozis vor dem letzten Spieltag, als beide Klubs direkt aufeinander trafen, auch auf diese Konstellation angesprochen: "Mark Uth ist ein Spieler von uns und steht bei uns unter Vertrag, daher wird er behandelt wie jeder andere auch." Eine völlig normale Aussage, der auch die Fans zustimmten. Schließlich geht es auch um Professionalität, um einen Job, den es vertraglich zu erledigen gilt.

Kurz vor dem Spiel wurde dann bekannt, dass Uth nicht im Kader stehen würde. Grammozis erklärte im Nachhinein, in einem offenen Gespräch sei ihm vom Spieler ein gewisser Interessenkonflikt erklärt worden. Dass ein Berater Volker Struth nun gegenüber der Bild erklärte, man habe sich "in der Woche vor dem Schalke-Spiel" u.a. mit Horst Heldt über den grundsätzlichen Wechsel geeinigt, bringt das letzte Puzzleteil zum vollständigen Bild.

Mark Uth
Zur neuen Saison möchte Mark Uth wieder für den Effzeh auflaufen / Quality Sport Images/Getty Images

Es ist inzwischen klar: Das Bild, das Uth in diesen Wochen und in dieser Frage abgegeben hat, ist alles andere als professionell. Es zeigt, wie egal ihm Schalke zu diesem Zeitpunkt bereits war. Und das, obwohl die Saison noch nicht beendet war und er ein bis 2022 laufendes Arbeitspapier unterschrieben hat. Dann gibt man in jedem Beruf bis zum letzten Tag sein Bestes - gerade als Fußballprofi für seinen Klub, bei dem man wirklich sehr und eigentlich zu gut verdient.

Natürlich haben auch Aspekte wie die Fan-Attacken, bei denen Uth den Bildern und Videos nach ein primäres Ziel von Verfolgungen war, ihre Spuren hinterlassen. Nie ist man sich so richtig warm geworden, nie schien sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu entwickeln. Das gilt es aber hinter sich zu lassen. Insbesondere, wenn es um einen bevorstehenden Wechsel geht.

Und so kommt es nun zwar nicht unbedingt zu einem Rosenkrieg, aber zu einer aufgrund der Umstände hässlichen Trennung. Dass ein Spieler bei einem Verein nicht erfolgreich ist, nicht wirklich klar kommt - das gibt es immer wieder. So einen Schein aufzubauen, einen Interessenkonflikt heraufzubeschwören wegen eines erhofften Wechsels - das ist allerdings etwas anderes.

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