Bayern München

Planstelle Bayern-Mittelfeld: Hinter Goretzka und Kimmich alles auf neu?

Dominik Hager
Fraglich, ob Roca und Sabitzer 22/23 noch Teamkollegen sind
Fraglich, ob Roca und Sabitzer 22/23 noch Teamkollegen sind / CHRISTOF STACHE/GettyImages
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Hinter den beiden Platzhirschen Kimmich und Goretzka ist das Bayern-Mittelfeld zur Baustelle mutiert. Während in der vergangenen Saison Corentin Tolisso, Marcel Sabitzer, Jamal Musiala und Marc Roca als Backups dienten, könnte aus diesem Quartett nur ein Spieler übrig bleiben. Neben Ryan Gravenberch wird womöglich auch noch Konrad Laimer zum Team stoßen. Abhängig ist dieser Transfer aber vermeintlich von einem Sabitzer-Abgang.


Nach einigen guten Leistungen, aber noch viel mehr Verletzungen hat Corentin Tolisso den FC Bayern verlassen. Als guter Passspieler mit Box-to-Box-Qualitäten konnte der Franzose sowohl die Rolle von Kimmich, als auch jene von Goretzka einnehmen.

Den Abgang des 27-Jährigen konnten die Bayern-Bosse mit Ryan Gravenberch kompensieren. Der junge Holländer ist ein sehr kompletter Mittelfeldspieler, der stark im Passspiel ist, Technik mit Athletik kombiniert und defensiv die besseren Anlagen mitbringt als es Vorgänger Tolisso getan hatte.

Es wird eine spannende Frage sein, inwiefern es Gravenberch schon gelingen kann, am Thron von Goretzka zu sägen. Der junge Holländer wird wohl seine Spiele bekommen, da Goretzka zu Verletzungen neigt und aufgrund seines kraftintensiven Spielstils wohl nicht immer in der Startelf stehen sollte.

Roca vor Wechsel zu Leeds United: Sucht auch Sabitzer das Weite?

Derzeit sieht es danach auch, als würde sich der neue Bayern-Star zumindest der Konkurrenz von Marc Roca schon vorzeitig entziehen können. Der Spanier steht vor einem Wechsel zu Leeds United und soll zwölf bis 14 Millionen Euro einbringen. Ein Geschäft, das sich für Verein und Spieler definitiv lohnen sollte, da der ballsichere Sechser in München nicht über eine Reservistenrolle hinauskam.

Für Marcel Sabitzer lief es in der abgelaufenen Saison ähnlich schlecht. Zwar spielte der Leipzig-Neuzugang häufiger als Roca, zeigte aber nur selten akzeptable Leistungen. Demnach sollen die Münchner laut kicker-Angaben auch gewillt sein, den Spieler zu verkaufen. Problem bei der Sache: Sabitzer möchte eigentlich bleiben und in seiner zweiten Saison den Durchbruch schaffen.

Angesichts der Unzufriedenheit von Nagelsmann und den Bossen sind die Voraussetzungen für ein Gelingen der Mission allerdings ungünstig. Sabitzer wird sich hinten anstellen müssen. Merkt der Österreicher in der Sommerpause, dass er ein wenig links liegen gelassen wird, könnte es schon sein, dass er gegen Ende der Transferphase doch noch einen Abschied forciert. Dies wird auch von den Angeboten anderer Klubs abhängen. Für einen Wechsel zu Atlético verzichtet er vielleicht jedoch auf sein üppiges Bayern-Gehalt.

Laimer im Visier: Kommt der Leipziger trotz Sabitzer?

Der Plan von Nagelsmann und den Bayern-Bossen dürfte klar sein: "Sabitzer weg und Laimer her", so das mutmaßliche Wunschszenario der Bosse. Der Tausch an sich erscheint sinnvoll, zumal Laimer als pressingstarker Kämpfer und athletischer Antreiber eher einen Mehrwert darstellen kann als Sabitzer, der mit seinen Allround-Fähigkeiten ein Stück weit austauschbar ist. Selbstredend ist Sabitzer technisch und offensiv ein wenig stärker, dafür hat man eben aber auch noch einen Musiala. Der Vorteil von Laimer wäre zudem, dass er auch als Mazraoui-Backup auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kommen kann.

Es gibt allerdings auch Punkte, die gegen einen Laimer-Transfer sprechen. Fußballerisch ist der Österreicher schlichtweg kein großer Kicker. Seine technischen Fähigkeiten sind mittelmäßig und auch sein Passspiel sowie seine strategischen Fähigkeiten sind nicht auf internationalem Top-Niveau. Es ist immer schwierig für einen solchen Spielertypen bei einer ballbesitzorientierten Spitzenmannschaft zu glänzen. Selbst bei Leon Goretzka fallen die Mängel in Sachen Pass- und Kombinationsspiel negativ auf, jedoch sind die Defizite bei Laimer noch größer. Flop-Potenzial wie Sabitzer bringt also auch der laufstarke Nagelsmann-Wunschspieler mit.

Auch aus Spieler-Sicht erscheint ein Transfer als riskante Entscheidung. Laimer ist bei einem Klub der 1B-Reihe gesetzt und ein absoluter Führungsspieler. All das setzt er mit dem Wechsel für ein paar Titel aufs Spiel. Hier lässt Marcel Sabitzer als negatives Beispiel grüßen. Hinzu kommt ja noch, dass der 25-Jährige sicherlich auch andere Optionen hätte, wie beispielsweise ein Wechsel in die Premier League. Dort würde der Spieler prinzipiell von seiner Art Fußball zu spielen sehr gut hineinpassen.

Wir dürfen gespannt sein, wohin es Laimer verschlägt. Das Wunschszenario der Bayern ist es wohl mit Kimmich, Goretzka, Gravenberch, Laimer und Musiala in die Saison zu gehen. Stellt sich nur die Frage, was passiert, wenn man Roca oder Sabitzer nicht los bekommt. Einen Roca könnte man angesichts des geringen Gehalts ohne Probleme auf die Bank packen und als Kaderspieler behalten. Sabitzer ist hingegen eine teurere Angelegenheit, mit der das nicht so einfach funktioniert. Es ist trotzdem davon auszugehen, dass Nagelsmann den Transfer von Laimer durchschlagen möchte - und dies wohl auch schafft.


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