Leroy Sané

Pfiffe gegen Leroy Sané: FC-Coach Steffen Baumgart findet es "einfach frech"

Simon Zimmermann
Ein Mann der klaren Worte: FC-Coach Steffen Baumgart
Ein Mann der klaren Worte: FC-Coach Steffen Baumgart / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Die Pfiffe gegen Leroy Sané waren nach dem 3:2-Sieg gegen den 1. FC Köln das große Thema beim FC Bayern. Nicht nur die FCB-Verantwortlichen und Teamkollegen stellten sich deutlich hinter den 25-Jährigen. Auch Effzeh-Coach Steffen Baumgart fand deutliche Worte!


"Das ist nicht nur unglücklich, sondern auch echt frech und bitter." Joshua Kimmich äußerte sich im Rahmen seiner Pressekonferenz zur Vertragsverlängerung auch über Leroy Sané. Der Bayern-Stürmer wurde beim 3:2-Sieg gegen den 1. FC Köln am Sonntagabend von den eigenen Fans ausgepfiffen. Als der 25-Jährige zur Halbzeit in der Kabine bleiben musste und dafür Jamal Musiala ins Spiel kam, brandete Applaus in der Allianz Arena auf.

In Sané scheinen einige FCB-Fans ein neues Feindbild im eigenen Lager gefunden zu haben. Parallelen zu Manuel Neuer in seinen Anfangstagen in München und zu Arjen Robben nach seinem vergebenen Elfmeter im "Finale dahoam" kamen nicht nur Karl-Heinz Rummenigge direkt in den Sinn.

Ein Königstransfer ohne Selbstvertrauen

Leroy Sané, der Königstransfer des Rekordmeisters im vergangenen Sommer, der schon ein Jahr zuvor kurz vor einem Bayern-Wechsel stand und viele Hoffnungen weckte. Eben jener Leroy Sané ist nach einem durchwachsenen ersten Bayern-Jahr und einer äußerst unglücklichen EM total verunsichert. Das Selbstvertrauen beim 26-Jährigen ist komplett weg - das wird fast in jeder Szene ersichtlich.

Die Verantwortlichen und Mitspieler sind deutlich darum bemüht, sich demonstrativ hinter Sané zu stellen. Aber auch Steffen Baumgart fand - gewohnt deutliche und ungefilterte - Worte zu den Pfiffen für den 34-fachen Nationalspieler.

Baumgarts ungefilterte Ansicht: "Ich finde das beschämend"

"Ich finde das beschämend, dass überhaupt gepfiffen wird. Leroy mag zwar in einer Form sein, die ihm selbst nicht gefällt, aber ich finde er arbeitet und macht", erklärte der Trainer des 1. FC Köln im Video-Gespräch mit ran.

"Mir gefällt das so oder so nicht, dass Leute von draußen immer der Meinung sind, sie müssen sich kundtun und dann dementsprechend Leute auspfeifen. Und nicht mal annähernd in der Lage sind, das zu leisten, was der Junge leistet. Ich finde es einfach frech", legte der 49-Jährige nach. Seine Kritik richtete sich dabei nicht nur an die Zuschauer im Stadion. Baumgart sieht das Problem weitgreifender: "Es geht ja immer darum aufzuzeigen, was andere Leute nicht können. Da habe ich ein Riesenproblem mit."

"Wir müssen nicht über die Qualität von Leroy Sané reden. Die ist definitiv da. Er wird da auch wieder rauskommen”, war sich Baumgart sicher. Und gab den pfeifenden Fans nochmals einen mit: “Mich stören viel mehr die Jungs, die da draußen pfeifen. Und wenn wir uns die teilweise angucken, die können nicht drei Meter geradeauslaufen. Das ist ja nicht nur in dem Stadion so."

Der Effzeh-Trainer ist der Meinung, "dass man den Respekt diesen Jungs gegenüber schnell verliert, auch den Trainern oft gegenüber. Deswegen habe ich dafür auch kein Verständnis und werde es auch nicht haben". Es finde es "schlimm, dass sich Leute, die nicht in dem Job sind, wirklich einbilden, so eine Meinung äußern zu dürfen. Das ist mein größtes Problem."

Kritisch bewertet Baumgart auch die Rolle der Medien. "Mich stört, dass Journalisten sofort darauf eingehen und das zum Thema machen. Das kann man auch lassen."

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