Pavard bei Frankreich in der Kritik: Interne Streitigkeiten im Team?

Dominik Hager
Für Benjamin Pavard läuft es derzeit nicht gerade gut
Für Benjamin Pavard läuft es derzeit nicht gerade gut / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Benjamin Pavard dürfte derzeit ein wenig missgelaunt seines Weges gehen. Der Bayern-Verteidiger hat nicht nur im Verein Mühe mit Konkurrent Mazraoui, sondern auch bei den Les Bleus seinen Stammplatz verloren. Zuletzt stichelte Trainer Didier Deschamps ganz ordentlich und auch seine französischen Teamkollegen scheinen vom Defensiv-Allrounder nicht gerade angetan zu sein.


Anspruch und Wirklichkeit sind zwei Dinge, die bei Benjamin Pavard ziemlich schwierig zu vereinen sind. Der Abwehrspieler sieht sich auch beim FC Bayern als Akteur, der immer spielen muss und das am liebsten als Innenverteidiger. Ist dies nicht der Fall, kommen bei ihm schnell Wechselgedanken auf. Demnach bekommt man schon das Gefühl, dass sich Pavard als absoluten Star sieht, der er aber nicht ist. Zwar ist er mit seiner Vielseitigkeit und Konstanz durchaus ein wertvoller Mann, jedoch definitiv keiner der unersetzbaren Spieler.

Man darf gespannt sein, ob die jüngsten Entwicklungen bei den Les Bleus Pavard wieder - um es mit Rummenigges Worten zu sagen - "Back to Earth" bringen. Pavard hat nach seiner schwachen Leistung im ersten Gruppenspiel gegen Australien seinen Stammplatz verloren und es deutet wenig darauf hin, dass er diesen zurückbekommt.

"Ich werde dabei nicht ins Detail gehen, aber ich habe mich bewusst dazu entschieden, ihn nicht aufzustellen", äußerte sich Deschamps zuletzt und nannte auch ziemlich klar seine Gründe. "Ich habe mit ihm mehrere Gespräche geführt und ich bin der Meinung, dass er nicht in der besten Verfassung ist. Natürlich hat ihm das erste Spiel auch nicht geholfen. Deshalb habe ich zuletzt eine andere Entscheidung getroffen", so der Frankreichs Nationaltrainer.

Frankreich-Stars sprechen sich gegen Pavard aus

Deschamps soll jedoch nicht der einzige Franzose sein, der von Pavard aktuell nicht angetan ist. Es soll sich eine Gruppe um Barca-Star Ousmane Dembélé gebildet haben, die das Leistungsniveau des Bayern-Verteidigers einfach nicht als ausreichend erachten. Ob es vielleicht damit zu tun hat, dass Konkurrent Koundé wie Dembélé bei Barcelona spielt? Andere etablierte Spieler wie Hugo Lloris und Olivier Giroud sollen hingegen hinter Pavard stehen. Gleiches dürfte man auch von Upamecano und Coman erwarten. Für Frankreichs WM-Chancen sind solche interne Streitigkeiten natürlich Gift.

Ob Pavard der beste französische Rechtsverteidiger ist, sei mal dahingestellt. Prinzipiell sollte sich aber auch Ousmane Dembélé mal so seine Gedanken machen, warum er mit dem FC Barcelona gegen die Bayern und Pavard regelmäßig mit Prügel vom Platz geht, wenn der Münchner Verteidiger ja so schlecht sein soll. Barcelona hat die letzten sechs Spiele gegen die Bayern verloren und steht bei 4:22 Toren. Bei den vier Barca-Treffern stand Pavard im Übrigen nicht auf dem Platz.


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