Nagelsmann wollte St. Juste: Der FC Bayern hat ein Zeitproblem

Jeremiah St. Juste wäre auch ein Kandidat für den FC Bayern gewesen
Jeremiah St. Juste wäre auch ein Kandidat für den FC Bayern gewesen / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Der Mainzer Innenverteidiger Jeremiah St. Juste wird die Bundesliga verlassen und sich Sporting Lissabon anschließen. Der FC Bayern soll zwar spät Interesse am Verteidiger gezeigt haben, jedoch war er sich zu diesem Zeitpunktt längst mit dem portugiesischen Klub einig.


Die Deutsche Bahn und der FC Bayern sind zwei messerscharfe Beweise dafür, dass Pünktlichkeit als deutsche Tugend maßlos überschätzt werden. Unglücklicherweise scheinen Kahn, Salihamidzic und Co. genau die Fahgäste zu sein, die noch in letzter Sekunde in einen vollen Zug rein wollen, die Türen sich aber vor der Nase schließen. Von der anderen Seite lachen die anderen Klubs, die wieder mal einen Transfer eingesackt haben. Es beginnt also das Warten auf den letzten Zug des Tages, in dem reichlich Platz ist, man aber nur noch auf Bouna Sarr und Marc Roca stößt.

Das Fehlermuster wiederholt sich: Der FC Bayern ist immer wieder zu spät

Es ist schon erstaunlich, wie es die Münchner immer und immer wieder schaffen, zu spät dran zu sein, wenn es darum geht, neue Spieler zu verpflichten. Gleiches Phänomen tritt im Übrigen auf, wenn es darum geht mit eigenen Akteuren zu verlängern. In München scheint man sich daran gewöhnt zu haben, dass die Uhr nach den eigenen Vorlieben tickt. Da eine Uhr, von 18:59 nicht auf 18:60, sondern auf 19(:)00 und damit das Gründungsjahr des Vereins springt, kann man schon mal größenwahnsinnig werden.

Doch auch in Hamburg hat man lange auf eine Uhr gesetzt und gedacht, dass man durch das durchgängige Ticken seit Bundesliga-Beginn unabsteigbar ist. Doch wie die Dinos einst ausgestorben sind, dürfte auch der FC Bayern mit seiner Verzögerungs-Taktik bei Transfers irgendwann das böse Erwachen erleben.

Schneller als Davies: Darum wollte Nagelsmann St. Juste

Natürlich ist St. Juste kein Verteidiger bei dem man sagen kann, dass dieser unbedingt zum FC Bayern muss. Trotzdem sollte man sich rechtzeitig im Klaren sein, ob man einen Spieler will und diesen im Falle des Falles auch zielstrebig für sein Projekt begeistern können.

Im Falle des Mainzers ist es laut Telegraf-Angaben so, dass Julian Nagelsmann den Spieler gerne verpflichtet hätte. Dieser sah im Franzosen einen schnellen, flexiblen und bezahlbaren Verteidiger, der gut zur Münchner Spielphilosophie gepasst hätte. St. Juste lebt vor allem von seiner Schnelligkeit und ist mit 36,63 km/h sogar der am schnellsten gemessene Spieler der Liga. Eine solche Qualität ist natürlich vor allem für den FC Bayern wertvoll, da die Abwehr sehr hoch steht und häufig in Laufduelle muss.

Darüber zu spekulieren, ob der Spieler eine Verstärkung wäre ist nun natürlich müßig. Die Chance ist nun mal vertan. Der FC Bayern kam nicht mehr dazu, einen Vorstoß in Form eines Angebots zu machen. Sporting Lissabon hat die Gefahr rechtzeitig erkannt und den Mainzer für rund zehn Millionen Euro verpflichtet.


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