FC Barcelona

Messi verabschiedet sich tränenreich vom FC Barcelona - und kündigt Rückkehr an!

Christian Gaul
Lionel Messi hielt seine Abschiedsrede
Lionel Messi hielt seine Abschiedsrede / Eric Alonso/Getty Images
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Lionel Messi verabschiedete sich offiziell vom FC Barcelona. Der Argentinier ließ in seiner Rede erkennen, dass er in Spanien eine Heimat fand.


Nach dem wohl feststehenden Abgang von Lionel Messi zu Paris Saint-Germain hielt der 34-jährige Superstar am Sonntagmittag eine Abschiedsrede. Dabei flossen Tränen - aber auch ehrliche Worte.

"Ich habe immer versucht, demütig und respektvoll zu agieren und das habe ich mit jedem in diesem Klub getan. Ich hoffe, das ist das, was von mir geblieben ist - abgesehen davon, dass ich dem Verein viele Dinge gegeben habe", begann ein sichtlich angeschlagener Messi seine Rede.

"Ich habe viele schöne Dinge durchgemacht, auch schlechte, aber das hat mich wachsen lassen. Ich habe alles für diesen Verein und für dieses Trikot vom ersten bis zum letzten Tag gegeben. Ich gehe mehr als stolz", blickte der Argentinier auf seine 21-jährige Tätigkeit beim FC Barcelona zurück.


Nachdem Messi im Oktober 2004 sein Liga-Debüt für die Profis der Katalanen gab, folgte eine beispiellose Erfolgsgeschichte historischen Ausmaßes. In insgesamt 778 Pflichtspielen für seinen Herzensklub schoss Messi 672 Tore und bereitete 305 weitere vor. Hinzu kamen zehn Meisterschaften, sieben Pokalsiege und viermal der Gewinn der Champions League - Messi sammelte in Barcelona alles ein.

Dass er nun aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Katalanen mehr oder weniger gezwungen wurde, den Verein zu wechseln, lässt diese Ehe eher tragisch enden.

Messi hätte sich gern vor den Fans verabschiedet - Rückkehr ist vorgesehen

Besonders die Zeit der leeren Stadien während der Pandemie lassen Messi wehmütig auf seine Beziehung zu den Fans zurückblicken.

"Ich hätte mich gerne auf andere Art verabschiedet, ich habe nie darüber nachgedacht, aber ich hätte es gerne mit Menschen gemacht, auf dem Feld. Ich hätte mir eine letzte Ovation gewünscht. Ich habe es während der Pandemie so sehr vermisst, dass ich Standing Ovations mit meinem Namen hören konnte. Wenn ich es mir vorgestellt hätte, wäre es in einem vollen Stadion passiert. Es ist so gekommen, aber ich möchte mich für all die Zuneigung in diesen Jahre bedanken. Die Zuneigung der Leute war immer da und ich habe die Anerkennung und Liebe zu diesem Verein gespürt", nahm sich Messi unter Tränen den Fans an, die ihn so dermaßen vergöttern.

FC Barcelona v Arsenal - Pre-Season Friendly
Lionel Messi hätte sich lieber im vollen Stadion verabschiedet / Eric Alonso/MB Media/Getty Images

Sein wahrscheinlich anstehendes Engagement bei den Parisern wird jedoch auch irgendwann beendet sein. Danach könnte sich Messi eine Rückkehr nach Spanien mehr als vorstellen.

"Hoffentlich kann ich zu diesem Verein zurückkehren, in welcher Form auch immer. Hoffentlich kann ich dann dazu beitragen, dass dieser Club weiterhin der beste der Welt ist. Sicherlich vergesse ich im Moment vieles, ich bin nicht in der besten Verfassung. Danke an die ganze Welt", kündigte Messi an, nur für eine begrenzte Dauer sein "zu Hause" verlassen zu wollen.

Die anwesenden Journalisten und Mitarbeiter ließen einen minutenlangen Applaus folgen.

Abschied unausweichlich - Schulden verhindern den Verbleib

Letztlich musste Messi seinen Herzensklub verlassen, weil die Bestimmungen der spanischen Liga einen Verbleib ausschlossen. Dabei hatten sich die Protagonisten bereits auf einen Verbleib verständigt.

"Laporta hat es schon gesagt. Alles war arrangiert, aber aufgrund des LaLiga-Problems war es nicht möglich. Wir hatten alles vereinbart", bezog sich Messi auf die vorab getätigten Äußerungen seines nun ehemaligen Präsidenten.

Dieses "Problem" ist jedoch weniger eines der spanischen Liga. Denn vielmehr wirtschaftete sich der FC Barcelona selbst in die nun stattfindende Situation - das weiß auch Messi.

"Ich kenne die Struktur von all dem nicht gut. Es war nicht möglich wegen der LaLiga, wegen der Schulden des Klubs. Der Präsident hat es erklärt. Der Klub hat sehr hohe Schulden und will sich nicht noch mehr verschulden. Warum weiter dehnen, wenn es fast unmöglich ist. Ich muss über meine Zukunft und meine Karriere nachdenken, das habe ich", verpasste Messi es allerdings, auch über seine Vergangenheit nachzudenken und seine Rolle innerhalb des wirtschaftlichen Niedergangs seines Klubs zu beleuchten.

Lionel Messi
Lionel Messi nahm Abschied / Eric Alonso/Getty Images

Nach seinen Wechsel-Absichten im Sommer 2020 wird Messi nun ein Jahr später seine Koffer packen, doch von nachträglicher Freude kann keine Rede sein. "Ich empfinde Traurigkeit, viel Traurigkeit, weil ich den Verein verlasse, den ich liebe. Ich habe nicht damit gerechnet, ich habe immer die Wahrheit gesagt. Letztes Jahr wollte ich gehen, nicht dieses", stellte Messi klar.

Dass er seine Zelte nun in Paris aufschlagen wird, wollte Messi hingegen noch nicht bestätigen.

"PSG ist eine Möglichkeit, aber im Moment habe ich nichts mit irgendjemandem vereinbart. Als die Erklärung herauskam, hatte ich mehrere Anrufe von interessierten Klubs. Es ist immer noch nichts entschieden, aber wir reden", kommentierte der Stürmer die derzeitigen Gerüchte - obwohl PSG weiterhin als nahezu sicheres Ziel des Argentiniers gilt.

Dass der FC Barcelona nun ohne ihn weitermachen wird, scheint für Messi kein Problem zu sein. "Die großen Spieler werden weiterhin zu Barça kommen. Der Verein ist wichtiger als jeder andere und die Leute werden sich an mein Fehlen gewöhnen. Zuerst wird es seltsam sein, aber es werden wieder großartige Spieler kommen und sie haben jetzt schon einen großartigen Kader", sieht Messi die sportliche Zukunft seiner alten Heimat geregelt.

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