Marokko sorgt für WM-Sensation - Spanien versagen Nerven im Elfmeterschießen

Simon Zimmermann
Marokko darf jubeln!
Marokko darf jubeln! / Julian Finney/GettyImages
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Das zweite Achtelfinale dieser WM, das per Elfmeterschießen entschieden wurde. Marokko lieferte zuvor gegen Spanien über 120 Minuten einen bemerkenswerten Fight und brachte den Favoriten zur Verzweiflung. Vom Punkt versagten La Roja dann die Nerven völlig. Marokko gelang die Sensation und wartet nun im Duell Portugal gegen Schweiz auf den Viertelfinal-Gegner.


Tore:
Fehlanzeige nach 120 Minuten

Elfmeterschießen:
1-0: Sabiri
1-0: Sarabia scheitert am Pfosten
2-0: Ziyech
2-0: Soler scheitert an Bono
2-0: Banoun scheitert an Simon
2-0: Busquets scheitert an Bono
3-0: Hakimi


Ein Achtelfinal-Duell, das man mit viel Spannung erwarten durfte. Während Spanien Platz eins in der Gruppe am letzten Spieltag noch gegen Japan aus der Hand gab, überzeugten die Marokkaner und ließen Kroatien sowie Belgien und Kanada hinter sich.

Auf dem Platz im Education City Stadium entwickelte sich dann auch eine offene Partie. In der Spanien zwar mit dem Ball dominierte und die deutlich größeren Spielanteile hatte, Marokko aber diszipliniert verteidigte und mit Gegenstößen immer gefährlich blieb.

In Durchgang eins blieben große Torchancen Mangelware. La Roja kombinierte sich hin und her, meist aber mit zu wenig Tempo. Am gefährlichsten wurde es mit einem Ball hinter Marokkos Abwehrkette, den Asensio aus spitzem Winkel ans Außennetz setzte. Auf der anderen Seite hatte Aguerd mit einem Kopfball kurz vor der Pause Marokkos beste Gelegenheit.

Auffälligster Spieler auf dem Platz war - wieder einmal - Sofiane Boufal. Der Linksaußen spielte Gegenspieler Marco Llorente ein ums andere Mal Knoten in die Beine.

In Durchgang zwei wurde die Dominanz der Spanier noch größer. Es entwickelte sich mehr und mehr ein Spiel auf ein Tor, bei dem es La Roja allerdings nicht schaffte, entscheidend durchzustoßen. Fast 75 Prozent Ballbesitzt hatten die Spanier nach Ende der regulären Spielzeit. Marokko auf der anderen Seite entschied starke 60 Prozent der Zweikämpfe für sich.

Und so kam es, wie es kommen musste: Das Spiel ging torlos in die Verlängerung.

Die größte Chance in der ersten Hälfte der Verlängerung hatte tatsächlich Marokko. In der 104. Minute wurde der eingewechselte Cheddira schön freigespielt und tauchte vor dem spanischen Gehäuse auf. Sein Abschluss war aber zu schwach und unplatziert - Unai Simon konnte die Großchance entschärfen.

Spanien biss sich auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung die Zähne aus. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen! Ob dieser marokkanische Fan mit seinem Tipp vor dem Spiel recht behalten sollte?

Im Elfmeterschießen versagten Spaniens Nerven dann völlig. Keinen einzigen Strafstoß konnte La Roja verwandeln. Hakimi dagegen chippte den entscheidenden im Panenka-Style zum marokkanischen Viertelfinal-Glück!


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