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Lukas Nmecha glänzt für die U21: Die Antwort auf Deutschlands Sturmsorgen?

Dominik Hager
Lukas Nmecha erzielte gegen Ungarn das wichtige 1:0. Sehen wir ihn bald schon für die A-Nationalmannschaft knipsen?
Lukas Nmecha erzielte gegen Ungarn das wichtige 1:0. Sehen wir ihn bald schon für die A-Nationalmannschaft knipsen? / Laszlo Balogh/Getty Images
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Mit seinem herrlichen Kopfballtreffer gelang Lukas Nmecha der Dosenöffner in der zunächst zähen Partie der deutschen U21-Auswahl gegen Ungarn. Auf dem 22-Jährigen ruhen nach seinen starken Auftritten in Anderlecht sowie bei der EM-Qualifikation die Hoffnungen von Stefan Kuntz. Doch langfristig könnte der Angreifer sogar zu Höherem berufen sein. So ist er einer der wenigen aussichtsreichen Kandidaten, die das Stürmerproblem in der A-Nationalmannschaft lösen könnten.


In seinem noch jungen Leben hat Lukas Nmecha schon einiges erlebt. Der gebürtige Hamburger wanderte 2007 mit seiner Familie nach England aus und schloss sich im Alter von neun Jahren dem Jugendteam von Manchester City an. Dort entpuppte sich der Youngster sofort als riesiges Talent und begann Tore wie am Fließband zu produzieren.

Für die U18 erzielte er in 16 Spielen 15 Treffer und später für die U23 in 33 Spielen 26 Tore. Für die Junioren-Auswahl der "Three Lions" war er von der U16 bis zur U21 aktiv, ehe er im Jahr 2019 zum DFB wechselte.

Trotz vieler Vorschusslorbeeren verlief seine Karriere in den letzten Jahren allerdings eher schleppend. Auffallend schwer tat sich der Angreifer damit, den Sprung in den Erwachsenenfußball zu schaffen. So war er bei seinen Leihstationen Preston North End (41 Spiele/ 4 Tore), VfL Wolfsburg (6 Spiele/0 Tore) und FC Middlesbrough (11 Spiele/0 Tore) wenig erfolgreich. Tatsächlich schien das große Talent seinen Torinstinkt völlig verloren zu haben und drohte in der Versenkung zu verschwinden.

Doch für den 22-Jährigen gilt das Prinzip "aller guten Dinge sind vier". So brachte die Ausleihe zum RSC Anderlecht den gewünschten Erfolg. Für den belgischen Klub gelangen dem Stürmer in dieser Saison bereits 16 Treffer. Zudem schoss er auch noch die U21 mit sieben Toren in acht Quali-Spielen zur EM. Der Knoten scheint also geplatzt und das Ende in der Entwicklung noch lange nicht erreicht zu sein.

Stürmer mit Zukunft: Sehen wir Nmecha bald im A-Nationalteam?

Beim DFB wird man den jungen Stürmer von nun an noch genauer unter die Lupe nehmen. Denn die A-Nationalmannschaft hat bekanntlich erhebliche Probleme, einen geeigneten Stürmer zu finden. Nmecha gehört dieser vom Aussterben bedrohten Spezies an. Das Potenzial für das Nationalteam bringt der 22-Jährige über kurz oder lang definitiv mit. Jedenfalls verfügt er über das fast komplette Skillset eines echten Angreifers. So besticht er durch seine Schnelligkeit und ist, wie wir gegen Ungarn gesehen haben, auch kopfballstark. Mit seinen bulligen 1,85 Meter bringt er auch die nötige Physis mit, sich im Strafraum behaupten zu können. Trotzdem ist der gebürtige Hamburger kein reiner Stoßstürmer, sondern kann auch andere Bereiche des Platzes mit seiner sehr ordentlichen Technik bespielen und Bälle festmachen.

Klingt also fast zu gut, um wahr zu sein. Die Lösung auf alle Probleme ist Nmecha trotz allem (noch) nicht. Schließlich muss er erst noch den Beweis antreten, dass seine Torjägerqualitäten auch auf absolut oberstem Niveau greifen. Ab und an braucht der Youngster dann eben auch doch noch zu viele Chancen.

Joachim Löw könnte bei der Personalie jedoch trotzdem ins Grübeln kommen, wenn er einen echten Mittelstürmer mitnehmen will. So ist Nmecha eher ein Neuner als ein Max Kruse oder Kevin Volland und kompletter als ein Nils Petersen. Dass Nmecha bei der EM 2021 schon dabei ist, kann dennoch eher als unwahrscheinlich angesehen werden. Spätestens ab der WM in Katar ist er aber sicher ein heißer Kandidat. Von dort an könnte das Duell im deutschen Angriff durchaus Nmecha gegen Moukoko lauten.

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