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DFB-Team

Deutsche Youngster als Außenseiter zur U21-EM: Die Topelf von Stefan Kuntz

Dominik Hager
Mar 22, 2021, 2:57 PM GMT+1
Stefan Kunz steht vor keiner leichten Aufgabe. Wie holt er das Maximum aus seinem Kader heraus?
Stefan Kunz steht vor keiner leichten Aufgabe. Wie holt er das Maximum aus seinem Kader heraus? / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Es ist wahrlich ein etwas ungewöhnlicher Zeitpunkt für eine U21-EM (24. März- 6. Juni). Davon wollen sich DFB-Coach Stefan Kuntz und seine Jungs aber nicht aufhalten lassen. Tatsächlich wäre ein Titelgewinn jedoch eine Sensation, zumal Kuntz nicht über solch hochveranlagte Spieler verfügt, wie noch in der Vergangenheit und aktuell manch anderer Konkurrent. Zunächst geht es in der Gruppenphase gegen Rumänien, Niederlande und Ungarn, bevor im Sommer die K.o.-Runde ausgetragen wird. Wir schauen uns einmal an, was der Kader zu bieten hat und wie die beste Elf aussehen könnte.

Bereits im Tor gilt es die erste Entscheidung zu treffen. So verfügt die U21-Auswahl mit dem Leverkusener Lennart Grill, dem Frankfurter Markus Schubert und Finn Dahmen vom FSV Mainz 05 über keinen Stammtorwart. Selbst, wenn zuletzt Finn Dahmen im Kasten der U21 stand, könnte das Pendel in Richtung von Lennart Grill ausschlagen. Dieser profitiert nämlich von der Verletzung von Stammtorwart Hrádecký und durfte zuletzt viermal das Leverkusener Tor hüten. Hier dürfte also vor allem die Spielpraxis den Ausschlag geben.

Die Abwehr: Lediglich links hinten sind noch Fragen offen

In der Viererkette ist der Wolfsburger Ridle Baku absolut gesetzt. Der 22-Jährige spielt eine überragende Saison und ist wohl der einzige Spieler im Kader, der noch EM-Chancen hat. Back-up ist der Hamburger Josha Vagnoman. In der Innenverteidigung sind Nico Schlotterbeck (Union Berlin) und Amos Pieper (Arminia Bielefeld) erste Wahl. Zwar fehlte Schlotterbeck in der U21 zuletzt oft verletzt, so hat er in der Rückrunde einen Stammplatz bei Union Berlin inne. Damit ist er wie Abwehrpartner Amos Pieper einer der wenigen Spieler im Aufgebot, der in der Bundesliga gesetzt ist.

Die ersten Ersatzmöglichkeiten sind Malick Thiaw (Schalke) und Maxim Leitsch (Bochum). Links läuft alles auf ein Duell zwischen David Raum (Greuther Fürth) und dem Kölner Ismail Jakobs heraus. Im letzten Spiel gegen Wales durfte der Fürther für 60 Minuten ran und wurde dann von Jakobs ersetzt. Ein kleiner Vorteil für den Zweitligaspieler, der auch die stärkere Saison spielt. Jakobs wäre aber auch eine Variante für die offensivere Position auf dem linken Flügel.

Alles klar im Mittelfeld? Maier, Dorsch und Özcan wohl gesetzt

Im Mittelfeld ist Arne Maier als Kapitän seit einiger Zeit die Stütze im Spiel der U21. Nach seiner Ausleihe zur Arminia bekommt der eigentliche Herthaner auch endlich wieder verlässlich Spielpraxis. Am 22-Jährigen wird also kein Weg vorbeigehen. Dies gilt wohl auch für Niklas Dorsch, der für Gent eine starke Saison spielt, und Salih Özcan (1.FC Köln), der sich in Köln zumindest in der Rotation befindet. Es ist anzunehmen, dass das Trio wie zuletzt gegen Wales eine Dreierachse bildet. Die zentrale Position nimmt wohl Dorsch ein, während Özcan und Maier auf der Acht agieren werden. Als Ersatz stehen Vitaly Janelt (FC Brentford) und Debütant Mateo Klimowicz bereit, wobei der Stuttgarter eher offensiver beheimatet ist.

Nmecha und Berisha glänzen im Ausland: Was wird aus Moukoko?

Spannend wird es in der Offensive. Im Prinzip hat Stefan Kunz mit Ismail Jakobs lediglich einen richtigen Außenspieler im Kader, der jedoch auch in der Viererkette spielen könnte. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass Stefan Kunz auf seine bevorzugte Formation mit Mittelfeldraute zurückgreift. Hier hätte er mit Sicherheit gerne auf Florian Wirtz und Jamal Musiala gebaut, die jedoch beide für die A-Nationalmannschaft nominiert wurden.

Gute Chancen hat daher der Salzburger Mergim Berisha, der zwar eher hängende Spitze als Zehner ist, aber die Rolle durchaus gewinnbringend interpretieren kann. Mit neun Toren und sechs Vorlagen in der Liga sowie vier Treffern und zwei Assists in der Champions League führt eigentlich kein Weg am 22-Jährigen vorbei. Als Ersatz ständen Mateo Klimovicz und Jonathan Burkardt zur Verfügung. Letztgenannter ist jedoch auch eher ein Stürmer und könnte auch in vorderster Front auflaufen. Seine Leistungen im Nationaldress sprechen eher dafür als seine maue Bilanz in Mainz (ein Tor).

Demnach spürt er auch den Atem von Youngster Youssoufa Moukoko. Der erst 16-Jährige ist zwar Debütant, hat jedoch für den BVB bereits dreimal in der Bundesliga getroffen. Vorerst könnte der DFB-Coach den Borussen jedoch in der Joker-Rolle sehen. Keine Sorgen um seinen Stammplatz braucht sich Lukas Nmecha (Anderlecht) machen. Der 22-Jährige war in der EM-Qualifikation mit sieben Treffern mit der Grund, warum das Team überhaupt dabei ist. Seine 13 Saisontore sind ein weiteres Argument für seine Nummer-1-Rolle im deutschen Angriff.

Die deutsche Topelf im Überblick:

Auf diese Stamm-Elf könnte Stefan Kuntz in der Vorrunde vertrauen
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