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Kritik an LeBron James: Ibrahimovic schießt ein Eigentor!

Marc Knieper
Wer austeilt, muss auch einstecken können: Zlatan Ibrahimovic (39) gerät unter öffentlichen Beschuss
Wer austeilt, muss auch einstecken können: Zlatan Ibrahimovic (39) gerät unter öffentlichen Beschuss / Giampiero Sposito/Getty Images
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Wenn ihm etwas nicht passt, dann macht er den Mund auf. Manchmal ist es richtig, manchmal falsch. Mit seiner Kritik an LeBron James schoss Zlatan Ibrahimovic sich ein gehöriges Eigentor. 90min erklärt den öffentlichen Tumult zwischen dem selbst ernannten Fußballgott und zwei Akteuren der NBA.

Ibra vs. King James - und die Frage: Sollten sich Sportler in Gesellschaft und Politik einmischen? Für den Mittelstürmer der AC Milan zumindest geht das politische Engagement des NBA-Profis zu weit. "Er ist phänomenal in dem, was er tut", lobte Ibrahimovic am vergangenen Freitag zunächst das sportliche Talent des Basketballers, fügte im Interview mit Discovery+ aber zugleich das für Furore sorgende 'Aber' hinzu: "Ich mag es nicht, wenn Leute einen gewissen Status haben und dann Politik machen wollen."

Die Antwort von LeBron James ließ nicht lange auf sich warten. Ein Journalist konfrontierte den Profi der Los Angeles Lakers in einer Medienrunde am Samstagnachmittag mit dem Vorwurf des schwedischen Fußballprofis. "Ich werde niemals einfach den Mund halten bei Dingen, die falsch sind", leitete der 36-Jährige ein: "Ich spreche über und für meine Leute und ich spreche über Gleichberechtigung, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, systematische Wählerunterdrückung und Dinge, die meine Gemeinde betreffen."

Baron Davis attackiert Ibra: "Unglaublich dumm"

Während James die großmäuligen Worte des Fußball-Oldies gekonnt und bescheiden konterte, mischte sich der ehemalige NBA-Allstar Baron Davis ein wenig offensiver ein. "Zlatan, bleib L.A. mit deinem Arsch fern. Galaxy ist sowieso mies. Und du bist unglaublich dumm", schrieb der 41-Jährige auf Twitter. Der Mann aus Santa Monica spielte einst für die Los Angeles Clippers. Auch Ibra spielte und lebte von 2018 bis Anfang 2020 in Los Angeles.

Geht es nach Davis, so dürfte der Schwede die US-Metropole gar nicht mehr betreten. "Lasst den König sprechen", schrieb er abschließend und verwies auf die Worte von James. Der NBA-Star erhob in der Vergangenheit regelmäßig seine Stimme und bewies eindrucksvoll Haltung. Abschließend wendete sich James deshalb mit folgenden Worten an Ibra: "Ich spreche von einem gebildeten Standpunkt aus. Ich bin da der falsche Typ, um angegriffen zu werden, denn ich mache meine Hausaufgaben."

James: "Lustig, dass ausgerechnet er das sagt"

Tatsächlich kennt James derartige Vorwürfe bereits. Vor etwa drei Jahren fragte eine Reporterin von Fox News, warum er (politisch) nicht einfach die Klappe halte und Basketball spiele. Für James kommt das natürlich nicht in Frage: "Ich würde niemals nur beim Sport bleiben, weil ich verstehe, wie mächtig diese Plattform und meine Stimme sind."

Dass nun ausgerechnet Ibrahimovic eine vergleichbare Aussage trifft, sei ziemlich lustig, meint der wohlinformierte NBA-Akteur. Denn der Fußball-Star selbst habe doch einst über "Undercover-Rassismus" in seiner Heimat geklagt. Der Hintergrund: Ibrahimovic beschwerte sich 2018 bei Canal Plus unterschwellig über den mangelnden Respekt der Schweden aufgrund seines Nachnamens: "Ich bin 100 Prozent sicher, dass es Vorbehalte gibt, weil ich kein Andersson oder Svensson bin."

Gänzlich rausgehalten aus Politik und Gesellschaft hat sich der schwedische Nationalspieler mit kroatischer Mutter und bosnischem Vater in der Vergangenheit also nicht. Mit seiner Aussage, er spiele ausschließlich Fußball, weil er darin am besten sei, schoss sich der 39-Jährige ein gehöriges Eigentor.

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