Kommentar zum Blind-Transfer des FC Bayern: Ein Schnäppchen ohne Ankündigung

Dominik Hager
Daley Blind steht vor einem Wechsel zum FC Bayern
Daley Blind steht vor einem Wechsel zum FC Bayern / Richard Sellers/GettyImages
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Daley Blind ist neuer Spieler des FC Bayern und wird morgen mit dem Team nach Katar reisen, wo die Münchner ihr Trainingslager abhalten werden. Ein ziemlicher Paukenschlag, zumal der Name Daley Blind in den vergangenen Wochen nicht ein einziges Mal in Verbindung mit dem FC Bayern durch die Medien geisterte. Doch wie ist der Überraschungs-Coup der Münchner zu bewerten?


Der FC Bayern hatte bereits angekündigt, dass nach der Verletzung von Lucas Hernández noch ein Ersatz kommen könnte. Den Namen Daley Blind hatte jedoch praktisch niemand auf dem Zettel.

Zu dem Deal kann man den Bayern-Verantwortlichen nur gratulieren. Mit Blind kommt schließlich ein erfahrener und vielseitig einsetzbarer Spieler, der nach Vertragsauflösung mit Ajax Amsterdam auch noch ablösefrei ist. Umso beeindruckender ist es, dass der Transfer ganz im Geheimen ohne Medienrummel, Debatten und Streitigkeiten eingetütet werden konnte.

Es gibt zahlreiche Gründe, die für diesen Transfer sprechen. Punkt eins ist auf jeden Fall die Erfahrung des Spielers. Blind hat 333 Spiele für Ajax und 141 Matches für Manchester United absolviert. Zudem kam er bereits 99-mal für die Elftal zum Einsatz und gehörte auch bei der WM zu den Leistungsträgern.

Der Abwehrspieler besticht mit seinen 32 Jahren mit seiner Routine, ist aber noch keinesfalls altersmüde, sondern noch auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Zwar ist der Holländer nicht sonderlich spektakulär und auch kein athletisches oder fußballerisches Naturtalent, agiert aber überaus verlässlich und intelligent. Demnach kann man auch in den großen Spielen jederzeit auf ihn setzen.

Daley Blind ist der perfekte Hernández-Ersatz

Besonders positiv ist für den FC Bayern der Fakt, dass Blind in der Innenverteidigung und Linksverteidigung gleichermaßen stark ist. Damit deckt er genau die Positionen ab, die Lucas Hernández ansonsten bekleidet. Insbesondere ein Davies-Ausfall würde nun weniger ins Gewicht fallen, da neben dem jungen und gegen Top-Klubs nicht immer stabilen Josip Stanisic nun ein verlässlicher Leistungsträger gebracht werden kann.

Der Vertrag von Blind läuft zunächst bis Sommer 2023 - ob er eine Option zur Verlängerung enthält, ist nicht ganz klar. Die Laufzeit ist für die Münchner jedenfalls perfekt. Sie erhalten eine Soforthilfe, können diese jedoch auch schnell wieder abgeben, sollte sich die Zusammenarbeit als nicht mehr lohnenswert erweisen. Dies wird sicherlich auch von der Genesung von Hernández abhängen.

Die Münchner haben einen Deal eingetütet, der überhaupt kein Risiko darstellt, dafür jedoch einen Spieler beinhaltet, der mit ziemlicher Sicherheit ein absoluter Gewinn für die Kaderbreite ist. Einen geeigneteren Kandidaten, der auch noch ablösefrei ist, hätte man nicht finden können.


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