Bayern München

Ärger um Katar-Sponsoring: Michael Ott droht FC Bayern mit Klage

Dominik Hager
Die Connection zwischen dem FC Bayern und Qatar Airways soll ein Ende finden
Die Connection zwischen dem FC Bayern und Qatar Airways soll ein Ende finden / Visionhaus/GettyImages
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Der FC Bayern steht aufgrund des Katar-Sponsorings bei den eigenen Anhängern in der Kritik. Circa 20 Millionen Euro kassieren die Münchner jährlich von Qatar Airways. Jedoch stellen sich immer mehr Leute die Frage, ob dieser Betrag eine Zusammenarbeit mit dem Wüstenstaat rechtfertigt.


Bis 2023 läuft der Kontrakt mit Qatar Airways noch. Ob die Zusammenarbeit darüber hinausgeht, ist derzeit ungewiss. Der Druck auf die Verantwortlichen steigt jedenfalls von Woche zu Woche. Die Münchner Anhänger stellten ihre Abneigung zuletzt beim letzten Heimspiel plakativ zur Schau. Zudem enthüllte die Bild, dass auch einige Spieler wie Kapitän Neuer die Thematik kritisch beäugen.

Weiteres Kopfzerbrechen könnte den Bayern-Bossen ein Antrag von Initiator Michael Ott bereiten, der am kommenden Donnerstag bei der Mitgliederversammlung zur Abstimmung zugelassen werden soll.

Michael Ott plant Klage gegen den FC Bayern

Das Ziel der Initiative ist klar: Der FC Bayern soll spätestens im Jahr 2023 die Zusammenarbeit mit Katar beenden. Noch ist allerdings offen, ob der Antrag tatsächlich auch zugelassen wird. Bislang ist dies noch nicht passiert, was Michael Ott sauer aufstößt.

"Der FC Bayern weiß genau, dass der Antrag zulässig ist, reagiert aber nicht und lässt die Fristen verstreichen. Jetzt müssen wir schnellstmöglich klagen, um die Abstimmung zu erzwingen", erklärte er am Donnerstag auf Twitter.

Noch bleibt dem Antragsteller eine Woche Zeit. Ott ärgert sich darüber, dass der Klub "auf Zeit spiele", um den Antrag zu verhindern.

"Ich habe dem Verein eine Frist bis gestern, 12 Uhr, gesetzt, um die Zulassung des Antrags zu bestätigen. Einzige Reaktion: Man sei noch nicht dazu gekommen, den Antrag zu prüfen - seit dreieinhalb Wochen", echauffierte er sich.

Sieht also ganz so aus, als versuchen die Münchner die Thematik irgendwie unter den Tisch fallen zu lassen. Dies könnte aber das gespannte Verhältnis zu Teilen der Anhänger endgültig eskalieren lassen.

"Hätte nicht gedacht, dass der Verein so feige davor flieht"

"Mit dieser Hinhaltetaktik will der FCB Rechtsschutz unmöglich machen. Es muss Klage erhoben werden und eine einstweilige Verfügung erwirkt werden. Ich hätte nicht gedacht, dass der Verein so feige davor flieht", so der entrüstete Antragsteller, der klar macht, wie ernst ihm die Sache ist.

"Es darf nicht sein, dass der Verein ungestraft vor dieser wichtigen Debatte flieht", mahnte Ott. Für den Fall einer Klage fordert der Initiator nun finanzielle Unterstützung. "Wir rechnen vorerst mit einem Kostenrisiko von 3.000 Euro. Alle Spenden, die nicht dafür aufgebraucht werden, werden vollständig an Amnesty International weitergeleitet."

Nagelsmann fordert: "Probleme durch Dialog lösen"

Im Rahmen der PK vor dem Augsburg-Spiel hat sich Trainer Julian Nagelsmann ebenfalls in dieser Thematik zu Wort gemeldet. "Ich habe meine Meinung schon oft geäußert. Ich bin ein Fan davon, Probleme durch Dialog zu lösen. In diesem Fall ist es auch gut, zu versuchen, die Dinge im Dialog zu ändern. Was die Jahreshauptversammlung betrifft, so ist dies ein Thema für den Verein", erklärte der Coach.

Schon jetzt deuten sich zwei Dinge an: Die Katar-Thematik wird den Verein noch länger beschäftigen und die Mitgliederversammlung am kommenden Donnerstag definitiv kein reines Vergnügen werden.

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